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Menschenhändler soll 20 Frauen zur Prostitution gezwungen haben

Ein 48-jähriger Leasingarbeiter aus dem Bezirk Linz-Land soll etwa zwei Jahre lang junge Frauen in Tschechien und der Slowakei unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angeworben, in seine Wohnung gebracht und dann zur Prostitution gezwungen haben.

Beamten sprechen von bis zu 20 Opfern, belasten würden den Mann sechs Frauen. Eine von ihnen habe nach ihrer Flucht die Polizei verständigt. Das berichtete die Sicherheitsdirektion Oberösterreich in einer Presseaussendung am Montag.

Der Oberösterreicher habe eine Frau nach der anderen aus dem Ausland geholt, ihr eine Karriere als Tänzerin oder Vergleichbares versprochen. Tatsächlich habe er sie auf einschlägigen Internetseiten zur Prostitution angeboten. Kontaktaufnahme sei nur per SMS möglich gewesen. Die Nachrichten, in denen Preis und Leistungen mit den Freiern vereinbart wurden, sollen aber nicht die Frauen selbst, sondern der Menschenhändler geschickt haben. Dadurch hätten die Frauen nicht gewusst, was sie erwartete, und es sei zu gewaltsamen sexuellen Kontakten gekommen.

Oberösterreicher zwang Frauen zur Prostitution Bis zu zehn Kunden pro Tag hätten sie bedienen und den überwiegenden Teil des Lohns an den 48-Jährigen abliefern müssen. Dieser habe die Frauen zu den Kunden gebracht, er selbst sei dabei nicht in Erscheinung getreten. Habe ein Opfer nicht pariert, hätte ihr Peiniger gedroht, in der Heimat und die Familie über ihre unehrenhafte Tätigkeit zu unterrichten. Einer 31-Jährigen sei es schließlich gelungen, aus dem Auto eines Freiers zu entkommen, der sie zuvor gefesselt und vergewaltigt habe. Sie habe per Notruf die Polizei alarmiert.

Oberösterreicher und Freier werden angezeigt Das Landeskriminalamt forschte etliche Frauen aus, ermittelte in Tschechien und der Slowakei. Sie hätten nur noch zurück in ihre Heimat gewollt, sagten die Opfer, die den Fängen des 48-Jährigen entkommen waren. Der Menschenhändler habe eine Fotokartei - allerdings ohne Namen - angelegt, aus der hervorgeht, dass insgesamt 20 Frauen betroffen waren.

Der Leasingarbeiter wurde der Staatsanwaltschaft Steyr wegen Verdachts der grenzüberschreitenden Prostitution, der Zuhälterei und des Menschenhandels angezeigt. Der bekannte Freier wurde wegen Verdachts der Vergewaltigung angezeigt, er wiederum habe Anzeige wegen Verleumdung erstattet. (APA)
(Quelle: S24)

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