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Anreicherung befürchtet

Silber-Nanoteilchen im Mondsee gemessen

Zwei Jahre lange Forschung

Mondsee, Sommer, SB APA/HELMUT FOHRINGER
Im Mondsee hält sich die Konzentration von Silberpartikeln noch in Grenzen. (ARCHIVBILD)

Silber-Nanoteilchen aus Kosmetika oder Sportkleidung gelangen über Abwasser und Kläranlagen in die Gewässer. Forscher der Uni Innsbruck haben nun die Belastung des Mondsees mit solchen Nanopartikel gemessen. Weder im Seewasser noch in Fischen wurden Nanoteilchen gefunden. Im Sediment gibt es geringe Ablagerungen, reichern sie sich weiter an, könne ein künftiges Risiko nicht ausgeschlossen werden.

Im Zuge eines internationalen Forschungsprojekts gingen die Wissenschafter von der Annahme aus, dass sich die weniger als 100 Nanometer großen Silber-Nanopartikel über die Nahrungskette anreichern, was letztlich zu erhöhten Konzentrationen im Gewebe von Fischen führt.

Mondsee: Zwei Jahre lang Proben untersucht

Um dies zu überprüfen, nahm Roland Vogt vom Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck in Mondsee (OÖ) zwei Jahre lang Proben aus dem Mondsee. Als Referenz wurde der nördlicher gelegene Irrsee ausgewählt, der nicht durch eine Kläranlage beeinflusst wird und in den Mondsee entwässert, teilte die Uni Innsbruck am Montag mit.

Untersucht wurden Wasserproben aus dem Zu- und Abfluss der Mondseer Kläranlage, Wasser- und Sedimentproben in unterschiedlichen Entfernungen von der Kläranlageneinleitung sowie Klärschlammproben. Zudem wurden Gewebeproben aus Leber, Kiemen, Niere, Magen- und Muskelgewebe von im Mond- und Irrsee geangelten Fischen in Hinblick auf Nanopartikeln untersucht.

Weniger Partikel im Ausfluss

Wie die Wissenschafter im Fachjournal "Science of the Total Environment" berichten, wurden mit einer sehr empfindlichen Messmethode sowohl im Seewasser als auch in den Fischproben keine Silber-Nanopartikel nachgewiesen. Im Ausfluss der Kläranlage wurden um 90 Prozent weniger Nanopartikel gemessen als im Zufluss. Bei der weniger sensiblen Messmethode zum Nachweis des Gesamtsilbergehalts fand sich das Edelmetall vor allem im Seeboden neben der Ausleitung der Kläranlage, aber auch in Spuren bis zu sechs Kilometer von dieser Ausleitung entfernt.

Die gemessenen Konzentrationen im Sediment seien noch um ein Vielfaches geringer als jene Werte, bei denen negative toxische Effekte auftreten könnten, und daher noch kein Problem für das Ökosystem. Bei einer weiteren Anreicherung von Silber im Sediment könne aber ein künftiges Risiko nicht ausgeschlossen werden, betonten die Wissenschafter.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 05:54 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/mondsee-anreicherung-von-silber-nanoteilchen-koennte-problem-werden-78692818

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