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Bluttat in Kitzbühel

Verdächtiger war FPÖ-Mitglied: Ausschluss

Fünffacher Mord in Kitzbühel APA/ZOOM.TIROL
Jener Mann, der für die Bluttat von Kitzbühel verantwortlich sein soll, war Mitglied der FPÖ.

Der 25-jährige Verdächtige nach dem Fünffachmord in Kitzbühel ist Mitglied der FPÖ gewesen. Dies teilten die Freiheitlichen am Montag in einer Aussendung mit. Nach Bekanntwerden der Tat sei er noch am Sonntag wegen "Gefahr in Verzug" aus der Partei ausgeschlossen worden, hieß es.

Der 25-jährige Tatverdächtige war im Jahr 2014 für zwei Monate als Jugendreferent Mitglied der Stadtparteileitung der FPÖ Kitzbühel. Nach seinem Ausscheiden war er bis Sonntag einfaches Parteimitglied, ohne Funktion oder Mandat. FPÖ-Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter versicherte im Namen der Freiheitlichen Partei den Angehörigen der Opfer seine "aufrichtigste Anteilnahme".

Bluttat in Kitzbühel: SPÖ-Posting sorgt für Aufregung

Die SPÖ Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) hat nach dem Fünffachmord von Kitzbühel am Sonntag mit einem Facebook-Posting mit Hashtag "#nächsterFPÖAmoklauf" für Aufsehen gesorgt, um dann zurückzurudern. Der Beitrag, wonach der Tatverdächtige "glühender FPÖ'ler" gewesen sei, Worte wie "Nigga" verwendet habe und auf Autobahnen 220 gefahren sei, wurde wieder gelöscht. Mehrere Medien hatten berichtet.

Liebe Freunde Offenbar hat unser gestriges Posting zu Missverständnissen geführt. Wir wollen daher klarstellen, dass...

Gepostet von SPÖ Langenzersdorf am Sonntag, 6. Oktober 2019

"Offenbar hat unser gestriges Posting zu Missverständnissen geführt", ließ die Ortsgruppe am Montag auf Facebook wissen. "Wir wollen daher klarstellen, dass die Herkunft des Täters ein wichtiges Faktum ist, das bei all der berechtigten Trauer und Empörung über diese sinnlose und grausame Gewalttat nicht aus den Augen verloren werden darf." Am Sonntag hätten sich in rechten Foren "Schuldzuweisungen von rechten Hetzern" überschlagen.

Entschuldigung für entstandene "Missverständnisse"

"Und nun stellt sich heraus, dass der Täter - erneut - aus dem engeren Umfeld der FPÖ kommt", schrieb die SPÖ Langenzersdorf weiter. "Erst unlängst schoss ein anderer FPÖ-Politiker wild von einem Balkon. Und auch das war kein Einzelfall." Denn bereits davor habe wieder ein anderer FPÖ-Politker auf eine 13-Jährige geschossen.

Der Hintergrund des Täters sei eine Tatsache, über die man sich aus Sicht der Ortsgruppe in diesem Zusammenhang ernsthaft den Kopf zerbrechen müsse und die sehr nachdenklich mache. "Wir richten uns gegen Hass und Hetze. Wir entschuldigen uns für allfällige Missverständnisse und drücken wie bereits gestern unser tiefstes Beileid den Hinterbliebenen aus", so die SPÖ Langenzersdorf.

Die Bezirkspartei werde diese Vorgehensweisen "nicht mehr länger hinnehmen und einen Antrag auf Parteiausschluss aufgrund parteischädigenden Verhaltens beschließen", teilte die Landespartei in St. Pölten am Montag mit. "Ich entschuldige mich im Namen der SPÖ NÖ für das gespürlose und völlig pietätlose Posting der SPÖ Langenzersdorf", betonte Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar in einer Aussendung: "Wir entschuldigen uns nicht nur bei allen Betroffenen dieser menschlichen Tragödie in Tirol, sondern auch bei allen politisch legitimierten Parteien in Österreich. So ein tragisches Ereignis darf für parteipolitische Zwecke nicht missbraucht werden und ist auch der SPÖ unwürdig."

FPÖ verurteilt SPÖ-Entgleisung

Die unfassbare Härte dieser Tat in Kitzbühel "in einer derart widerlichen Art" politisch auszunützen, sei wohl "der absolute Tiefpunkt", den eine demokratisch gewählte Partei in Österreich je erreicht habe, kommentierte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker "die unglaubliche Entgleisung der SPÖ Langenzersdorf". SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner sei "angehalten, diesem ungustiösen und nicht tolerierbaren Treiben" rasch ein Ende zu bereiten, betonte er am Montag in einer Aussendung.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.10.2019 um 03:32 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/mord-in-kitzbuehel-verdaechtiger-war-fpoe-mitglied-77327119

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