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Munderfing

Strecke nach Horror-Crash wieder frei

Nach dem heftigen Zusammenstoß zwischen einem Lkw und einem Zug in Munderfing (Bezirk Braunau am Inn) ist die Bahnstrecke wieder freigegeben. Die beschädigte Lok wurde nach Salzburg abgeschleppt, das Haus, in das der Lkw im Anschluss krachte, muss abgerissen werden, wie ÖBB-Pressesprecher Karl Leitner auf S24-Nachfrage berichtet.

„Die Aufräumarbeiten sind noch am Montagabend beendet worden. Um Mitternacht konnte die Strecke wieder freigegeben werden“, erzählt Leitner.

Munderfing: Lkw donnert in Zug und Haus

Ein 27-jähriger Lkw-Lenker dürfte an einem Bahnübergang in Munderfing einen sich mit 80 km/h nähernden Güterzug übersehen haben, wie die Polizei berichtet. Trotz Notbremsung des 28-jährigen Lokführers kam es zum Crash. Bei diesem trennte der Zug die Verbindung zwischen Anhänger und Lkw, der auf der anderen Seite des Übergangs mitgeschleift wurde und in ein Einfamilienhaus donnerte. Der Lkw-Fahrer wurde schwer, der Lokführer leicht verletzt. Das im Haus lebende Ehepaar blieb unverletzt, erlitt aber einen Schock.

Zug nach Salzburg abgeschleppt

Der Güterzug, der aus einer Lokomotive und 17 Waggons bestand, wurde nach dem Unfall nach Salzburg-Gnigl abgeschleppt. „Wir untersuchen gerade, wie viele Waggons beschädigt worden sind. Die Lok ist schwer in Mitleidenschaft gezogen worden“, erklärt der ÖBB-Pressesprecher. Den entstandenen Sachschaden könne man noch nicht abschätzen.

Der Lkw donnert zunächst in den Zug und dann in die Hausmauer.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 4. März 2019

Haus schwer beschädigt

Das Haus ist mittlerweile von Experten untersucht worden: „Es wurde so schwer beschädigt, dass man es nicht erhalten kann und abtragen muss. Das betroffene Ehepaar ist derzeit bei einem Sohn untergebracht. Wir suchen gemeinsam mit der Gemeinde eine Wohnung für das Paar und haben bereits eine in Aussicht“, berichtet Leitner. Die Höhe der Kosten sei noch unklar.

ÖBB verringern Zahl der Bahnübergänge

Es sei nicht der erste Zwischenfall auf dieser Strecke gewesen, betont der Pressepsrecher: „Leider haben wir auf der Mattigtalbahn auch aufgrund der hohen Anzahl an Eisenbahnkreuzungen immer wieder Unfälle.“

Die ÖBB sind gerade dabei, die Zahl der Eisenbahnkreuzungen in Österreich zu verringern. „In den letzten zehn Jahren haben wir die Übergänge von rund 6.000 auf circa 3.200 fast halbiert“, erzählt der Experte. Behördlich sind die ÖBB dazu verpflichtet, bis 2024 alle Eisenbahnkreuzungen in Österreich zu überprüfen. Bei den Prüfungen wird bestimmt, welche Übergänge technisch gesichert – sprich durch Schrankenanlage oder Rotlicht – welche aufgelassen werden müssen und wo es keiner Änderung bedarf.

Stopp heißt Stopp

Beim Bahnübergang in Munderfing hat es sich um eine technisch nicht gesicherte Eisenbahnkreuzung gehandelt, auf die mittels "Stopschild" oder Andreaskreuz hingewiesen wird. „Wir appellieren an die Verkehrsteilnehmer, auch dort anzuhalten. Stopp heißt Stopp! Es war ein großes Glück, dass bei diesem Unfall nicht mehr passiert ist“, mahnt Leitner.

(Quelle: SALZBURG24)

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