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Neues Anflugverfahren auf Flughafen Salzburg startet am 3. Mai

Nachdem im Vorjahr die Wogen im "salzburgerisch-bayerischen Fluglärmkonflikt" hoch gegangen sind, tritt am 3. Mai am Flughafen Salzburg ein "innovatives" Anflugverfahren aus dem Süden offiziell in Kraft.

Das Besondere an dem neuen Anflugverfahren: "Keine Fluglärmbelastung für die Stadt Salzburg sowie durch die Reduzierung der Anflüge aus dem Norden eine Entlastung der Anrainergemeinden nördlich des Flughafens in Wals-Siezenheim, Bergheim, Taxham und im bayerischen Freilassing", hob Austro Control-Sprecher Markus Pohanka am Montag hervor. Das Verfahren basiert auf Satellitentechnologie, laut Austro Control ist auch bei Schlechtwetter ein sicherer Anflug möglich.

Neues Anflugverfahren von Austro Control getestet

Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CDU) hatte eine Änderung der Flugrouten gefordert, um den Fluglärm über Freilassing zu reduzieren. Das neue Anflugverfahren wurde von der Austro Control entwickelt und getestet. "Es befand sich seit über zwei Jahren erfolgreich im Probebetrieb", sagte Pohanka. Die Flugroute bringe zusätzlich zu den jetzt schon ergriffenen Maßnahmen zur Lärmminderung eine weitere Optimierung des Flugverkehrs in der Region Salzburg mit sich. Der Anflug aus dem Süden erfolge künftig in größerer Höhe als bisher. Fluglinien, die Salzburg aus dem Süden anfliegen, "ersparen sich bis zu zehn Minuten an Flugzeit", argumentiert die Austro Control. Das bedeute zusätzlich eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen durch den geringeren Kerosinverbrauch, so Pohanka.

Entsprechende Ausrüstung der Flugzeuge nötig

Damit Piloten die neue Anflugroute aus dem Süden nehmen können, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Die Flugzeuge benötigen eine entsprechende Ausrüstung. Zusätzliche Bordinstrumente sind notwendig, Cockpitcrews müssen dafür eigens geschult sein. Für die Airlines sind zudem die notwendigen Bewilligungen erforderlich. Die Austro Control gehört zu den ersten Flugsicherungen in Europa, die ein derartiges Verfahren für den Anflug in einem topographisch schwierigen Gebiet implementieren - die Anflugroute aus dem Süden auf den Salzburger Flughafen ist von Bergen begrenzt. "Diese Art von Verfahren ermöglicht einen besonders sicheren Anflug auch dort, wo aus Hindernisgründen ein ILS (Instrumentenlandesystem) nicht zum Einsatz kommen kann", erklärte Pohanka. Die meisten großen Passagierflugzeuge flogen den Salzburger Flughafen bisher aus dem "hindernisfreien" Norden mit Hilfe des ILS an. Die Anzahl jener Flugzeuge, die nun von Süden aus den Airport anfliegen, wird auch weiterhin überschaubar sein. Sachverständige gehen davon aus, dass im Schnitt drei bis fünf Flugzeuge pro Woche die neue Route wählen werden. "Die letzte Entscheidung trifft immer der Pilot", sagte Pohanka.

Neues Anflugverfahren wird über drei Jahre beobachtet

Die Akzeptanz des neuen Anflugverfahrens und die Auswirkungen auf die "Verkehrsverteilung" werden über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet. Danach wird evaluiert. Die neue Flugroute sei in den vergangenen Monaten im Rahmen von zahlreichen Anrainerdialogrunden, Informationsgesprächen sowie bei Lärmschutzkommissionssitzungen vorgestellt und intensiv diskutiert worden. Die Teilnehmer hätten das Verfahren auch akzeptiert, hieß es seitens der Austro Control. (APA)
(Quelle: S24)

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