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Drei Grossbetriebe betroffen

Coronavirus-Fälle in Schlachthöfen in OÖ

Minister um Beruhigung bemüht

Nach dem folgenschweren Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb im deutschen Nordrhein-Westfalen ist das Virus nun auch in oberösterreichischen Schlachthöfen angekommen: Gleich drei Großbetriebe in den Bezirken Ried, Wels-Land und im Bezirk Braunau mit insgesamt zwölf Infizierten sind betroffen.

Einen Bericht der "Kronen Zeitung" am Sonntag bestätigte der Krisenstab des Landes der APA. Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis gab es gleich sieben Fälle. Alle anderen Mitarbeiter sollen über das Wochenende noch getestet werden.

Neue Cluster in Schlachthöfen?

Bei dem Betrieb im Bezirk Wels-Land wurden drei Personen positiv getestet, weitere Tests liefen noch. Im Bezirk Braunau sind zwei Arbeiter infiziert, hier war die Kontaktpersonensuche noch im Gange. Laut Zeitung gehe man seitens der Gesundheitsbehörde nicht von neuen Clustern aus. Auch Schließungen von Betrieben seien vorerst nicht angedacht.

Minister: Sind einen Schritt voraus

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonten, mit kleineren Schlachthof-Strukturen und vorsorgliches Testen der Betriebe sei man einen Schritt voraus.

Kleinere Strukturen seien Vorteil

In einer gemeinsamen Presseaussendung bezogen die beiden Minister Stellung. "Die österreichischen fleischverarbeitenden Betriebe sind mit jenen in Deutschland nicht zu vergleichen", meinte Köstinger. So hätte ein durchschnittlicher Schlachthof in Österreich 400 Mitarbeiter, im Nachbarland seien dies 8.000. Während die Schlachtkapazitäten in Deutschland bei maximal 33.000 Schweinen täglich liegt, würde diese in Österreich rund bei rund 2.000 Tieren liegen. Die kleineren Strukturen seien ein Vorteil im Containment. Zudem seien die Mitarbeiter in den österreichischen Betrieben unter besseren sozialrechtlichen Bedingungen angestellt als in deutschen.

Anschober betonte, dass Schlachthöfe ein wichtiger Teil der am Donnerstag präsentierten Screening-Testungen seien. Bereits vor Bekanntwerden der Fälle in Oberösterreich wurden in fleischverarbeitenden Betrieben stetig Tests durchgeführt.

Kritik von "Vier Pfoten"

Erwartungsgemäß harsche Kritik am Coronavirus-Ausbruch in der Fleischindustrie kam am Sonntag von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Dies würden zeigen,"dass das System der industriellen Fleischproduktion an allen Ecken und Enden kracht", meinte Direktorin Eva Rosenberg. "Und vor allem basiert es auf Ausbeutung - nicht nur von Menschen, sondern auch von Tieren und der Natur", sagte Rosenberg in einer Presseaussendung.

Kein Risiko für Konsumenten

Dass von Gütern aus coronainfizierten Betrieben eine Gefahr für Konsumenten ausgehe, betrachtete man seitens der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) als sehr unwahrscheinlich. "Es gibt keine dokumentierten oder belegten Ansteckungen", meinte AGES-Sprecher Roland Achatz. Diesbezüglich gebe es auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechende Untersuchungen.

(Quelle: APA)

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