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Ordensspitäler: Gewerkschaft zieht Angebot in Betracht

Am Mittwoch kam es erneut zu Warnstreiks der Belegschaft der oberösterreichischen Ordensspitäler. Foto Scharinger
Am Mittwoch kam es erneut zu Warnstreiks der Belegschaft der oberösterreichischen Ordensspitäler.

Eine Annäherung in den KV-Verhandlungen in den oö. Ordensspitälern hat es am Freitag in einem Gespräch zwischen Krankenhausleitungen, Gewerkschaft und LH Josef Pühringer (V) gegeben.

"Ich glaube und hoffe, wir haben eine Einigung erzielt", sagte Pühringer in einer anschließenden Pressekonferenz mit Vertretern der Spitäler. Die Gewerkschaft teilte mit, dass noch Details mit den Arbeitgebern geklärt werden müssten, bevor in Betriebsversammlungen über das Paket abgestimmt werden könne. Bis zu einer Entscheidung - schon am Dienstag oder erst nach Ostern - werde es keine Kampfmaßnahmen geben.

Verbesserungen für Mitarbeiter möglich

Kernpunkte des nun vorgelegten Angebots seien für 2013 und 2014 der Abschluss des öffentlichen Dienstes und eine "exakt ausgerechnet" 39,17-Stunden-Woche ab April nach dem Modell in den Spitälern des landeseigenen Trägers gespag, so Pühringer. Das bedeutet für heuer ein Plus von einem Prozent, für kommendes Jahr einen - gemäß dem Stabilitätspakt - "moderaten Abschluss". Sollte die Inflationsrate allerdings über zwei Prozent liegen, werde über den diese zwei Prozent überschreitenden Teil verhandelt.

Auch bei der Anwesenheitsbereitschaft sei das gespag-Modell vorgesehen, das 60 Prozent als Arbeitszeit rechnet, bisher waren es in den Ordensspitälern nur 50 Prozent. Weitere Bedingungen der Arbeitgeber wie die Jahresdurchrechnung bei Überstunden, die Angleichung des Überstundenteilers an die gespag-Regelung und die Vereinheitlichung des Vorrückungsstichtages sollen nur für Mitarbeiter zum Tragen kommen, die ab 1. Jänner 2014 neu eintreten.

Angebot wird Mitarbeitern vorgelegt

"Die Verhandler waren bereit, das Angebot den Mitarbeitern vorzulegen, das war bisher noch nie der Fall", so Pühringer, der mit dem nunmehrigen Kompromiss gut leben kann. Bei drei Krankenhausträgern im Land brauche es faire, gerechte Lösungen. Der Sprecher der Ordensspitäler, Peter Ausweger, nannte die vorliegenden Regelungen "wirklich vernünftig", mittelfristig werde es zu einer Angleichung zwischen Ordensspitälern und jenen der gespag kommen. Auch die Gewerkschaft sprach von einem "Aufeinander-Zugehen". Freilich würden aber noch Details mit den Geschäftsführungen verhandelt.

Warnstreiks der Ordensspitäler

In den acht Ordensspitälern hat es bereits einen Warnstreik im Februar und am Mittwoch einen neuerlichen Streik gegeben. Die Forderungen der Gewerkschaft vida, die die rund 10.000 Beschäftigten der acht Ordensspitäler vertritt, sind nach einem "Abspeisen" unter der Inflationsrate im vierten Jahr in Folge eine Teuerungsabgeltung oder eine unbefristete Verkürzung der Wochenarbeitszeit von derzeit 40 auf 39 Stunden.

Die Caritas betonte indes in einer Presseaussendung am Freitag, dass die Gehaltsverhandlungen mit den Pädagogen in Kindergärten nicht gescheitert seien. Eine Lösung scheine in greifbarer Nähe, denn das in Gesprächen mit Landesrätin Doris Hummer (V) vorgelegte Gehaltsschema sehe eine Bezahlung über dem Mindestlohntarif in allen Dienstjahren vor. Noch vor Ostern sollen die Gespräche mit dem Land fortgesetzt werden. Die Pädagogen hatten laut Medienberichten bereits Streiks für 3. und 4. April angekündigt. (APA)

(Quelle: S24)

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