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Polizei verhindert versuchten Menschenhandel

Innerhalb von wenigen Tagen zog die bayerische Polizei im deutsch-österreichischen Grenzgebiet zwei ungarische Fahrzeuge aus dem Verkehr. Die aufwändigen Ermittlungen ergaben, dass es Verbindungen der jeweiligen Insassen zueinander gibt.

Vier junge Frauen - zwei davon noch minderjährig - sollten illegal nach Deutschland gebracht werden, um hier als Prostituierte zu arbeiten. Die Kriminalpolizei Traunstein hat gegen mehrere Personen Ermittlungen wegen Menschenhandel und dem Missbrauch von Ausweispapieren aufgenommen. Einer Streifenwagenbesatzung der Freilassinger Polizei fielen in den frühen Morgenstunden des vergangenen Freitag, 09.03.2012, zwei Fahrzeuge mit ungarischer Zulassung auf. Während es gelang einen Nissan mit vier Insassen anzuhalten, entzog sich der zweite Fahrzeugführer mit seinem Audi zunächst der Kontrolle.

Minderjährige Mädchen sollten mit falschen Ausweisen einreisen

Die vier ungarischen Insassen des Nissan, ein 28-jähriger Mann und drei junge Frauen, weckten sehr schnell das Interesse der Beamten. Denn offenbar wiesen sich die beiden jüngeren davon mit fremden Ausweisen aus. Der Grund dafür kam bald ans Tageslicht: die beiden Mädchen sind erst 16 und 17 Jahre alt. Der 28-Jährige wurde festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er sollte wohl die Frauen zum Zwecke der Prostitutionsausübung nach Deutschland bringen. Die beiden Minderjährigen und eine 23-Jährige blieben auf freiem Fuß, sie sollen die Heimreise nach Ungarn mit dem Zug antreten.

Wenige Tage danach wurden dieselben Personen wieder angehalten

Nur drei Tage später schnappten sich die Schleierfahnder aus Traunstein dann auch den Audi, der bei der ersten Kontrolle am 9. März noch weitergefahren war. Auf der A 8 Höhe Piding wurde der Wagen am Montagmittag, 12.03.2012, nach der Einreise aus Österreich angehalten. Auch diesmal saßen wieder vier Ungarn, zwei Männer und zwei Frauen, in dem Auto. Schnell kam heraus, dass die 19-jährige Fahrerin ihren Ausweis nicht bei sich hatte. Mit dem wollte sich Tage zuvor nämlich das 17-jährige Mädchen ausweisen, um so den Anschein der Volljährigkeit zu erwecken. Überraschenderweise war auch die 23-Jährige wieder mit im Wagen, die nach der ersten Kontrolle wenige Tage zuvor eigentlich nach Ungarn zurückreisen wollte. Die beiden Männer, ein 27-Jähriger, ein weiterer dessen Personalien noch nicht endgültig feststehen, weil er ebenfalls einen fremden Ausweis vorzeigte sowie die Fahrerin wurden festgenommen und befinden sich derzeit in Haft. Die Ermittler der Kripo und die Staatsanwaltschaft gehen derzeit davon aus, dass die drei festgenommenen Männer als Zuhälter tätig sind und die Frauen allesamt als Prostituierte tätig waren und auch weiterhin sein sollten. Derzeit sind in diesem Fall noch weitere Ermittlungen bei den österreichischen und ungarischen Polizeibehörden anhängig.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.08.2019 um 12:57 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/polizei-verhindert-versuchten-menschenhandel-59322688

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