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Retter fliegen Familie im letzten Tageslicht in Tal

Erschöpft und unterkühlt wurden eine Mutter und ihre beiden Töchter am Dienstagabend in Ramsau per Hubschrauber aus der Bergnot gerettet.

Eine fünfköpfige Truppe war am Dienstagabend in Ramsau im Landkreis Berchtesgadener Land in Bergnot geraten. Per Hubschrauber wurde eine Mutter und ihre beiden Töchter im letzten Tageslicht aus der Bergnot gerettet und ins Tal geflogen worden. Erschöpft und unterkühlt wurden sie zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Der Vater der Familie und eine weitere Begleiterin wurden von Bergrettern zu einer Hütte gebracht, wo sie die Nacht verbrachten.

Nach einem Umweg versagten die Kräfte

Weil nach dem Felssturz am Königssee vom Wochenende der normale Weg zum Kärlingerhaus gesperrt war, wählte eine Familie aus Baden Württemberg den Weg über Trischübel. Die drei Erwachsenen und zwei Mädchen im Alter von fünf und acht Jahren stiegen über das Wimbachgries auf, wobei ihnen die Strecke schon bald große Mühen bereitete. Zudem gingen sie nicht den Steig über Oberlahner, sondern stiegen über die Hundstodgrube zum Hundstodgatterl auf. Mit Mühe dort angekommen versagten bei der Mutter und den Kindern die Kräfte und sie setzten gegen 20.15 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, als sie endlich wieder Mobilfunkempfang hatten.

Da es schon langsam dämmerte, wurde die Zeit für eine Rettung per Hubschrauber knapp. Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit gelang es der Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers ?Christoph 14?, zunächst einen Ramsauer Bergretter in der Nähe des Trischübels abzusetzen; Nebelschwaden am Berg erschwerten den Anflug. Kurze Zeit später rissen die Wolken wieder auf und die Hubschrauberbesatzung konnte auf einem Suchflug mit einem zweiten Bergretter die erschöpfte und bereits unterkühlte Familie auf der Südseite des Hundstodgatterls entdecken. Bei hereinbrechender Dunkelheit gelang es den Rettern noch, die Mutter und die beiden Mädchen in den Hubschrauber aufnehmen und sie nach Ramsau ins Tal zu fliegen. Nach medizinischer Untersuchung durch den Hubschrauber-Notarzt brachte sie eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes in die Kreisklinik Berchtesgaden.

Rettungshubschrauber durfte Flug nicht fortsetzen

Danach ging aufgrund der fehlenden Sichtflugbedingungen nichts mehr. ?Eine Viertelstunde eher alarmiert, und wir hätten auch noch den Vater und die Begleiterin retten können?, meinte der Pilot. Ein leerer Tank und Flugzeitende der Crew bestimmten das Aus für den Heli aus Traunstein. Die Besatzung des nachtflugtauglichen Polizeihubschraubers ?Edelweiß 7? sollte den letzten Rettungsflug übernehmen. ?Ein schwieriges Unterfangen, ist doch in diesem Gebiet keine Funkverbindung möglich?, erklärt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Rudi Fendt. Obwohl mit dem Geländewagen ein Funk-Relais im Wimbachgries aufgebaut wurde, konnten sich weder die verbliebenen Retter am Berg verständigen, noch Informationen zum Aufenthaltsort, weiteren Ablauf und Zustand der Bergsteiger an die Einsatzwache weitergeben.

Gerade als sich die Polizeihubschrauber-Besatzung anschickte, nach dem nächtlichen Anflug aus München zur Rettung aufzusteigen, meldeten sich die Bergretter vom Ingolstädter Haus, das unterhalb des Großen Hundstods liegt. Da zuvor keine Verbindung zum Tal bestand, konnten sie ihren Plan nicht weitergeben. So hatten sie die beiden verbliebenen Bergsteiger aufgepäppelt und zur nahe gelegenen Hütte gebracht. ?Weil der Auftrag der Polizei ein hoheitlicher ist und nur bei Personensuche oder unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben zutrifft, endete hier auch dieser Einsatz und Edelweiß kehrte nach München zurück?, berichtet Fendt. Die Bergretter und die Württemberger verbrachten die Nacht auf dem Ingolstädter Haus und machten sich am nächsten Tag auf verschiedenen Wegen an den Abstieg.

(Quelle: S24)

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