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Ansturm auf Tierschutzhof

Wer rettet die hilflosen Igel?

Stachelige Waisenkinder finden Heimat bei Pfotenhilfe

Gerettetes Igel-Waisenkind PFOTENHILFE
Ein gerettetes Waisenkind im Tierschutzhof der Pfotenhilfe.

Eine Vielzahl kleiner Igel, deren Mütter etwa von Autos überfahren wurden, betreut derzeit der Tierschutzhof Pfotenhilfe Lochen im Grenzgebiet zwischen Salzburg und Oberösterreich. Die stacheligen Waisenkinder müssen über den Winter durchgefüttert werden.

Auf den Straßen ist es ein trauriger Anblick, wenn Igel von Autos übergefahren wurden. "Die stacheligen Gesellen sind jetzt besonders aktiv, weil sie möglichst viel Futter für den Winterschlaf finden müssen", weiß Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler. Weil die Tiere nachtaktiv sind, queren sie bei Dunkelheit häufig die Straßen – auch dann, wenn besonders viel Autoverkehr ist.

Hilflos ohne Muttertier

Dies führt zu einer Vielzahl tierischer Tragödien: Die Igelkinder von getöteten Muttertieren verwaisen und verhungern dadurch. Laut Pfotenhilfe würde schon seit August immer mehr Menschen bei der Wildtier-Hotline (0677/61425226, Anm.) an, dass sie hungrige Igelkinder ohne Muttertier herumirren sehen.

Igel APA/DPA/PATRICK PLEUL

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Die Pfotenhilfe weist in diesem Zusammenhang darauf hin, mit einer auf die Straßen-, Witterungs- und Sichtverhältnisse angepassten Geschwindigkeit zu fahren.

Igel können im Winterschlaf verhungern

Ein Igel, der sich tagsüber zeigt, brauche immer Hilfe, informiert die Tierschutzorganisation. Und wenn sie bis zum November ihr Mindestgewicht von mindestens 600 Gramm für den Winterschlaf nicht erreichen, verhungern sie im Schlaf.

Igelkinder bei der Pfotenhilfe APA/PFOTENHILFE
In Igelhäusern werden die stacheligen Gesellen den Winter bei der Pfotenhilfe verbringen.

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"Derzeit ist absolute Hochsaison, ein regelrechter Ansturm“, so Stadler. "Um die stacheligen Sorgenkinder vor so einem grausamen Schicksal zu retten, bringen die Menschen derzeit mehrmals täglich Igelwaisen zu unserem Tierschutzhof."

Pfotenhilfe päppelt Tiere wieder auf

Oft seien die Tiere schon sehr schwach, leiden zudem unter Flüssigkeitsmangel und Unterernährung. Meist seien sie auch von Zecken und Flöhen übersät, teils auch von Fliegeneiern. Gemeinsam mit einem Tierarzt kümmert sich die Pfotenhilfe um diese Notfälle.

Wenn sie wieder gesund sind, können die kleinen Igel in frostfreien Gehegen auf dem Tierschutzhof überwintern und werden täglich gefüttert und ausgemistet. Insgesamt können eigenen Angaben zufolge dadurch jährlich bis zu 150 Igel gerettet werden.

Falls ihr tagsüber einen Igel seht, dann braucht er – auch ausgewachsen – immer Hilfe und sollte in eine Wildtierstation gebracht werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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