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Schüler in Oberösterreich wollen mehr Mitbestimmung im Unterricht

Die oberösterreichische Landesschülervertretung (LSV) verlangt mehr Mitbestimmung im Unterricht. Sie stützt sich dabei auf eine Umfrage, die sie in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule (PH) durchgeführt hat.

Dabei vertraten 67 Prozent der Befragten die Ansicht, dass Schülerinteressen bezüglich des Unterrichtsstoffs wenig oder gar nicht berücksichtigt werden. Die Ergebnisse wurden in einer Pressekonferenz am Freitag präsentiert.

Zwei Drittel der Höheren Schulen im Land nahmen mit jeweils einer Klasse an der Umfrage teil. 1.700 Fragebögen wurden ausgeschickt, der Rücklauf betrug rund 60 Prozent, erklärte der fachliche Leiter der Umfrage, Wolfgang Schwarz von der PH. Die Ergebnisse seien repräsentativ. Bei Ausflügen, Projekten oder Skikursen gibt es nach Ansicht von 59 Prozent der Befragten Schülermitbestimmung. Bei der inhaltlichen und methodischen Unterrichtsgestaltung denkt das nicht einmal ein Drittel. "Da gibt es Handlungsbedarf", so Schwarz.

43 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrer Schule ein Schülerparlament eingerichtet sei. Von ihnen hatten 64 Prozent den Eindruck, dass ihre Interessen dort gehört werden. 72 Prozent fanden, dass mehr als die Hälfte bis alle Lehrer einen wertschätzenden Umgang mit ihnen pflegen. Wo das der Fall war, war auch die Vertrauensstellung des Klassenvorstands deutlicher ausgeprägt, erklärte Schwarz.

Die oberösterreichischen Schülersprecher der AHS, Severin Witzany, und BMHS, Gloria Hager, leiten aus den Ergebnissen die Forderung nach mehr Mitbestimmung im Unterricht ab. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer befürwortet das dort, "wo es um Interessen und Neigungen der Schüler geht". Aus aktuellen Anlässen - wie beispielsweise der Reaktorkatastrophe in Japan - sei es sogar "ein Gebot der Stunde", bestimmte Themen zu behandeln. "Aber die Verantwortung für die inhaltliche und methodische Konzeption kann man dem Lehrer nicht aus der Hand nehmen", betonte er.

Zudem verlangen die Schüler eine gesetzliche Verankerung von Schülerparlamenten, mehr Peers (für Problembewältigung ausgebildete Gleichaltrige) und eine Entlastung der Klassenvorstände. Bildungslandesrätin Doris Hummer (V) bot der LSV an, gemeinsam das Handbuch für das vor rund einem Jahr ins Leben gerufene Zertifikat "OÖ Schule Innovativ" durchzugehen und Vorschläge der Schüler einzuarbeiten. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.08.2019 um 04:03 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/schueler-in-oberoesterreich-wollen-mehr-mitbestimmung-im-unterricht-59180935

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