Jetzt Live
Startseite Grenznah
Foto-Termin

Grenzvisite von Seehofer und Söder in Freilassing

Gedränge an der Saalachbrücke

Zwei Tage nach der Lockerung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich wollen sich der deutsche Innenminister Horst Seehofer und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Montag ein Bild von der Lage verschaffen. Sie werden um 14.30 Uhr am Grenzübergang Freilassing zwischen Bayern und Salzburg erwartet.

Offiziell gelten zwischen Deutschland und Österreich noch bis Mitte Juni Kontrollen, doch werden diese (wie mehrfach berichtet) nur noch stichprobenartig durchgeführt.

Bei der Grenzvisite von Söder und Seehofer an der Saalachbrücke in Freilassing herrschte großer Rummel, wie die Bilder zeigen. Wie ein Fotograf von der Agentur FMT-Pictures gegenüber SALZBURG24 berichtet, soll es kurzzeitig auch zu einem regelrechten Gedränge gekommen sein. Die Politiker trugen Masken, den Ein-Meter-Abstand gab's allerdingt nicht durchgehend.

Seehofer mit Lockerungen zufrieden

Bei dem Lokalaugenschein, an dem auch der bayerischen Innenminister Joachim Herrmann teilnahm, zeigte sich Seehofer zufrieden mit den seit Samstag geltenden Lockerungen der Kontrollen.

Die sinkende Zahl an Neuinfektionen sei eine schöne Entwicklung, die es ermögliche, verschiedene Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Covid-19 zu lockern. Die Erleichterungen an den Grenzen seien im Gleichschritt mit den Nachbarstaaten erfolgt. "Nun schauen wir, wie sich die Lockerungen in Österreich und Deutschland auf das tatsächliche Infektionsgeschehen auswirken", sagte Seehofer. Angestrebt werde, die coronabedingten Grenzkontrollen nach dem 15. Juni gänzlich aufzulassen. Doch das hänge von der weiteren Entwicklung ab, man werde "situations- und risikobasiert agieren".

"Corona ist noch präsent"

"Corona ist nach wie vor präsent und eine Herausforderung in ganz Europa", sprach sich auch Söder für ein schrittweises Vorgehen bei den Lockerungen aus. Weil die Infektionsraten stabil seien, wären die nun erfolgten Lockerungen möglich. Er verstehe, dass sich die Menschen im Grenzgebiet über die Erleichterungen freuen. Gleichzeitig verstehe er aber auch die Sorge von vielen Menschen außerhalb, ob die Lockerungen vertretbar seien. "Wenn die Zahlen bis 15. Juni stabil bleiben, ist es gerechtfertigt, einen weiteren Abbau der Kontrollen zu machen", sagte Söder: Würden die Zahlen aber steigen, werde man entsprechend reagieren. Es brauche einen Notmechanismus. "So viel Freiheit wie möglich, aber so viel Sicherheit wie notwendig", brachte Söder die bayerische Haltung auf den Punkt.

Kontrollen gegen illegalen Migration bleiben

Der bayerische Innenminister Herrmann stellte klar, dass die kleinen Grenzübergänge, die besonders für die lokale Bevölkerung und die Landwirtschaft wichtig wären, wieder alle passierbar seien. Mit dem 15. Juni würden voraussichtlich die coronabedingten Grenzkontrollen fallen, die migrationsbedingten Grenzkontrollen würden auch nach diesem Stichtag gelten. "Das ist zur Absicherung gegen illegale Migration notwendig", meinte Herrmann. Auch wenn die Zahlen derzeit sehr niedrig wären. In der vergangenen Woche wären 100 Asylwerber in Bayern angekommen, sagte der bayerische Innenminister.

Demonstranten bei Seehofer-Besuch in Freilassing

Weniger zufrieden mit der Situation an der bayrisch-salzburgischen Grenze zeigte ich ein kleines Grüppchen Einheimischer, die mit "Die Grenze muss weg"-Rufen gegen die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit demonstrierten. Seehofer bat um Verständnis, wies auf die Gefährlichkeit von Corona hin und versprach, das Thema möglicher Erleichterungen bei Gesprächen mit Österreich erneut anzusprechen.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 11:22 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/seehofer-und-soeder-besuchen-deutsch-oesterreichische-grenze-87735526

Kommentare

Mehr zum Thema