Jetzt Live
Startseite Grenznah
"Sehr kritischer" Zustand

Skifahrer im Zillertal von Lawine verschüttet

Wintersportler am Rastkogel reanimiert

Symb_Lawine pixabay
Der Skifahrer wurde von der Lawine 250 Meter mitgerissen. (SYMBOLBILD)

Im freien Skiraum nahe des Skigebiets Rastkogel in Schwendau im Tiroler Zillertal ist Mittwochmittag eine Lawine abgegangen. Dabei wurde ein einheimischer Jugendlicher rund 250 Meter mitgerissen und zweieinhalb Meter tief verschüttet, sagte ein Polizeisprecher.

Er wurde nach rund 15 Minuten von unbeteiligten Wintersportlern, die auch eine Sonde bei sich hatten, geborgen und reanimiert. Der Skifahrer, der mit einem weiteren Jugendlichen unterwegs war, dürfte laut Exekutive die Lawine selbst ausgelöst haben.

Jugendlicher in "sehr kritischem" Zustand

Er wurde in die Innsbrucker Klinik geflogen. Der Jugendliche befand sich auf der Intensivstation und war in einem "sehr kritischen" Zustand, sagte ein Kliniksprecher zur APA. Einsatzkräfte suchten nach der Bergung des Tirolers nach weiteren möglichen Verschütteten. Die Suche konnte jedoch am frühen Nachmittag eingestellt werden. Im Einsatz standen rund 20 Mann der Bergrettung mit drei Lawinensuchhunden sowie zwei Alpinpolizisten.

(Quelle: APA)

Viele Einsätze für Bergretter im Corona-Winter

Bergrettung Weesjes
Die Ortsstellen der Bergrettung Salzburg sind seit Jahresbeginn durchschnittlich zwei Mal pro Tag im Einsatz.

Die Schneemengen, das Wetter und der verlängerte Corona-Lockdown ziehen Bergsportbegeisterte auf die Gipfel. Salzburgs Bergretter sind daher in Dauer-Alarmbereitschaft.

Durchschnittlich zweimal pro Tag wurden die 43 Ortsstellen im Bundesland seit Jahresbeginn alarmiert. Über 100 Einsatzstunden und mehr als 230 Bergretter mit insgesamt mehr als 600 Mannstunden wurden heuer im Jänner verbucht.

Unsere Bergrettungshunde haben derzeit einen etwas ungewöhnlichen "Winterkurs": Wir trainieren heuer in verschiedenen...

Gepostet von Bergrettung Salzburg am Sonntag, 17. Januar 2021

Skitourengeher im Glück

"Dass bei den Lawinenabgängen nichts Schlimmes passiert ist, liegt daran, dass die Sportler teilweise extremes Glück hatten", erklärte Maria Riedler, Sprecherin der Bergrettung, auf SALZBURG24-Anfrage. Auf beliebten Skitouren-Routen donnerten diesen Winter einige Staub- und Schneebrettlawinen die Hänge hinunter. "Wo normalerweise massenweise Skitourengeher unterwegs sind, erwischte es bei den Lawinenabgängen zum Glück keinen Sportler."

Lawinenabgang in Zauchensee

Die Bergrettung hat derzeit alle Hände voll zu tun: Gestern rückten 21 Einsatzkräfte der Ortsstelle Altenmarkt (Pongau) sowie Hundeführer der Bergrettung zu einem Sucheinsatz in Zauchensee aus. Grund war ein Lawinenabgang am 2.135 Meter hohen Tagweidegg, den eine unbekannte Person gemeldet hatte.

 

Gesucht wurde unter anderem auch mittels speziellem Suchsystem und per Helikopter. "Da zur gleichen Zeit in Zauchensee die Ausbildung der Bergrettungshundeführer stattfand, standen schnell Hundeführer der Bergrettung am Lawinenkegel zur Suche bereit", hob Ortsstellenleiter Thomas Gotthardt die rasche Einsatzbereitschaft und den reibungslosen Ablauf hervor. Nach etwa drei Stunden konnte der Einsatz abgebrochen werden.

Hunderte Bergretter rücken in ganz Salzburg aus

Am Samstag rückten Bergretter der Ortsstelle Großarl nach einem Notruf aus. Zwei Wintersportler (rund 30 Jahre alt) hatten sich bei Schlechtwetter abseits der Piste in unwegsamen Gelände verirrt und lösten einen Sucheinsatz aus. Sie konnten unverletzt absteigen.

Auch die Ortsstellen Abtenau (Tennengau), Mauterndorf und Tamsweg (beide Lungau) wurden am Wochenende per Notruf alarmiert. Im Tennengau verletzte sich ein 24-jähriger Tourengeher bei der Abfahrt nahe der Rinnbergalmhütte in Russbach schwer. Im Lungau stürzte eine 22-jährige Tamswegerin bei einer Skitour und musste verletzt geborgen werden.

Apropos Lungau: Der südlichste Gau Salzburgs, wo momentan am meisten Schnee liegt, zählt du den Einsatz-Hotspots der Bergretter. "Vor allem Großeinsätze mit mehreren beteiligten Ortsstellen sowie der Hundestaffel sorgten in den letzten Tagen für hohe Einsatzzahlen und vor allem viele Einsatzstunden", betonte Riedler.

40 Alpintote pro Jahr in Salzburg

Seit Jahresbeginn konnten bei 23 Einsätzen 21 Personen geborgen werden. "Zum Glück war kein Toter dabei. Uns fällt auf, dass die Zahl der Alpintoten, die letztes Jahr bei 40 lag, mittlerweile im Sommer höher ist als im Winter", erklärte Riedler.

Im Großteil Salzburgs liegt die Lawinengefahr der fünfstufigen Skala bei drei und ist oberhalb etwa 1500 Meter "erheblich", darunter "mäßig". Schneebretter sind an vielen Steilhängen hinter kammnahen und kammfernen Geländekanten bereits durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportler auslösbar. Die meisten Gefahrenstellen gibt es im Nordwest über Ost bis Süd schauenden Steilgelände, in eingeblasenen Rinnen und Mulden sowie im steilen lichten Hochwald.

Aufgerufen am 26.02.2021 um 09:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/skifahrer-im-zillertal-von-lawine-verschuettet-98634793

Kommentare

Mehr zum Thema