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Turbulente Karriere

Skispringer-Ikone Andreas Goldberger wird 50

"Goldi" am großen Jubiläum schwer verletzt

Er zählt zu den erfolgreichsten Skispringern der 1990er-Jahre - kommende Woche feiert Andreas Goldberger seinen 50er. Zum Geburtstag beschenkte sich der passionierte Ausdauersportler mit einem Abenteuer-Trip nach Australien.

Zum 50. Geburtstag hat sich Andreas Goldberger mit einem Mountainbike-Abenteuer in Australien beschenkt, das unglücklicherweise schmerzhaft endete. Der einstige Skisprung-Liebling der Nation musste die Crocodile Trophy zu Monatsbeginn nach einem Sturz mit Handgelenks- und Rippenblessuren sowie Abschürfungen abbrechen. An seinem Ehrentag am 29. November werden die ärgsten Schrammen wieder verheilt sein, gab der Jubilar Entwarnung.

Goldberger feiert Runden gemeinsam mit Mama

Ein großes Fest für ihn sei nicht geplant. Einige Tage später werde man aber anlässlich des 80ers seiner Mutter beide runden Geburtstage mit der Familie gebührend feiern, sagte der Oberösterreicher zur APA - Austria Presse Agentur.

Der Australien-Trip war ein Geschenk Goldbergers an sich selbst. "Das Rennen wollte ich schon immer einmal machen, deshalb hab ich mir nach dem Hin und Her mit Corona gedacht, zum 50er wünsche ich mir das von mir selber. Da hat meine Frau natürlich nichts dagegen sagen können." Trotz des Verletzungspechs sei die Reise letztlich ein Riesenerlebnis gewesen, versicherte er.

Obwohl ich nach einem Sturz in der 4.Etapp wegen Handgelenks- und Rippenverletzung das Rennen beenden musste war die...

Gepostet von Andreas Goldberger am Samstag, 19. November 2022

Leidenschaft zum Ausdauersport nach Karriereende

Nach seinem Karriereende 2005 hat sich Goldberger dem Ausdauersport verschrieben, wie Teilnahmen bei zahlreichen Radrennen und Bergläufen belegen. Allzu verbissen geht es der am Mondsee (Bez. Vöcklabruck) im angrenzenden Oberösterreich lebende Vater zweier Söhne (6 und 5 Jahre) aber nicht mehr an. Es komme vor, dass er das zeitintensive Training schon mal schleifen lasse, schließlich wolle er möglichst viel Zeit mit der Familie verbringen.

Seine Begeisterung für Sport und Bewegung will er an seine beiden Buben weitergeben, welche Sportart sie künftig einmal betreiben, sei ihm egal. "Mir ist wichtig, dass sie etwas tun. Sie sollen eine Gaudi haben. Sie sind sehr bewegungshungrig, spielen Fußball, wir gehen auch Skifahren, Langlaufen oder Radfahren. Das Einzige, was ich unbedingt will, ist das Kinderturnen, alles andere können sie sich aussuchen". Denn auf die Turngrundausbildung als Basis vieler Sportarten werde in den Schulen leider zu wenig Wert gelegt.

"Goldi" sucht Nachwuchs-Talente

Mit Kindern beschäftigte ist er auch bei der Skisprungnachwuchsserie "Goldi Talente-Cup", die im Jänner wieder durchstartet. Den Einstieg ins einschlägige Trainergeschäft habe er aber nie vorgehabt, betonte Goldberger. Dem Skispringen ist der dreimalige Gesamtweltcupsieger als langjähriger ORF-Co-Kommentator, -Experte und Zeitungskolumnist dennoch eng verbunden geblieben. Diesmal erfolgt sein Saisoneinstieg wegen der Australien-Reise verspätet erst dieses Wochenende in Finnland.

Kamerasprungeinsätze sind seit längerem wegen Rückenproblemen tabu. "Mein Arzt hat gesagt, ich muss mich altersgerecht bewegen, da gehört Skispringen nicht dazu." Ausdauersport bereitet ihm aber keine Probleme, weshalb nächstes Jahr auch die längst fällige Besteigung des Großglockners erledigt werden soll. Das Skispringen hat er aber auch noch nicht ganz abgehakt. Nicht nur deshalb würde er die Zeit gerne zurückdrehen. "Mit dem Wissen von heute und dem Körper von damals 1995, das wäre schon etwas."

Mateschitz als große Stütze für Goldberger

Mitte der 1990er-Jahren hatte der spitzbübisch wirkende Bauernsohn aus Waldzell das Schanzen-Geschehen mit zahlreichen Siegen und Medaillen entscheidend mitgeprägt. Seine Laufbahn bestand aber nicht nur aus Erfolgen, es gab auch schwierige Phasen mit langen Formschwächen und nicht zuletzt die aufsehenerregende Kokain-Affäre 1997 inklusive Staatsbürgerschaftswechseltheater.

In der damaligen Krise habe sich der im Oktober verstorbene Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz als große persönliche Stütze erwiesen, so Goldberger. Die zu Beginn seiner Erfolgszeit begonnene Sponsor-Zusammenarbeit mit den Konzern läuft bis heute. Prägend für Goldberger war auch die Verbindung zu seinem langjähriger Manager Edi Federer, mit dem er und Mateschitz bis zu dessen Tod 2012 eng verbunden blieben.

So viele wunderschöne Erinnerungen! Danke für Alles!

Gepostet von Andreas Goldberger am Sonntag, 23. Oktober 2022

"Skisport wird zum Luxussport"

Nachdenklich wird Goldberger auch, wenn die Rede auf den Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf den hierzulande längst kunstschnee-intensiven Wintersport kommt. "Ich glaube, wir Skispringer haben da die wenigsten Probleme, wir können im Sommer auch springen. Es braucht weniger Energieaufwand als in anderen Sportarten. Wir müssen nicht massenhaft Schnee produzieren. Aber Skipisten herrichten, ist ganz etwas anderes."

Der alpine Weltcupzirkus sei nicht gefährdet, Probleme könnte aber der touristische Skilauf bekommen. Auch wegen der stark steigenden Kosten. "Rennsport wird es immer geben, aber die Breite?" Hierbei gehe es nicht nur um die Notwendigkeit von flächendeckenden (Schul-)Skikursen, sondern auch um die Leistbarkeit für die Massen. "Skifahren war immer ein Breitensport, jetzt ist es eigentlich ein Luxussport. Man muss sich was einfallen lassen, sonst fallen die Gäste weg."

Andreas Goldberger

Geboren am 29. November 1972

Aufgewachsen im oberösterreichischen Waldzell

Größe Erfolge: Zwei Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee, drei Siege im Gesamtweltcup, Team-Weltmeistertitel 2001, Skiflugweltmeistertitel 1996 und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Winterspielen

175 Top-Ten-Platzierungen bei Skisprungveranstaltungen von 1991 bis 2005

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 04.12.2022 um 06:55 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/skispringer-ikone-andreas-goldberger-wird-50-jahre-alt-130310827

Kommentare

Al2222

Die Kokainaffäre wird für uns Normalbürger immer ein Rätsel bleiben. Er hat sich ja gekonnt aus dieser Affäre herausgenommen. Für mich war dies sehr unglaubwürdig, aber er hatte ja wahrscheinlich einen guten Anwalt. Trotzdem alles Gute zum 50iger! Ich denke noch immer an unsere Begegnung in der 'Hell' in den 90igern.

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