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So verhalte ich mich als Autofahrer bei Unwetter

Aufgrund der Wetterlage können derzeit tagtäglich heftige Unwetter durch Salzburg ziehen und auf den Autobahnen und Schnellstraßen für Probleme und vor allem für verunsicherte Fahrzeuglenker sorgen.

Ob starker Hagel einerseits oder Stromausfall in den Tunnelanlagen andererseits: Viele Verkehrsteilnehmer stehen in derartigen Fällen dann vor der Frage: Was tun? Ganz so einfach ist diese Frage nämlich auch tatsächlich nicht immer zu beantworten, wie ASFINAG-Verkehrssicherheitsexperte Bernhard Lautner bestätigt. Im Grundsatz gilt: Sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden - vor allem nicht, um reine Vermögensschäden zu verhindern. Doch gibt es natürlich einige Grundregeln, die man bei einem Unwetter immer befolgen sollte, so Lautner:

Richtiges Verhalten bei Unwetter

Bei starkem Wind: Geschwindigkeit verringern, Abstand vergrößern, Lenkrad festhalten! Und besondere Vorsicht, wenn man aus einem Tunnel oder windgeschütztem Bereich wieder ins Freie fährt. Die Kraft des Windes wird unterschätzt: Versuche haben ergeben, dass ein normaler Pkw bei einer Seitenwindgeschwindigkeit von 72 km/h und Tempo 100 um etwa einen Meter seitlich versetzt werden kann. Bei Tempo 140 können es bereits bis zu vier Meter sein! - Bei starkem Regen: Langsam auf Sicht weiterfahren, Abstand stark vergrößern, das eigene Fahrzeug sichtbarer machen (Nebelschlussleuchte!). Lautner: "Bei einer herannahenden Gewitterfront ist es aber sicher am besten, wenn man rechtzeitig einen unserer Rastplätze oder eine Raststation aufsucht und dort abwartet. Der Zeitverlust wird durch die Stress-Ersparnis sicher aufgewogen." Ziel der ASFINAG ist es auch, alle 25 Kilometer einen modernen Rastplatz anzubieten, zusätzlich zu den insgesamt 89 Raststationen. "Wir haben bereits 34 moderne Rastplätze entlang des Autobahnnetzes, etwa 40 kommen noch hinzu", präzisiert ASFINAG-Geschäftsführer Rainer Kienreich. Die Liste findet man auf www.asfinag.at/unterwegs/rastanlagen - Bei Hagel: Auch hier gilt natürlich die Devise "langsam weiterfahren und den Abstand vergrößern". Auf Autobahnen im Tunnel oder unter Brücken zu halten, ist in der Regel nicht gestattet, sondern nur bei extremen Ausnahmesituationen wenn man sozusagen "um Leib und Leben" (und nicht nur um den Autolack) fürchten muss. Doch hier ist größte Vorsicht geboten: Nachkommende Lenker können nicht unbedingt damit rechnen, dass sich im Tunnel stehende Fahrzeuge befinden - die Gefahr eines Unfalles mit schwerwiegenden Folgen ist somit sehr hoch! Bedenken sollte man dabei auch, dass sich beim Tunnelausgang bereits eine gänzlich andere Wettersituation zeigen kann, der Hagel also längst vorbei sein könnte. - Bei einem Gewitter: Langsamer und konzentriert weiterfahren. Sich auf Blitze gedanklich "vorbereiten", um dann das Fahrzeug nicht im Schreck zu verreißen - die Fenster geschlossen halten und keinesfalls aussteigen. Lautner: "Ein Auto wirkt bekanntlich wie ein Faraday'scher Käfig. Drinnen ist man somit am besten vor einem Blitzschlag geschützt."

Der Bremsweg ist entscheidend

- Bremswegbeispiel (abhängig von guten Fahrzeug- und Lenkerbedingungen): 130 km/h -> Bremsweg bei trockener Fahrbahn: 109 Meter 130 km/h -> Anhalteweg bei trockener Fahrbahn: Minimum 169 Meter 130 km/h -> Bremsweg bei nasser Fahrbahn: 217 Meter 130 km/h -> Anhalteweg bei nasser Fahrbahn: Minimum 277 Meter (Der Anhalteweg umfasst den gesamten Bremsvorgang vom Erkennen des Hindernisses, bis zum Stillstand des Kfz) Diese Werte gelten freilich nur, wenn beispielsweise die Bremsen des Fahrzeuges intakt und die Stoßdämpfer in Ordnung sind, der Reifendruck passt und keine Überladung des Fahrzeuges gegeben ist. Eine weitere Voraussetzung ist eine reaktionsschnelle Vollbremsung. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 07:40 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/so-verhalte-ich-mich-als-autofahrer-bei-unwetter-59361892

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