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St. Peter am Hart: Drei Kleinkinder verdursten fast in Schlepper-Transporter

Das Schlepperfahrzeug von St. Peter. Pressefoto Scharinger
29.08.2015, PI Braunau, AUT, Flüchtlingskinder fast verdurstet, im Bild der Bus vor der PI Braunau wurde beschlagnamt, Pressefoto Scharinger © 2015, PhotoCredit D. Scharinger

„Es war ziemlich knapp“, meinte die Polizei, nachdem sie am Freitag in St. Peter am Hart (Bez. Braunau) drei fünf bis sechs Jahre alte Kinder aus einem Schlepper-Lkw retteten. Sie waren in akuter Lebensgefahr. Insgesamt befanden sich 26 Flüchtlinge in dem Transporter. Am Sonntag konnten die Kinder das Krankenhaus Braunau verlassen.

Drei Kleinkinder sind in Oberösterreich Freitagfrüh aus einem Schlepper-Lkw vor dem Verdursten gerettet worden. Die Polizei hatte das Fahrzeug mit insgesamt 26 Flüchtlingen in St. Peter am Hart (Bez. Braunau) entdeckt. Die Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren waren in Lebensgefahr. "Es war schon ziemlich knapp", sagte Polizeisprecher David Furtner der APA. Der Schlepper wurde festgenommen.

Kinder können Krankenhaus verlassen

Am Sonntag konnten die Kinder das Krankenhaus Braunau wieder verlassen. "Sie waren medizinisch über den Berg", sagte der behandelnde Arzt am Sonntag der APA. Die Familie hatte das Spital auf eigenen Wunsch verlassen, hieß es.

"Wir hätten sie natürlich noch dabehalten und weiterversorgt", hieß es aus dem Krankenhaus. Die Patienten mussten auf ihrer Flucht laut eigenen Angaben 20 Tage ohne richtige Nahrung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr auskommen. "Aus medizinischer Sicht bestand für die Kinder und Eltern wahrscheinlich keine Gefahr mehr", erklärte der Mediziner. Die Familie wollte weiter nach Deutschland, sie stellte keinen Asylantrag in Österreich.

Schlepper in St. Peter liefert Verfolgungsjagd

Kurz vor vier Uhr früh wurde eine Streife der Polizei Braunau auf der B148 auf das Fahrzeug aufmerksam. Der 29-jährige Schlepper aus Rumänien hatte zunächst noch versucht, der Anhaltung zu entkommen. Er drückte aufs Gas, als er das Blaulicht des Streifenwagens sah und raste davon. Doch die Beamten konnten das Fahrzeug nach einer kurzen Verfolgungsjagd stoppen.

„Kinder hätten Tortur nicht mehr lange durchgehalten“

Die 26 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Bangladesch kauerten auf engstem Raum im Laderaum des Lkw zusammen. Die Kinder, zwei fünfjährige Mädchen und ein sechsjähriger Bub, waren in dem stickigen Wagen schon in sehr schlechtem Gesundheitszustand. Durch den Wasserverlust waren sie benommen und stark dehydriert. "Sehr lange hätten sie diese Tortur laut Medizinern nicht mehr ausgehalten", sagte Furtner. Die Polizisten riefen den Notarzt. Dieser brachte die Kinder samt Eltern ins Krankenhaus Braunau, wo sie wegen starker Dehydration stationär aufgenommen wurden. Am Samstag waren die drei Kleinkinder weiterhin im Spital. "Ihr Zustand ist stabil", sagte der Polizeisprecher.

Der 29-jährige Rumäne wurde verhaftet. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ried ordnete diese die Einlieferung des Schleppers in die Justizanstalt Ried an. Die Flüchtlinge stellten keinen Asylantrag. Sie gaben in einer Erstbefragung an, dass sie nach Deutschland wollten.

(APA)

(Quelle: S24)

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