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323 Test-Ergebnisse in St. Wolfgang noch offen

Corona-Cluster wächst auf 57 Infektionen

Der Coronavirus-Cluster im Tourismusort St. Wolfgang im oberösterreichischen Salzkammergut ist auf 57 Infizierte gewachsen. Damit stieg die Zahl der positiv getesteten Personen am Sonntag um neun. Wie der Pressesprecher von Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) auf Twitter schrieb, seien inzwischen alle 628 Tests vom Samstag ausgewertet worden.

Am Sonntag wurden in St. Wolfgang weitere 419 Tests durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Abstriche sollen am Montag vorliegen.

Gemeinde St. Wolfgang sieht Infektionskette durchtrennt

Der Bürgermeister (ÖVP) und der Tourismusdirektor von St. Wolfgang, Franz Eisl und Hans Wieser, sind am Sonntagabend in einer Presseaussendung davon ausgegangen, mit der "raschen und konsequenten Reaktion" auf die ersten Coronavirus-Infektionen im Ort erfolgreich gewesen zu sein.

Beide freuten sich aber über den jüngsten Rückgang bei der Steigerung der Infektionszahlen. Mit großflächigen Testungen habe man die infizierten Personen schnell gefunden und die Infektionskette durchtrennt. Die Testreihe in St. Wolfgang sei einer der umfangreichsten gewesen, die bisher in einem räumlich so eng begrenzten Gebiet durchgeführt wurden. Man habe dazu die Verdachts-Tests durch die oberösterreichischen Gesundheitsbehörden mit den freiwilligen Tests des Tourismusministeriums kombiniert.

"Das erklärte Ziel ist es, alle Betriebe in St. Wolfgang über den Sommer regelmäßig durchzutesten, um so eine optimale Sicherheitslage zu gewährleisten", teilten Eisl und Wieser mit.

Tourismus-Region will Urlauber kontaktieren

Darüber hinaus sei am Sonntag beschlossen worden, alle Gäste aus den betroffenen Betrieben noch einmal zu kontaktieren, die seit dem 15. Juli in St. Wolfgang zu Gast waren. In der Tourismusinformation wurde zudem eine Hotline für Gäste eingerichtet (06138/8003). Sie steht auch jenen Anrufern zur Verfügung, die einen Aufenthalt in St. Wolfgang geplant haben.

Sowohl der Bürgermeister wie der Tourismusdirektor verteidigten in ihrem Schreiben auch die infizierten Praktikantinnen und Praktikanten. Die zum überwiegenden Teil sehr jungen Menschen seien hier unverschuldet und völlig überraschend in eine sehr unangenehme Situation gekommen.

(Quelle: APA)

Cluster in St. Wolfgang ist "Herausforderung"

20200630_PD0905.HR.jpg APA/REGINA AIGNER/Archiv
Laut Anschober  können derzeit die regionalen Ausbrüche mit regionalen Maßnahmen eingegrenzt werden.

Der Infektions-Cluster, der sich im Salzkammergut um den Touristenort St. Wolfgang gebildet hat, stelle "eine besondere Herausforderung dar", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntag. Sein Ressort und die Landesbehörden würden sich bei der Vorgehensweise intensiv abstimmen. Die nächsten Wochen sieht er als eine "Phase der Weichenstellung" in der Corona-Krise.

"Es war klar, dass nach zehn Öffnungsschritten, den Grenzöffnungen und dem Start der Tourismussaison das Risiko steigen wird und verstärkt regionale Clusterbildungen eintreten werden", so Anschober. "Hier liegt es in dieser 3. Phase der Pandemie an den regionalen Gesundheitsbehörden, auf Basis der Vorgaben des Gesundheitsministeriums bei Testanzahl und Testdauer sowie beim Kontaktpersonenmanagement sehr konsequent und rasch diese Clusterbildungen einzugrenzen." 

Neuinfektionen in allen Bundesländern 

Mit der schrittweisen Verschärfung der Einreisebestimmungen und der Ausdehnung der Maskenpflicht sei auf die Erhöhung des Risikos reagiert worden. Jetzt gehe es darum, "eine stabile Situation zu erhalten und jede sprunghafte Erhöhung der Zahlen zu vermeiden". Auffällig sei international und auch in Österreich, "dass immer mehr junge Menschen betroffen sind und auch zunehmend Menschen in schwierigen sozialen Lebenssituationen". 

Erstmals seit Wochen waren in Österreich in den vergangenen 24 Stunden alle Bundesländer von Neuinfektionen betroffen (wir haben berichtet). Insgesamt 134 Neuinfektionen standen 85 Neugenesenen gegenüber. Erfreulich sei, dass dennoch die Zahl der Erkrankten in Spitalsbehandlung stabil bleibt, wie auch die Anzahl der Intensivpatienten. Der Reproduktionsfaktor liege aktuell in Österreich bei 1,13. 

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