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Zehn Betriebe betroffen

Corona-Fälle in St. Wolfgang steigen

Covid-19 erreicht Salzkammergut-Tourismus

In Oberösterreich hat das Coronavirus den Tourismus erreicht. Im Salzkammergut-Ort St. Wolfgang (Bez. Gmunden) wurden bis Freitagnachmittag 16 Mitarbeiter von acht Tourismusbetrieben positiv getestet. Bei allen handelt es sich um Praktikanten, wie der Krisenstab des Landes mitteilte. Sie sind in Quarantäne. Weitere Tests laufen.

Bereits am Dienstag hatte eine Hotelmitarbeiterin Corona-Symptome gezeigt. Sie wurde noch am selben Tag positiv getestet. In weiterer Folge gab es insgesamt acht positive Tests, wie am Freitag bekannt wurde. Betroffen waren zunächst zwei Vier-Sterne-Hotels, in denen insgesamt acht Mitarbeiter infiziert sind. Zudem wurde eine Warnung für zwei Lokale im Ort ausgesprochen, dort hatten sich welche von ihnen aufgehalten.

Corona-Infektionen in zehn Tourismusbetrieben

Freitagnachmittag stieg die Zahl der positiv Getesteten dann auf 16. In sechs anderen Betrieben waren insgesamt acht weitere Mitarbeiter - wie in den ersten Fällen ebenfalls Praktikanten - infiziert. In allen betroffenen Betrieben waren die Tests des Personals im Laufen, ebenso das Kontaktpersonen-Management. Gäste, die sich testen lassen möchten, können sich bei der Rot-Kreuz-Ortsstelle St. Wolfgang melden, informierte der Krisenstab des Landes Oberösterreich.

Laut den betroffenen Hotels wurden die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten. Es sei ein Mund-Nasen-Schutz getragen und so gut wie möglich der Abstand gewahrt worden. Man gehe davon aus, dass das Infektionsrisiko für Tages- und Hotelgäste als gering einzustufen sei.

Derzeit keine Schließungen in St. Wolfgang angedacht

Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) zeigte sich im Gespräch mit der APA überzeugt, dass man die Situation gut im Griff habe. Er rufe aber alle auf, sich an die Abstandsregeln zu halten. Es sei klar, dass es immer wieder Fälle gebe, wenn viel los sei. Aber man teste viel, "Prävention ist jedes Geld wert". Einen Imageschaden sieht er bisher nicht. "Wir müssen von der Stigmatisierung wegkommen. Niemand ist schuld, der sich angesteckt hat oder der jemanden anderen angesteckt hat."

Schließungen standen vorerst offenbar nicht im Raum. Oberösterreich habe bisher bewiesen, dass konsequent vorgegangen wird, betonte auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien als Antwort auf die Journalistenfrage, ob Schließungen von Hotels nun notwendig seien. Mit LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) habe er bereits gesprochen, das weitere Vorgehen sei ohnehin über das Kontaktpersonen-Management geregelt.

Oberösterreich ein Land der "exzellenten Praxis"

Daniela Schmid, Leiterin der Abteilung Surveillance und Infektionsepidemiologie der AGES, betonte, dass sich Oberösterreich beim Umgang mit dem Coronavirus bisher als ein Land der "exzellenten Praxis" hervorgehoben habe. Als "ein Paradebeispiel" bezeichnete sie den Austausch mit den dortigen Behörden, der täglich erfolge. "Die Information erfolgt fast in Echtzeit und ein wichtiger Indikator, der Anteil der abgeklärten Fälle, liegt in Oberösterreich bei 75 Prozent und ist somit sehr hoch", lobte Schmid.

(Quelle: APA)

In St. Wolfgang "Alarmismus fehl am Platz"

St. Wolfgang, Coronavirus APA/BARBARA GINDL
In St. Wolfgang gibt es in mehreren Tourismusbetrieben Coronavirus-Infektionen.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat am Freitag zu den Corona-Fällen in St. Wolfgang betont, dass die Nachverfolgung der Betroffenen funktioniert hat und die Infizierten rasch isoliert wurden. Es würde sich zeigen, dass die Ansteckungen nicht im Hotel, sondern im Freizeitbereich der Mitarbeiter stattgefunden hätten. "Alarmismus ist jetzt fehl am Platz", sagte sie im Ö1-Mittagsjournal.

Sie beobachte aber auch mit Sorge die steigenden Infektionszahlen. Ziel sei es, die Infektionsketten zu durchbrechen, dafür werde intensiv getestet. Dass in vier Wochen nur 14.000 Abstriche genommen wurden, obwohl das ursprüngliche Ziel lautete, bis zu 65.000 Tests in der Woche durchzuführen, sei nicht zufriedenstellend. Köstinger setzt hier auf ein gestiegenes Problembewusstsein und mehr Aufklärung. Weiters würden die Registrierungen täglich steigen und die Testungen laufend mehr, so das Ministerium zur APA.

SPÖ fordert Test-Verantwortung im Gesundheitsministerium

SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher forderte heute, dass die Verantwortung für die Tests in das Gesundheitsministerium wandern soll. "Wir haben immer gewarnt, dass die Teststrategie im Tourismus nicht bei Ministerin Köstinger liegen darf. Die realen Testungen sind meilenweit vom versprochenen Ziel entfernt. Eine umfassende Teststrategie hätte von den Profis im Gesundheitsministerium ausgearbeitet werden sollen", so Kucher.

Auf Anfrage betonte das Ministerium einmal mehr, dass es für die Beauftragung der Beratungsagentur McKinsey im Zuge der Testaktionen im Tourismus - die Rede ist von 200.000 Euro wöchentlich - keine Geldflüsse aus dem Ministerium gegeben hat.

Corona-Verschärfungen "derzeit nicht angedacht"

Bundesweite Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen sind laut Tourismusministerium "derzeit nicht angedacht". Die Lage werde täglich neu bewertet. Einzelne Bundesländer, wie Kärnten, würden bereits Maßnahmen setzen.

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