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Stier "Ernst" soll ausgerissene Kuh "Yvonne" in Bayern anlocken

Seit Ende Mai versteckt sich die ausgebüxte Kuh "Yvonne" im Wald im bayerischen Landkreis Mühldorf, alle Fangversuche sind bisher gescheitert. Nun soll der sechsjährige Stier "Ernst" der Ausreißerin schöne Augen machen und sie in seine Nähe locken.

Der Stier wird allerdings erst dann als Köder eingesetzt, wenn sich Yvonne die nächsten zwei bis drei Tage weiterhin erfolgreich versteckt. Nach dem hektischen Treiben im Wald soll sich die Lage erst einmal beruhigen. "Es sind jetzt nur zwei Beobachter am Tag und zwei in der Nacht vor Ort", schilderte Britta Freitag vom Gut Aiderbichl in Salzburg am Montag.

Alle wartet auf Yvonne

"Die anderen, die im Hotel warten, können jederzeit ausrücken." Auch ein Tierarzt sei mit seinem Betäubungsgewehr innerhalb weniger Minuten zur Stelle. Die Hoffnung besteht auch nach wie vor, dass "Leckerbissen" wie Silage und Hafer das scheue Rind in einen aufgebauten "Behandlungsstand" locken. Wenn es seinen Kopf durch die Raufe steckt, schnappt ein Bügel über dem Hals zu.

Auch am Wochenende konnte Yvonne nicht eingefangen werden

Dieses Szenario bleibt vorerst ein Wunschtraum. Am Wochenende hatten sich rund 80 Helfer vergeblich bemüht, Yvonne aufzustöbern. Sie rannte während der Nacht zwar vor ein Zielfernrohr, doch wegen der Dunkelheit konnte der Betäuber keinen gezielten Schuss abgeben. Ihre Schwester Waltraud mit Kälbchen Waldi wurden gestern, Sonntag, wieder aus dem Wald gebracht. Die beiden hatten erfolglos als "Lockvögel" gedient. Yvonne ließ sich schon seit zwei Tagen nicht mehr in ihrer Nähe blicken. "Es hat auch stark geregnet. Das Kalb ist ja erst fünf Wochen alt. Wir möchten kein Risiko eingehen", erklärte die Aiderbichl-Mitarbeiterin.

Wann Stier zum Einsatz kommt, ist noch nicht bekannt

Zu welchem genauen Zeitpunkt der Stier nun zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. "Er ist sehr ruhig. Es ist kein Problem, ihn durch den Wald zu führen", sagte Britta Freitag. Ernst kann auch in dem Gehege, in dem sich zuletzt Waltraud und Waldi aufhielten, auf die eigenwillige Dame warten. Die Erwartungen sind groß, dass er auf mehr Interesse stößt als die zwei Kühe in der Koppel und die "Leckerbissen" im Futtertrog.

Yvonne gehörte ursprünglich einem Bauern in Österreich, der die Kuh aber nach Bayern verkaufte. Dort sollte sie gemästet und dann geschlachtet werden. Als ob sie ihr Schicksal ahnen konnte, ist sie am 24. Mai von einer Weide entwischt. Als Yvonne dann vor ein Polizeiauto rannte, wurde sie zum Sicherheitsrisiko erklärt und zum Abschuss freigegeben. Das Gut Aiderbichl kaufte dem Bauern das Tier ab, um ihm eine neue Heimat zu geben. Yvonne wurde inzwischen in Deutschland als "die Kuh, die ein Reh sein will" zum medialen Star. (APA)

(Quelle: S24)

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