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Tauchunfälle im Attersee - Land setzt auf Selbstverantwortung

In den vergangenen 13 Jahren kamen im Attersee über 20 Menschen ums Leben. Das Land Oberösterreich appelliert deshalb an die Selbstverantwortung der Taucher.

 Die "schwarze Brücke" oder "schwarze Wand" ist ein berühmt-berüchtigter Tauchplatz im Attersee im Bezirk Vöcklabruck. Eine bis auf 120 Meter Tiefe senkrecht abfallende Steilwand lockt europaweit Sportler an. Oft treibt Selbstüberschätzung sie in den Tod. In den vergangenen 13 Jahren kamen dort über 20 Menschen ums Leben. Das Land Oberösterreich habe schon mehrfach die Einführung von Kontrollen geprüft, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Max Hiegelsberger (V) am Montag zur APA.

Land Oberösterreich setzt auf Information

Doch Umsetzung und Kontrolle von Auflagen seien nicht einfach. Man appelliere deshalb an die Selbstverantwortung der Taucher. "Derzeit will man weiteren Unfällen vorbeugen, indem man auf Information setzt", so das Büro des Landesrates. Seit zwei Jahren werde das ausgebaut. Kleine Kreuze seien durch ein 1,90 Meter großes Mahnmal ersetzt und die Einstiegsstelle erneuert worden. Informationstafeln warnen vor der Gefahr.

Bereits drei Tote im Jahr 2011

Das Tauchrevier, das seinen Namen von einer nahe gelegenen Brücke hat, ist wegen seines speziellen Lichteinfalls besonders beliebt, gilt aber als äußerst anspruchsvoll. Die Steilwand habe auf etwa 50 Metern Tiefe ein Plateau, dann falle sie weiter ab. Das reize viele Sportler. Die Opferzahlen seien unterschiedlich, heuer fanden drei Menschen den Tod im See, im Vorjahr keiner, in einem Jahr seien es aber schon einmal acht gewesen, berichtete der Landesleiter der Wasserrettung, Josef Leichtfried.

Finanzielle Belastung für Wasserrettung

Die Wasserrettung habe noch nie etwas für die Bergungen verlangt, diese seien aber sehr wohl eine finanzielle Belastung. "Es war einmal angedacht, dass Bürgermeister und Tourismusverband eine Versicherung abschließen, aber das ist im Sande verlaufen", so Leichtfried. Sehr viele Unfälle würden aufgrund der Tiefe passieren, die beiden zuletzt Geborgenen seien aber auf etwa 30 Metern, also normaler Höhe, verunglückt. "Taucher haben ja eine Ausbildung, die meisten Unfälle passieren aus Selbstüberschätzung", erklärte Leichtfried. Die oberösterreichische Wasserrettung verfüge über etwa 50 Einsatztaucher, die gemeinsam mit jenen der Feuerwehr und Cobra die Bergungen vornehmen. (APA)
(Quelle: S24)

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