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Demo am Sonntag

Tiroler Krampusse warnen vor "Brauchtumsvernichtung"

Polizei rüstet sich

symb_krampus Pixabay
Krampusse in Tirol kündigen für Sonntag eine Demonstration an. Sie sehen durch die Corona-Maßnahmen ihr Brauchtum vernichtet. (SYMBOLBILD)

Die Tiroler Krampusse wollen am Sonntag gegen die "Brauchtumsvernichtung" - etwa durch die Absage von Perchtenläufen aufgrund geltender Corona-Maßnahmen - demonstrieren. Die Polizei rüstet sich.

Wie die "Tiroler Tageszeitung" (Mittwochsausgabe) berichtete, werden sie dabei vom "Team Tirol", einer Gruppierung, die in Innsbruck in Demos gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung involviert war, unterstützt. Brauchtumsvereine verwiesen auf fehlende Einnahmen.

 

"Existenzbedrohende Verhältnisse"

Demo-Veranstalterin Sarah Haslacher, selbst Mitglied bei "Team Tirol", verwies gegenüber der "TT" auf die Tatsache, dass es schon das zweite Jahr in Folge keine Perchten-Läufe und Nikolausumzüge gebe: "Niemand kann sagen, ob das nächstes Jahr anders wird. Es gibt kleine Kinder, die gar nie lernen, was dieses Brauchtum bedeutet", unterstrich Haslacher. Der Obmann jenes Perchtenvereins aus dem Bezirk Kufstein, der den Demo-Aufruf gestartet hatte, sprach hingegen von "existenzbedrohenden Verhältnissen".

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Gepostet von Team Tirol am Montag, 29. November 2021

150 Teilnehmer zur Krampus-Demo gemeldet

150 Teilnehmer seien angemeldet, hieß es vonseiten der Behörden. Das "Team Tirol" forderte sie auf, in "Brauchtumsgewand" zu kommen, stellte aber klar, dass es sich um keinen Umzug handle. Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer verwies auf das Vermummungsverbot. Das Versammlungsrecht gelte grundsätzlich auch in der Pandemie, jedoch unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen, mahnte er. Die einzigen Masken, die die Perchten also tragen dürfen, sind vom Typ FFP2.

Polizei mit "ausreichend Einsatzkräften" vor Ort

Die Bundespolizei werde mit "ausreichend Einsatzkräften vor Ort" dabei sein und mögliche Übertretungen "nach einmaliger Abmahnung - Dialog vor Strafe - ahnden", sagte Bezirkspolizeikommandantin Astrid Mair.

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (Die Parteifreien) hatte mit der Demo "keine Freude". Er sei ein Freund von Brauchtum, aber mit so einer "Großveranstaltung torpedieren sie ihr eigenes Anliegen, indem sie dafür sorgen, dass die Pandemie nie endet", fand Krumschnabel.

(Quelle: APA)

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