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Trio wegen 89 Schuleinbrüchen in Salzburg vor Gericht

Im November musste der Prozess vertagt werden. Neumayr/Archiv
Im November musste der Prozess vertagt werden.

Der Prozess gegen drei junge Männer in Salzburg hat am Mittwochnachmittag mit Schuldsprüchen geendet.  Sie hatten bei 89 Einbrüchen in Schulen in Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark rund 95.000 Euro erbeutet und mehr als 100.000 Euro Schaden angerichtet.

Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Bettina Maxones-Kurkowski verurteilte das Trio wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls zu teilbedingten Haftstrafen. Dem 23-jährigen Hauptbeschuldigten wurden 88 Einbrüche zugeordnet. Er erhielt drei Jahre teilbedingte Haft, davon ein Jahr unbedingt.

Prozess im November vertagt

Der ebenfalls 23 Jahre alte Zweitangeklagte wurde wegen 25 Fakten zu 18 Monaten teilbedingter Haft verurteilt, drei Monate davon muss er tatsächlich im Gefängnis absitzen. Der 22-jährige Drittangeklagte bekam die geringste Strafe: 15 Monate teilbedingt, davon ein Monat unbedingt. Ihm wurden 17 Einbrüche angelastet. Die Urteile sind wegen erbetener Bedenkzeit noch nicht rechtskräftig.

Der Prozess gegen das Trio musste Anfang November schon einmal vertagt werden. Grund: Alle drei Laienrichter waren Lehrer, die an Schulen arbeiten, in denen eingebrochen wurde. Nun wurden neue Schöffen gefunden.

Geständnis: Ein Einbruch pro Woche

"Wie kommt man auf die Idee, in Schulen einzubrechen?", fragte die Vorsitzende des Schöffensenates, Richterin Bettina Maxones-Kurkowski, den Erstangeklagten.

"Ich habe das Risiko gering eingeschätzt. Zu 80 Prozent haben sie keine Alarmanlagen gehabt", antwortete der 23-Jährige, der 87 Fakten eingestand. Allein im Jahr 2013 wurden 60 Einbrüche und damit mindestens einer pro Woche verübt. "Ich hatte 60.000 Euro an Spielschulden, ich brauchte unbedingt Geld", begründete der Salzburger die Häufung an Fakten.

"Habe geschnallt, dass es nicht richtig war"

Der Einbruchsschaden war enorm. Fenster und Türen wurden aufgebrochen oder kaputt geschlagen, Notausgänge ausgehebelt. Sämtliche Türschlösser mussten ausgetauscht werden. Erst in der U-Haft machte sich der Hauptbeschuldigte (Verteidigerin Alexandra Knapp) Gedanken über sein kriminelles Verhalten. "Da habe ich geschnallt, das es nicht richtig war." Er gab gegenüber den Behörden eine "Lebensbeichte" ab und trug damit wesentlich zur Aufklärung bei. Denn nur in neun Fällen kam es zu einem DNA-Treffer. Der nunmehrige Student steckte 60 Prozent der aus Konferenz-, Sekretariats- und Direktorenzimmern erbeuteten Geldbeträge ein. Seine Kumpanen erhielten 40 Prozent.

Trio nie zu dritt bei Einbrüchen unterwegs

Die zwei Mitangeklagten haben sich an einigen Einbrüchen des Erstangeklagten beteiligt. Staatsanwalt Robert Holzleitner warf einem 23-jährigen Salzburger Kochlehrling 60 Fakten und einem 22-jährigen bosnischen Wettbüromitarbeiter, der ebenfalls Spielschulden hatte, 27 Fakten vor. Grundsätzlich bekannten sich die beiden zu den Taten. Die vorgeworfene Anzahl sei aber zu hoch, sagten ihre Anwälte. "Die Lebensbeichte des Erstangeklagten ist aus der Sicht meines Mandanten zu überschießend", meinte der Verteidiger des Kochlehrlings, Raimund Danner. "Er war bei 20 Einbrüchen dabei. Vielleicht wurde etwas falsch zugeordnet."

Der Verteidiger des Wettbüromitarbeiters, Leopold Hirsch, schränkte die von seinem Mandanten begangenen Einbrüche auf zehn ein. "Er war aber nicht der, der die Schulen ausgesucht hat. Und zu dritt waren sie nie unterwegs."  (APA)

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(Quelle: S24)

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