Jetzt Live
Startseite Grenznah
Grenznah

Umstrittener Pfarrer aus Kopfing nun drei Wochen im Krankenstand

Der umstrittene konservative Pfarradministrator von Kopfing (Bezirk Schärding), Andrzej Skoblicki, wird sein Amt zumindest in den kommenden drei Wochen nicht ausüben.

Er befinde sich im Krankenstand, teilte die Diözese Linz am Freitag mit.

Der umstrittene konservative Pfarradministrator von Kopfing (Bezirk Schärding), Andrzej Skoblicki, wird sein Amt zumindest in den kommenden drei Wochen nicht ausüben. Er befinde sich im Krankenstand, teilte die Diözese Linz am Freitag mit. Die von konservativen katholischen Kreisen betriebene Internetzeitung kath.net berichtete, dass der Geistliche bösartige Anrufe und Briefe und sogar Morddrohungen bekommen habe. Der polnische Geistliche habe wissen lassen, dass seine Gesundheit aufgrund der Ereignisse der vergangenen Wochen so sehr gelitten habe, dass er für mindestens drei Wochen vom zuständigen Arzt krankgeschrieben worden sei, so die Diözese in einer Presseaussendung. Das Bischöfliche Ordinariat werde für diese Zeit für priesterliche Aushilfe in Kopfing sorgen und führe dazu derzeit Gespräche mit möglichen Kandidaten. Gegenüber kath.net bestätigte Skoblicki seinen Krankenstand. "Ich konnte nicht arbeiten, von morgen bis Abend gab es nur noch Intrige. Jetzt müssen sich die Verantwortlichen überlegen, wie es weitergehen sollt", wird er zitiert.

Bischof hat "umdisponiert"

Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz hat bei einer Begegnung mit Journalisten Donnerstagabend in Linz erneut zu dem Konflikt um den als konservativ geltenden, umstrittenen polnischen Pfarrer von Kopfing, Andreas Skoblicki Stellung genommen. Er habe "umdisponiert" als er die angekündigte Entpflichtung des Pfarradministrators kurz danach wieder zurückgenommen hat, erklärte er anlässlich eines Empfanges in der Betriebsseelsorge am Standort der voestalpine.   Der Bischof wies darauf hin, dass der bereits vorgesehene Nachfolger von Skoblicki letztlich nicht bereit gewesen sei, nach Kopfing zu gehen. "Das ist in jedem Betrieb so: Wenn der geplante Weg nicht möglich ist, muss man umdisponieren", begründete Schwarz sein Vorgehen. Er sehe aber auch auf beiden Seiten den Willen, einen guten Weg zueinander zu finden. Es müssten Schritte getan werden, das Gemeinsame und den Frieden zu erreichen. Als Getaufte könne man nicht in Zwist und Streit verharren, sondern müsse vielmehr alles tun, um die Einheit zu leben. Der Geistliche habe am vergangenen Sonntag um Verzeihung gebeten und angekündigt ebenso allen zu verzeihen, die ihn gekränkt haben. Der Bischof stellte fest, dass er den Pfarrer bedauere. Der Geistliche habe ihm von zahlreichen bösartigen Anrufen und Briefen berichtet, in denen sogar Drohungen ausgesprochen worden seien. Das sei Mobbing. Die Diözese werde nach Kräften mithelfen, für die bestehende Konfliktsituation eine möglichst gute Lösung zu finden. Schwarz erachtet eine von allen Seiten akzeptierte Begleitung der Pfarre von außen als einen hilfreichen Schritt. Er glaubt nicht, dass der Konflikt auf andere Pfarren oder die Diözese übergreifen werde.

Eltern planen Boykott zur Erstkommunion 2012

Unklar ist, wie es im Zusammenhang es um einen angekündigten Boykott der Erstkommunion im kommenden Jahr steht. Während anfangs die Rede davon war, dass die Eltern aller neun infrage kommenden Kinder in eine andere Pfarre ausweichen wollen, könnte nach jüngsten Medienberichten nur ein Teil derartige Überlegungen anstellen. Schwarz ging in Linz auch auf den Aufruf zum Ungehorsam der Pfarrerinitiative ein. Das "tut weh", sagte er. Die Themen müsse man allerdings ernst nehmen. Auch die Bischofskonferenz in einem Monat in Salzburg werde sich damit befassen. Doch müsse man zwischen veränderbaren und unveränderbaren Dingen unterschieden. Zu überlegen sei auch, dass einzelne Themen eine "selektive Wahrnehmung der Situation der Kirche in Österreich" seien. Doch sei diese ein Teil der Gesamtkirche. Die Identität und die Einheit der Kirche seien gefährdet, wenn man in einem Punkt vorpresche. Der Zölibat sei nicht Angelegenheit nur einer Region oder einer Diözese. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 05.03.2021 um 09:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/umstrittener-pfarrer-aus-kopfing-nun-drei-wochen-im-krankenstand-59274673

Kommentare

Mehr zum Thema