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Waisen im Wald

Wildtier-Babys brauchen Hilfe

Wildtierbaby Pfotenhilfe/Sonja
Die Wildtierbabys werden von Hand aufgezogen, sie haben keine Tier-Familie mehr.

In letzter Zeit geraten immer mehr Wildtier-Babys in Not. Die Pfotenhilfe in Lochen (Bez. Braunau am Inn) hat schon dutzende Waisen aufgenommen, das jetzige nasskalte Wetter wird die Situation noch verschärfen, warnt Geschäftsführerin Johann Stadler. Das ist zu tun, wenn ihr ein Wildtierbaby ohne Familie entdeckt.

Unter den Wildtierwaisen sind Feldhasen, Eichhörnchen, Marder, Singvögel, Krähen, Tauben und Waldkäuze. „Anders als die meisten Säugetiere, lässt die Hasenmutter ihre Babys unbeaufsichtigt und kehrt erst viele Stunden später zurück, um sie zu säugen. Die Kleinen sind in dieser Zeit auf sich alleine gestellt und verhalten sich ganz ruhig. Spaziergänger finden die vermeintlich hilflos zurückgelassenen Wildtiere und glauben oft, sie retten zu müssen“, erklärt Stadler. "In diesem Moment wird eine Familie auseinandergerissen, die keine Hilfe gebraucht hätte. Die Mutter beginnt aufgeregt nach ihren Kindern zu suchen, während diese in unerfahrener Menschenhand kurze Zeit später sterben, oder in einer Wildtierauffangstation wie dem Tierschutzhof Pfotenhilfe von erfahrenen Pflegern rund um die Uhr aufwändig versorgt werden müssen um zu überleben."

Die Pfotenhilfe rät daher die Finger von übereilten Tierrettungen zu lassen und vor dem Angreifen eines Wildtieres erfahrene Wildtierstationen wie die Pfotenhilfe anzurufen, wo man sich informieren kann, ob ein aufgefundenes Tier Hilfe benötigt. „Bringt meine Katze oder mein Hund ein Feldhasenbaby nach Hause, braucht dieses aber auf jeden Fall Hilfe, weil es nicht nur entführt wurde sondern wahrscheinlich auch zumindest innere Verletzungen hat", betont Stadler.

Hilfe für Eichhörnchenbabys

Auch bei den vielen Singvögeln ist guter Rat gefragt. So leben die Küken von Bodenbrütern wie der Amsel nicht auf Bäumen und brauchen daher keine Hilfe, wenn sie im Garten herumhüpfen. "Ein am Boden liegendes, schreiendes Eichhörnchenkind oder ein komplettes Eichhörnchennest hingegen braucht sofortige Hilfe, weil es wahrscheinlich aufgrund eines Sturms oder Baumschneidearbeiten auf den Boden gefallen ist. Die Mutter kehrt in solchen Fällen nicht zurück“, erläutert Stadler.

Hilfreich ist ganzjährig Futter auszulegen, weil viele Tiere nicht mehr genug finden. Es liegt aber auch an jedem Gartenbesitzer seinen Garten etwas natürlicher zu gestalten: Sträucher erst nach der Brutsaison zu schneiden, Bäume nicht im Frühjahr zu fällen und auch Wildgehölzhecken zu pflanzen, die Vögeln und Kleinsäugern als Versteck, Kindergarten und Nahrungsquelle dienen. Und eine Handvoll Blumensamen ist genauso wichtig, wie der Verzicht auf chemische Spritzmittel und Dünger.

Die Wildtierhotline: 0677/614 25 226.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 26.05.2019 um 07:07 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/grenznah/wildtier-babys-brauchen-hilfe-69554395

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