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Apotheker im Interview

So steht es um die Grippe-Impfung in Salzburg

Wer zur Influenza-Risikogruppe gehört

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Höhepunkt der Grippezeit in Salzburg ist Ende Jänner, Anfang Februar. (SYMBOLBILD)

In der Vergangenheit war die Impfbereitschaft zur Influenza in Salzburg eher gering und überschaubar. Doch Corona änderte bekanntlich alles. Nach Berichten über knapp gewordene Impfstoff-Kontingente in Kärnten haben wir uns mit Wolfgang Lanner von der Apothekerkammer über die aktuelle Lage in Salzburg unterhalten. Es werde jedenfalls kein Engpass erwartet, versichert der Apotheker im SALZBURG24-Interview.

Die Virusgrippe der Influenza ist eine hochansteckende Erkrankung, bei der ein schwerer Verlauf auftreten kann. Influenza-Tote gibt es in Österreich durchschnittlich 1.300 pro Jahr. Hierzulande wird das Impfstoff-Management von den Apotheken geregelt – fast 100 gibt es davon im Land Salzburg. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 750.000 Influenza-Impfungen verkauft, was rund 8,5 Prozent der Bevölkerung entspricht.

 

Wolfgang Lanner führt die Apotheke zum Goldenen Engel in Neumarkt am Wallersee (Flachgau). Seit mehr als drei Jahren ist er Vizepräsident der Salzburger Apothekerkammer.

SALZBURG24: Wann beginnt die Grippe-Saison in Salzburg?

WOLFGANG LANNER: Wir sind noch recht früh dran, denn die ersten Fälle treten Ende Dezember bei uns auf. Höhepunkt der Grippezeit ist Ende Jänner, Anfang Februar. Geimpft wird aber jetzt schon. Auch wenn die Bereitschaft zur Grippeimpfung in den letzten Jahren gesunken und jetzt – natürlich auch wegen Corona – eine erhöhte Nachfrage festzustellen ist, möchte ich festhalten, dass diese Impfung wichtig und wirksam ist.

Was sind die typischen Symptome einer Influenza und welche Folgen können auftreten?

Das Grippevirus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Symptomatik ist unterschiedlich, wobei der Erkrankungsverlauf von der Virenmenge sowie den Eigenschaften des Virustypen und der erkrankten Person abhängt. Typisch ist ein starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Muskelschmerzen, bohrende Kopfschmerzen, starke Halsschmerzen und oft schmerzhafter Husten. Andere Krankheitsverläufe gehen mit starkem Schnupfen oder Durchfall, Übelkeit und Erbrechen einher.

Mögliche Krankheitsfolgen sind Bronchitiden, Mittelohr-, Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen, Nierenentzündungen, Lungen-, Rippenfell- und Herzmuskelentzündungen bis hin zum Herz-Kreislauf-Versagen und Tod.

Wie hat sich das Land Salzburg auf die Grippesaison vorbereitet?

Rund 22.000 Impfdosen wurden in Salzburg bereits verkauft. Wegen der aktuell erhöhten Nachfrage kommen 8.000 weitere Anfang Dezember und das Land hat für den Jänner schon nachgeordert. Einen Engpass wird es in Salzburg also nicht geben, wir sind für die Grippesaison gut gerüstet. Wichtig ist – wie schon bei den Masken im Frühjahr – Geduld zu bewahren. Jeder, der sich impfen lassen möchte, bekommt auch die Möglichkeit dazu.

Wer sollte sich gegen die Influenza impfen lassen – und warum?

Der Krankheitsverlauf einer Influenza ist nicht lustig. Grundsätzlich haben Menschen, die über 60 Jahre alt sind, ein erhöhtes Risiko, dass die Erkrankung zu Komplikationen wie Lungenentzündungen führt, die lebensbedrohlich verlaufen können. Zu Risikopatienten gehören Personen mit Lungen- und Herzkrankheiten, aber auch Dialyse-Patienten. Dazu zählen auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden, wie z. B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten und Stoffwechselkrankheiten.

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Wolfgang Lanner leitet eine Apotheke in Neumarkt und ist Vizepräsident der Salzburger Apothekerkammer.

Gegen die Grippe impfen lassen sollten sich auch Beschäftigte in Schlüsselpositionen, also etwa Personal in medizinischen Einrichtungen und der Pflege. Nach der Impfung dauert es bis zu zwei Wochen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat.

Wie treffsicher ist eine solche Impfung?

Jeder Mensch reagiert anders auf das Virus. Die einen können besser mit Viren umgehen, die anderen weniger gut. In der Regel hat die Impfung eine gute Wirksamkeit. Weil das Virus sehr anpassungsfähig ist und mutieren kann, beobachten Experten der Impfstoffhersteller ständig die aktuelle Entwicklung der unterschiedlichen Virusstämme und passen den Impfstoff entsprechend an. Das Vakzin ist wirksam gegen insgesamt vier Virusstämme.

Was kostet die Influenza-Impfung?

Der reguläre Preis in den Apotheken beträgt etwa 24 Euro. Es gibt bis Jahresende auch Aktions-Impfstoffe, die 16,90 Euro kosten. Jeder kann sich für ein Influenza-Vakzin in einer Apotheke anmelden. Der Betrieb regelt dann die weitere Vorgehensweise und Logistik. Heuer ist die Influenza-Impfung für Kinder übrigens erstmals kostenfrei, 23.000 nasale Impfstoffe stehen dafür im Bundesland zur Verfügung. Und auch für Salzburgs Seniorenwohnhäuser und Pflegeheime sind ausreichend Impfdosen für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal reserviert worden.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Quelle: SALZBURG24)

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