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Corona trifft Brauchtum

Große Krampusläufe in Salzburg vor Absage

Schwierige Covid-Auflagen für Veranstalter

Schaurige Gestalten in aufwendig geschnitzten Masken werden heuer nicht in gewohntem Ausmaß durch Salzburg ziehen: Die Corona-Verordnungen treffen das Krampus-Brauchtum schwer. Größere Veranstaltungen wie die Läufe in Gnigl, Maxglan (beide Stadt Salzburg), St. Johann und St. Martin/Tennengebirge (beide Pongau) stehen vor einer Absage.

Sankt Martin am Tennengebirge, Sankt Johann im Pongau, Salzburg

Bis zu 15.000 Zuschauer zählt der große Krampuslauf in Maxglan in der Stadt Salzburg jährlich, heuer wird die Veranstaltung „vermutlich ins Wasser fallen“, berichtet Veranstalter Adolf Sedetka im Gespräch mit SALZBURG24. „Wir würden die Corona-Auflagen nicht gewährleisten können“. Mit einer endgültigen Entscheidung warte man noch bis Mitte oder Ende September zu, ob sich bis dahin die Auflagen doch noch ändern.

Die Maskenausstellung der Maxglaner Teufeln & Perchten findet statt, sollte eine Gruppe Interesse haben und bei uns...

Gepostet von Maxglaner Teufeln und Perchten am Samstag, 15. August 2020

Immerhin soll die Maskenausstellung in der Pfarre Maxglan am 24. und 25. Oktober wie gewohnt stattfinden, verkündet Sedetka, der auch Obmann der Maxglaner Teufeln ist: „Hier können wir die Auflagen erfüllen.“

Schlechte Vorzeichen für Lauf in Gnigl

Nicht minder prominent ist der Krampuslauf im Salzburger Stadtteil Gnigl, der jährlich Besucher aus ganz Österreich, Deutschland oder auch Tschechien anlockt, wie Veranstalter Hannes Brugger berichtet. Doch auch für den Gnigler Krampuslauf sehen die Vorzeichen ähnlich schlecht aus: „Wir wollen uns unsere Arbeit nicht mit einem positiven Corona-Fall kaputt machen, daher tendiere wir schon in Richtung Absage“, betont Brugger im S24-Gespräch.

 

Corona-Auflagen schwer zu erfüllen

Auch hier sind die Corona-Auflagen der Stolperstein: „Wir wissen nicht, wie wir das personell stemmen sollen, die Zuschauer so zu trennen, dass diese den geforderten Mindestabstand zueinander einhalten“, so der Obmann der Alt Gnigler Krampus Perchten Pass. Derzeit stehen noch Gespräche mit dem Gesundheitsamt der Stadt aus, bis Mitte September soll auch hier eine Entscheidung gefallen sein.

Keine Option ist es, den Lauf in abgespeckter Form stattfinden zu lassen, allerdings soll es in Gnigl als Ersatz trotzdem eine Veranstaltung geben. „In welcher Form steht aber noch nicht fest“, sagt Brugger.

Krampustradition zurück zum Ursprung?

Ganz ohne Krampusläufe werde die Adventzeit in Salzburg nicht verstreichen, ist sich Brugger sicher: „Es wird sicher Läufe geben, aber eher in einem kleinen, regionalen Rahmen.“

Dem möglichen Ausfall großer Krampusläufe sogar etwas Positives abgewinnen kann der Obmann der Hirschenpass Mittersill, Stephan Ettl: „Bei uns herrscht deswegen gar nicht so viel Enttäuschung. Wir sehen das vielmehr als Chance, um so wieder etwas zum ursprünglichen Brauchtum zurückkommen zu können und wegzugehen von Show und Entertainment.“

Franz Diegruber, Obmann der Felsenpass in St. Martin/Tennengebirge (Pongau), stellt sich auf eine außergewöhnliche Adventzeit ein: „Wir werden mehr Hausbesuche machen. Es ist schon zum Aushalten, aber wir würden das Ausfallen der großen Läufe wirtschaftlich schon merken.“

Kurzfristige Entscheidung in St. Johann

Denn auch in St. Martin/Tennengebirge rechnet Diegruber, der den jährlichen Lauf veranstaltet, mit einer Absage: „Wir werden in zwei Wochen noch einmal mit einem Corona-Beauftragten sprechen, danach wissen wir mehr.“

In St. Johann steht der Krampuslauf ebenfalls vor einer Absage: „Die Vorzeichen sind nicht sehr positiv“, gibt sich Veranstalter Michael Ellmer gegenüber SALZBURG24 ehrlich. Ob der Lauf stattfinden kann, hänge von den Vorgaben der Bundesregierung ab, auch Ellmer führt den geforderten Mindestabstand bei den Zuschauern als großes Problem an. Mit einer endgültigen Absage wolle man aber so lange wie möglich warten: „Wir können den Lauf innerhalb von drei Tagen organisieren“, verkündet der Veranstalter.

(Quelle: SALZBURG24)

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