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Geschlossene Läden

Heimischer Handel büßt 250 Mio. Euro ein

Große Verluste in Salzburgs Geschäften

Getreidegasse, Salzburg APA/BARBARA GINDL
Auch in der Getreidegasse herrschte wochenlang Stillstand.

Etwa eine Viertel Milliarde Euro an Verlusten muss der Handel im Bundesland Salzburg seit Beginn der Geschäftsschließungen Mitte März verkraften. Verschärft wird die ohnehin schwierige Situation durch den boomenden Online-Handel. Mehr als jeder zweite Salzburger shoppt einer aktuellen Erhebung zufolge im Netz.

"Im Vorjahr haben Salzburgs Online-Shopper insgesamt 490 Millionen Euro ausgegeben. Das ist ein Plus von 36 Prozent oder 130 Millionen Euro im Vergleich zu 2013. Das Geld fließt zu etwa 60 Prozent an ausländische Anbieter", erklärt Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) und Obmann der Bundessparte Handel.

 

Deutliche Umsatzeinbußen im Frühjahr

Der heimische Handel sei aber gerade jetzt mehr denn je auf die Kaufkraft der Bevölkerung angewiesen. Im März sind die Umsätze im Vorjahresvergleich um über 20 Prozent gesunken. Der WKS-Präsident appelliert an die Konsumenten, ihre Einkäufe in der Region oder bei heimischen Online-Händlern zu tätigen. "Die Kaufkraft der Touristen fällt bis auf Weiteres aus. Jetzt sind wir auf die Solidarität der Salzburger angewiesen. Sie können mit ihrer Kaufentscheidung wesentlich zum Überleben der Geschäfte und zur Erhaltung der Arbeitsplätze beitragen."

Peter Buchmüller, Christoph Bründl WKS/Wildbild
WKS-Präsident Peter Buchmüller (re.) und Gremialobmann Christoph Bründl appellieren an die Konsumenten, ihr Geld nicht bei ausländischen Onlineriesen auszugeben.

49.000 Arbeitsplätze in Handel

Allein der Einzelhandel habe im Vorjahr über 5,2 Milliarden Euro umgesetzt. "Insgesamt gibt es 6.160 Unternehmen, die im Einzelhandel, im Großhandel und in der Kfz-Wirtschaft tätig sind. Sie beschäftigen knapp 49.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 22,6 Milliarden. Euro. Damit stellt der Handel 22 Prozent der Unternehmen und sorgt für 38 Prozent des Umsatzes der marktorientierten Wirtschaft des Bundeslandes", so Buchmüller.

Besonders betroffen sind aktuell Branchen, die stark vom Tourismus bzw. von Tagesbesuchern aus dem benachbarten Bayern abhängig sind. "Der Souvenir- und der Schmuckhandel mussten Umsatzeinbußen von bis zu 75 Prozent hinnehmen. Nicht viel besser geht es Innenstadtgeschäften, die hochwertige Bekleidung verkaufen", erklärt er.

Hohe Fixkosten belasten die Händler

Das bestätigt auch Christoph Bründl. Der Unternehmer und Geschäftsführer von Bründl Sports ist auch Obmann des Landegremiums Salzburg des Handels mit Mode und Freizeitartikeln. "Wir mussten ausgerechnet in jenen Wochen zusperren, die zu den umsatzstärksten des Jahres gehören." Kurzarbeit helfe der Branche nur zum Teil, sagt Bründl und verweist auf die hohen Fixkosten der Händler. "Die Modegeschäfte haben die Frühlingsware zum Großteil bereits erhalten. Sie muss voll bezahlt werden, auch wenn ihr Wert innerhalb von kürzester Zeit stark zurückgeht."

Bründl verweist auf eine aktuelle Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung. "Sie zeigt, dass viele Mode-, Schuh- und Sporthändler existenzielle Sorgen haben und warnt vor einer Insolvenzwelle im österreichischen Bekleidungshandel."

(Quelle: SALZBURG24)

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