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Klimaschutz

Schellhorn: "Müssen Energiewende vorantreiben"

Verkehr größtes Handlungsfeld

SB, Heinrich Schellhorn APA/FRANZ NEUMAYR
Salzburgs Grünen-Chef und LH.-Stv. Heinrich Schellhorn betont im Interview mit SALZBURG24

Klimaneutral, energieautonom und nachhaltig – so lautet das Klima- und Energieziel für Salzburg bis zum Jahr 2050. Das ist und bleibt ambitioniert. Denn die in einem ersten Schritt geplante Reduktion der Treibhausgase bis 2020 wird nicht erreicht. Grünen-Sprecher und Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn will die Energiewende in Salzburg stärker vorantreiben und fordert eine Klimamillion zusätzlich.

„Das größte Handlungsfeld ist der Verkehr“, sagt Schellhorn am Mittwoch im SALZBURG24-Gespräch. Jegliche Maßnahme, den Individualverkehr auf Salzburgs Straßen zu reduzieren und die öffentlichen Verkehrsmittel zu forcieren, sei daher eine dringend notwendige Klimamaßnahme. Alleine von 1990 bis 2016 sind die Emissionen im Verkehr um 39 Prozent angestiegen, während sie in der Industrie um 21 Prozent sanken, zeigt eine Statistik des Landes Salzburg.

Auch wenn das erste Etappenziel – ein Minus von 30 Prozent der Treibhausgase bis 2020 (im Vergleich zu 2005) – nicht erreicht werden wird, halte man weiterhin an der Klima- und Energiestrategie fest, bekräftigt Schellhorn. „Wir arbeiten bereits an dem Masterplan für 2030 und wollen hier die Salzburgerinnen und Salzburger unter anderem in Form von Bürgerbeteiligungen stärker miteinbeziehen“, kündigt der Grünen-Sprecher an. Denn nur gemeinsam mit der Bevölkerung sei es möglich, solche Ziele zu erreichen.

Zielpfad der Klima- und Energiestrategie des Landes Salzburg Land Salzburg
Zielpfad der Klima- und Energiestrategie des Landes Salzburg.

Erneuerbare Energie und "raus aus dem Öl"

Der 50-Prozent-Anteil erneuerbarer Energie in Salzburg gehe sich bis 2020 aus, den Umstieg weiter zu forcieren, daran führe aber kein Weg vorbei. Die zusätzliche Klimamillion will der Klimaschutzreferent unter anderem in die Energieförderungen stecken. „Je eher wir das angehen, desto besser fürs Klima und auch unsere Finanzen. Immerhin gibt Salzburg derzeit jedes Jahr 800 Millionen Euro für den Import fossiler Energieträger aus. Das ist Geld, das derzeit ins Ausland fließt, und bei einem Umstieg auf Erneuerbare Energie im Land bleiben würde.“ Konkret müsse man beispielsweise „raus aus dem Öl“. 45.000 Ölheizungen im Gebäudebereich müssten in den kommenden Jahren erneuert werden. „Diese Verordnung muss noch nächstes Jahr in Kraft treten“, betont Schellhorn.

Weiter stehen in Salzburg auch der Auf- und Ausbau von Windenergie und die Umrüstung auf Photovoltaik auf den Gebäuden der Landesregierung am Plan.

Braucht Salzburg eine Klimamillion zusätzlich? Das fragen wir euch im heutigen Meinungscheck.

Was können wir tun?

Die Politik – auch die Regionalpolitik – kann in der Klimafrage Rahmenbedingungen schaffen und mit gutem Beispiel voran gehen. Klimaschutz lässt sich nicht auf ein bestimmtes Ressort reduzieren, sondern streut in die unterschiedlichsten Bereiche wie Verkehr, Landwirtschaft, Raumordnung oder Wohnbau. Und: Klimaschutz betrifft uns alle – in jeglichen Bereichen des täglichen Lebens. Um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen reichen drei Fragen: „Wie heize ich, wie ist mein Mobilitätsverhalten und wie kaufe ich ein?"

(Quelle: SALZBURG24)

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