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Herkunft und Bräuche rund um Allerheiligen

Um den Feiertag Allerheiligen werden viele Bräuche begangen. APA/ Neubauer
Um den Feiertag Allerheiligen werden viele Bräuche begangen.

Als „das Fest der Heiligen" wird Allerheiligen am 1. November gefeiert. Wo der Feiertag seine Wurzeln hat und welche Bräuche sich um Allerheiligen ranken, darüber informiert die Salzburger Volkskunde-Expertin Ulrike Kammerhofer-Aggermann.

Jedes Jahr pilgern tausende Salzburger an Allerheiligen auf die Friedhöfe zu den Gräbern ihrer verstorbenen Angehörigen, um ihnen zu gedenken. Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Leiterin des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde, weiß, woher der Feiertag ursprünglich stammt: „Das Fest Allerheiligen wird von allen christlichen Kirchen begangen. Es ist das Gedenken an alle Heiligen, Bekenner und Märtyrer für den Glauben als Vorbilder und Fürsprecher für die Menschen. Seit dem vierten Jahrhundert wurden - regional unterschiedlich - meist eine Woche nach Pfingsten, Gedenktage für die Heiligen gefeiert", so die Expertin.

Allerheiligen und Allerseelen als Doppelfest

In dieser Zeit begannen zudem Erinnerungsfeiern für die Verstorbenen und es entwickelten sich Gedenk- und Begräbnissitten. Seit dem frühen Mittelalter, dem neunten Jahrhundert, sind Allerheiligen und Allerseelen zu einem Doppelfest verschmolzen. Denn in der Bibel steht „Schenk jedem Lebenden deine Gabe und auch dem Toten versage deine Liebe nicht." (Jesus Sirach 7,33)

Fixe Bräuche an Allerheiligen

Im frühen Mittelalter standen die armen Seelen im Fegefeuer im Zentrum vieler Andachten, in der Hoffnung auf die Auferstehung: „...das Ewige Licht leuchte ihnen", heißt es in der Bibel. „Daher sind auch die Friedhofslichter Zeichen der Auferstehung", weiß Kammerhofer-Aggermann. Spenden, gute Werke und Gebete für die Verstorbenen waren und sind demnach ein zentraler Punkt der Glaubenspraxis und eigenen Todesbewältigung. Zu den Bräuchen, die speziell zu Allerheiligen zelebriert werden, zählen unter anderem das Versenken von Kränzen für Ertrunkene oder das Turmblasen zu Allerheiligen, beispielsweise im oberösterreichischen Freistadt.

Allerheiligenstriezel & Co

Der „Allerheiligenstriezel", als Festtagsbrot und Patengeschenk, (ein weißes Brot in Zopf- oder Weckenform) wird für eine Erinnerung an viel frühere Haaropfer der Frauen gehalten. Im Mittelmeerraum und in vielen Kulturen etwa, schneiden sich die Trauernden die Haare ab; teils gibt man sie den Verstorbenen ins Grab mit. Schon im Mittelalter wurde der Allerheiligenstriezel als Spende an Arme und an Patenkinder stellvertretend für die armen Seelen weitergegeben. Auch heute noch werden viele Patenkinder mit einem Striezel beschenkt (auch in Hirsch- oder Kranzform).

Neue Kultur um Friedhofsbesuche

Seit dem 19. Jahrhundert, mit der Verlegung der Friedhöfe an die Ortsränder, hat sich eine neue Kultur der feierlichen, allgemeinen Friedhofsbesuche und Gedenkfeiern entwickelt. „Sie sind ein Zeichen für die Verbindung der Lebenden mit ihren Vorfahren. In den letzten Jahrzehnten, hervorgerufen unter anderem durch eine größere Mobilität, entwickeln sich neue Gedenk- und Trauerformen", informiert Kammerhofer-Aggermann.

Allerseelentag ein Zinstag

Mit dem Allerseelentag am 2. November endete das alte Wirtschaftsjahr und das neue begann mit Martini (11. November). Beide Tage waren daher auch Zinnstage. Zinnstage waren die vierteljährlichen Steuertermine, an denen Geld aber auch erwirtschaftete Erträge an die Grundherrschaften abgeliefert wurden. Daher sind die Zinnstage auch immer mit besonderen Bräuchen und Speisen verbunden.

Gedenken in der Stadt Salzburg

In der Stadt Salzburg haben die Friedhöfe von 1. bis 3. November durchgehend geöffnet – alle Informationen dazu finden Sie HIER.

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