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Rechtliche Lage

Diese Hitze-Regeln gelten am Arbeitsplatz

Körper vor Leistungsabfall schützen

Hitze, Thermometer, SB APA/BARBARA GINDL/SYMBOLBILD
Hitzefrei gibt es auch bei 35 Grad nicht. (Symbolbild)

Heute soll es der bislang heißeste Tag des Jahres werden, die 30-Grad-Marke dürfte geknackt werden. Übermäßige Hitze kann allerdings zu körperlicher Erschöpfung und folglich auch mentalem Leistungsabfall führen, was am Arbeitsplatz nicht gerade vorteilhaft ist. Wir geben euch einen Überblick über die rechtliche Lage.

Grundsätzlich spricht man bei übermäßiger Hitze von einem Arbeitsabfall zwischen 30 und 70 Prozent, weiß Christine Klien, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsmedizin, in einem früheren APA-Gespräch. Es drohen u. a. Flüssigkeits- und Elektrolytverlust, Herz-Kreislaufprobleme, Sonnenstich, Hitzeschlag bis zum Hitzekollaps.

 

Aber: "Auch bei 35 Grad im Schatten gibt es keine Hitzeferien für Arbeitnehmer", klärt die Salzburger Arbeiterkammer auf. Es gibt keine gesetzliche Grundlage dafür, den Arbeitsplatz zu verlassen, wenn die sommerliche Temperatur zu hoch ist. Da aber gesetzlich bei Hitze am Arbeitsplatz nicht allzu viel geregelt ist, haben wir für euch Tipps, damit ihr auch bei den derzeit hohen Temperaturen gut durch den Arbeitstag kommt.

So warm darf es maximal sein

In der Arbeitsstättenverordnung ist die Sache so ausgewiesen: Gibt es am Arbeitsplatz eine Klimaanlage, dann muss die auch funktionieren und es müssen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsgrenzen eingehalten werden. Genau heißt das: Bei "normaler" körperlicher Belastung, wie z. B. häufigem Stehen, muss die Raumtemperatur zwischen 18 und 24 Grad betragen; bei Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung, wie im Büro, zwischen 19 und 25 Grad. Die Luftfeuchtigkeit muss 40 bis 70 Prozent betragen. Dass ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine Klimaanlage zur Verfügung stellen muss, ist aber gesetzlich nicht verankert. Ratsam ist, in den frühen Morgenstunden intensiv durchzulüften.

Bei Klimaanlagen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese nicht zu kalt eingestellt sind: "Der Unterschied sollte nicht mehr als sechs Grad betragen – wenn es also draußen 30 Grad hat, dann die Klimaanlage auf 24 Grad einstellen", rät Klien. Sonst drohen u. a. Muskelverspannungen und Kopfschmerzen – und wieder ein Leistungsabfall.

Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung

Abgesehen davon ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Mitarbeiter vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, z.B. durch bauliche Maßnahmen wie Jalousien. Sind solche Maßnahmen nicht möglich, dann müsse organisatorisch umgeändert werden, etwa Personal nur zwei Stunden am betroffenen Arbeitsplatz werkeln zu lassen statt acht. Erst als dritte Lösung, wenn also baulich und organisatorisch nichts zu machen ist, können individuelle Maßnahmen, etwa eine Schutzausrüstung, ergriffen werden. Der Chef kann sich nicht einfach die günstigste Variante aussuchen und seinem Mitarbeiter am Schreibtisch nur ein Kapperl auf den Kopf setzen.

Arbeitgeber muss Trinkwasser zur Verfügung stellen

Auch was Arbeitspausen bei Hitze anbelangt, sind keine gesetzlich verpflichtenden Abweichungen vorgesehen. Trinkwasser muss der Arbeitgeber zwar zur Verfügung stellen – mengenmäßig ist aber auch hier nichts genauer definiert.

Klien rät jedenfalls dazu, genügend zu trinken. Wobei der Flüssigkeitsverlust nicht allein durch Kaffee ausgeglichen werden sollte. Achten sollte auch jeder auf seine Kost: "Fettiges wie eine Leberkäse-Semmel ist nicht ideal, weil es schwer ist", meinte Klien.

Darf ich in kurzen Hosen arbeiten?

Lockerungen bei den Kleidungsvorschriften können auch nur vonseiten der Arbeitsmedizin empfohlen werden; vorgeschrieben sind sie nicht. Grundsätzlich steht es einem Chef natürlich frei, seinen Mitarbeitern – gegen Bezahlung – freizugeben; immerhin sinkt mit der Hitze auch die Leistung. Man könnte Mitarbeiter aber früher zu arbeiten beginnen lassen, auch genügend Pausen sollten eingelegt bzw. Körperhaltungen öfters gewechselt werden, damit der Blutdruck keine Probleme macht.

Hitze für Bauarbeiter "Schlechtwetter"

Bei längerem Arbeiten im Freien empfiehlt die Arbeitsinspektion zusätzlich u. a. das Tragen von luftdurchlässiger, UV-sicheren Kleidung und einer Kopfbedeckung. Auch sollten Sonnenbrillen und entsprechende Sonnenschutzmittel bereitgestellt werden, ebenso wie Schutzhandschuhe für das Angreifen erhitzter Oberflächen.

Für Bauarbeiter (und auch für Zimmerer, Gipser, Dachdecker, Pflasterer und Gerüster) fällt Hitze als Schlechtwetter unter das Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz, informiert die AK. Erfreulich ist aus Sicht der AK, dass seit 1. Mai diesen Jahres die Regelungen für Bauarbeiter verbessert worden sind. Seitdem gilt die sogenannte Hitzeregelung bereits ab 32,5 Grad, statt wie bisher ab 35 Grad.

Werden die Arbeiten aus diesem Grund eingestellt, greift die „Schlechtwetter“-Regelung und Arbeiter erhalten 60 Prozent des Lohns. Für die Betriebe entstehen keine Kosten, da die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) den Betrieben den Ausfall refundiert. 

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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