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Pegel sinken

Hochwasser-Lage in Salzburg entspannt sich

Salzach mit Rekordwert in Mittersill

Die Hochwasserlage in Salzburg war auch am Sonntag weiter angespannt. Während in Hallein (Tennengau) die Schäden der letzten Nacht nach und nach sichtbar wurden, versuchen die Einsatzkräfte in Mittersill (Pinzgau) alles, um ein Überlaufen der Salzach zu verhindern.

Hallein, Mittersill, Salzburg

Der Katastrophenschutz der Bezirkshauptmannschaft Zell am See (Pinzgau) forderte Sonntagnachmittag die Bevölkerung von Mittersill auf, in den oberen Stockwerken zu bleiben sowie Kellerräume, Tiefgaragen und ebenerdige Geschosse nicht zu betreten. Grund dafür waren steigende Wasserstände. Die Information erfolgte auch über Lautsprecherdurchsage. 

Hochwasser-Lage entspannt sich

"Die akute Gefahrenlage scheint sich teils leicht zu entspannen, die Aufräumarbeiten im ganzen Land laufen bereits auf Hochtouren. Sorgen bereitet uns der Oberpinzgau, wo sich die Retentionsbecken nach wie vor füllen und für Mittersill Zivilschutzalarm ausgelöst wurde", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in einer Aussendung.

Rekordpegelstand der Salzach in Mittersill

Der Pegelstand an der Salzach in Mittersill erreichte einen Rekordwert. Auch die Saalach und Lammer führten an vielen Messstellen Hochwasser. Hier einige Beispiele und Vergleiche zu anderen Jahren im Überblick:

  • Mittersill: Ausgehend von einem Pegel von 2,5 Metern schwoll die Salzach heute bis zu einem Höchststand von 5,85 Metern an. Das ist über ein Meter mehr als der Stand der Salzach beim massiven Hochwasser 2002 (4,64 Meter), als es noch keinen Hochwasserschutz in der heutigen Form gab.
  • Golling/Salzach: Die Salzach startete gestern Samstag in Golling mit einem Pegel von 1,5 Metern, legte heute auf 4,54 Meter zu. Der Pegelhöchststand lag rund einen Meter unter jenem des Hochwassers 2002 (5,5 Meter)
  • Stadt Salzburg/Mayburger Kai: Der Salzachpegel stieg hier von 5 Metern am 17. Juli auf einen Höchststand von 7,73 Meter am heutigen Tag. 8,24 Meter waren es im Jahr 2002.
  • Oberndorf: Auch in Oberndorf schwoll die Salzach rasch von 2,5 Metern gestern, Samstag, auf heute 5,56 Meter an. Sie blieb dort aber deutlicher unter dem Maximalpegel von 8,41 Metern im Hochwasserjahr 2013.
  • Siezenheim: Einen sehr raschen Anstieg des Pegels gab es auch an der Messstelle Siezenheim. Die Saalach stieg dort von 2,5 Metern am Samstag auf 5,56 heute, Sonntag. Das ist rund einen Meter unter dem Höchststand aus 2002 (6,65 Meter)
  • Golling/Lammer: Die Lammer in Golling lag gestern bei einem Pegel von 0,6 Metern und wuchs heute auf 3,34 Meter an. 4,21 Meter hoch floss sie im Hochwasserjahr 2002 an dieser Messstelle.

 

Weiter kräftige Regenschauer möglich

Weiterhin strömt feuchte und labil geschichtete Luft aus Nordost gegen die Alpen und ist im direkten Nordstau vom Wolfgangsee über Hintersee, Abtenau bis in den Raum Lofer immer noch mit punktuell kräftigen Regenschauern, die sich zum Alpenhauptkamm hin abschwächen, zu rechnen. Erst in der Nacht auf Montag wird laut ZAMG-Prognose mit einer deutlichen Wetterberuhigung gerechnet.

2.300 Feuerwehrleute im Einsatz

Bis zu 2.300 Feuerwehrleute waren in der Nacht und teils bis jetzt im Einsatz, und die Arbeit hört nicht auf. Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Punktueller Starkregen ist unberechenbar und könnte in den kritischen Regionen für weitere Überflutungen sorgen.

Land unter in Hallein

Am schwersten getroffen hat es Hallein im Tennengau. Zivilschutzalarm wurde ausgelöst, weil der Kothbach über die Ufer getreten ist. Im Bereich der Altstadt war es zu massiven Überschwemmungen gekommen. Die Bevölkerung von Hallein wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten und sich auch von den Dämmen der Fließgewässer fernzuhalten.

‼️ Alle, die derzeit in der Altstadt in Sicherheit sind sollen dort bleiben. ‼️ Alle, die nicht in ihre Altstadt-Häuser können, können zum Rathaus gehen, dort ist offen. Ein Mitarbeiter der Gemeinde ist dort zur Stelle!

Gepostet von Alexander Stangassinger am Samstag, 17. Juli 2021

Unfassbare Bilder aus Hallein

Die Bilder, die uns aus Hallein erreichten, sind unbeschreiblich. Sie zeigen die Wassermassen, aber auch wie Helfer Menschen aus den reißenden Fluten retten.

In Hallein wird geschaufelt

Seit Sonntagfrüh schaufeln dort Feuerwehrleute, freiwillige Helfe und Soldatinnen und Soldaten des Bundesheeres den Schlamm aus Häusern, Wohnungen und Geschäften.

Einen ausführlichen Bericht dazu haben wir HIER für euch veröffentlicht.

Am Sonntagnachmittag entspannte sich die Situation in Hallein, laut Bürgermeister Alexander Stangassiner (SPÖ). "Es hat aufgehört zu regnen. Die Aufräumarbeiten und Sicherungsmaßnahmen sind weiter im Gange", sagte Stangassinger. Er sei froh, dass es keine Verletzten gebe und stolz auf den Zusammenhalt der Halleinerinnen und Halleiner.

Alle Schäden waren bis am Nachmittag noch nicht absehbar. Vieles wird sich in den nächsten Stunden noch zeigen. Im Halleiner Ortsteil Gamp mussten laut Katastrophenschutz mehrere Häuser aufgrund eines drohendes Hangrutsches evakuiert werden. Unklar ist die Lage derzeit noch am Dürrnberg.

‼️ Zwischenbericht ⚠️ Die Situation wirkt entspannter, doch wir müssen noch mit starken Niederschlägen im Laufe des...

Gepostet von Alexander Stangassinger am Sonntag, 18. Juli 2021

Trinkwasser in Kuchl verunreinigt

Aufgrund des Hochwassers wurde das Trinkwasser in der Gemeinde Kuchl verunreinigt. „Es sind Bäche übergelaufen und in weiterer Folge Schmutzwasser ins Quellschutzgebiet eingedrungen. Das Trinkwasser in der gesamten Marktgemeinde muss derzeit vor Verwendung drei Minuten lang abgekocht werden“, sagt Bürgermeister Thomas Freylinger. Derzeit wird der Hochbehälter mit dem verunreinigten Trinkwasser abgelassen. „Es ist genügend verfügbar, sodass der Behälter nach der Reinigung wieder rasch gefüllt werden kann. Wir hoffen, dass morgen die Versorgung wieder wie gewohnt funktioniert“, so Freylinger.

Alarmbereitschaft in Mittersill

Im Pinzgau hat sich die Lage seit der Nacht nicht wesentlich verändert. Es wurden bisher keine Verletzten oder Vermissten gemeldet.

In Mittersill war die Brücke gegen 15 Uhr nach wie vor angehoben und eine lokale Umfahrung eingerichtet. Die Trasse der Lokalbahn wurde in Uttendorf unterspült, was einen Stopp der Bahn zur Folge hatte.

Zugverkehr gesperrt

Die ÖBB-Bahnstrecke zwischen Bruck und Zell ist gesperrt, derzeit wird die Befahrbarkeit geprüft. Geräumt wurde er Campingplatz in St. Martin bei Lofer. 28 Personen die dort in Zelten übernachtet hätten, wurden in der Mittelschule in Lofer untergebracht. In der Kürsingerhütte in Neukirchen sind 35 Personen aufgrund eines Murenabgangs eingeschlossen, sind aber nicht in Gefahr. Die Bergung wird derzeit geplant. Gesperrt sind derzeit die Felbertauernstraße sowie die Salzachuferstraße in Bruck. Zahlreich Wildbachverbauungen und -sperren im Pinzgau sind mit Geröll und Wildholz angefüllt, haben ihre Funktion bestens erfüllt und noch größere Schäden verhindert.

Die Lage im Pongau

Im Ortsteil Schlaming in Pfarrwerfen, musste in der Früh ein Haus wegen eines instabilen Hanges evakuiert werden. Sieben Personen wurden in Sicherheit gebracht. Mit derzeitigem Kenntnisstand ist der Zugverkehr zwischen Taxenbach und Lend, zwischen Golling und Werfen und bei der Pinzgauer Lokalbahn bei Uttendorf nicht möglich.

Stadt Salzburg kommt mit blauem Auge davon

In der Stadt Salzburg hielt der gestern aufgebaute Hochwasserschutz. Die Warngrenze war gegen 9.30 Uhr in der Landeshauptstadt am Mayburger Kai und an der Messstelle im Nonntal überschritten. Dort sinken die Pegelstände seit dem Nachmittag aber wieder merklich, wie die Stadt Salzburg am Abend mitteilte, wird der Hochwasserschutz wieder abgebaut.

LIVETICKER zum Nachlesen

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.09.2021 um 11:18 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/hochwasser-in-salzburg-das-ganze-land-unter-schock-106736626

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