Jetzt Live
Startseite Salzburg
Überschwemmungen und Muren

Hier waren die Salzburger Feuerwehren im Einsatz

Hochwasser fordert unzählige Floriani

Hochwasser Eugendorf FF EUGENDORF
Im ganzen Land Salzburg waren die Freiwilligen Feuerwehren vergangenes Wochenende bei Hochwasser-Einsätzen gefordert. 

Für die Feuerwehren in ganz Salzburg war das vergangene Wochenende eine Belastungsprobe. Die teilweise tagelangen Hochwassereinsätze hielten bis zu 2264 Salzburger Floriani in Schach. Wo die Einsatzkräfte besonders gefordert waren und Fotos von den Einsätzen findet ihr in unserer Zusammenfassung.

In den Hochwasser-Hotspots Hallein (Tennengau) und Mittersill (Pinzgau) sind aktuell die Aufräumarbeiten in vollem Gange und machen das Ausmaß der Schäden erst nach und nach sichtbar. Doch auch in vielen anderen Gemeinden mussten die Feuerwehrkräfte ausrücken, um Keller auszupumpen, Schutzwände aufzubauen oder die Lage zu beobachten.

Hochwasser_Pinzgau20210718001.jpg Neumayr
Eindrücke von der Hochwasser-Situation im Pinzgau.

Hochwasser-Zivilschutzalarm für Mittersill beendet

Das schlimmste Hochwasser in Salzburg dürfte vorerst vorüber sein. Nun werden vielerorts die verheerenden Schäden sichtbar. Der Zivilschutzalarm für Mittersill konnte mittlerweile beendet werden, …

Trinkwasser in Kuchl verunreinigt

In Kuchl (Tennengau) war die Lage, ähnlich wie im benachbarten Hallein, nervenaufreibend. Ab Samstagfrüh waren die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Kuchl fast rund um die Uhr im Einsatz, das teilt die Feuerwehr auf ihrer Homepage mit. Neben zahlreichen Auspumparbeiten mussten außerdem drei Wohnhäuser komplett evakuiert werden, weil eine Mure abgegangen war und drohte, den ganzen Hang mitzureißen. In den frühen Morgenstunden am Sonntag ging erneut ein Alarm mit dem Stichwort Murenabgang ein. Im Ortsteil Gasteig löste sich eine Schlammlawine und rutschte nur knapp an einem Wohnhaus vorbei. Durch die hohen Wassermengen gelangten Coli-Bakterien in zwei Trinkwasserquellen im Ort. Kuchler Haushalte sollen das Wasser, bis Entwarnung gegeben wird, vor Verwendung mindestens drei Minuten abkochen.

Hochwasser in Tennengauer Gemeinde

Ähnlich war die Situation auch in Golling an der Salzach (Tennengau). Dort wurden die Floriani Samstagvormittag zu den ersten Einsätzen gerufen. Keller und Garagen waren überschwemmt, Sickerschächte drohten überzulaufen, es bildeten sich Seen auf Feldern, die nicht mehr abfließen konnten. 29 Stunden waren die 35 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Golling im Einsatz, um die Situation im Ort unter Kontrolle zu halten. Außerdem waren sechs Einsatzkräfte zur Unterstützung nach Hallein gerufen worden, wo sie der örtlichen Feuerwehr bei der verheerenden Lage zur Hand gingen. Die Aufräumarbeiten zogen sich bis Sonntagnachmittag. Um 16.00 Uhr wurde schließlich Einsatzende ausgerufen.

Feuerwehr Eugendorf im Einsatz

Auch im Flachgau waren einige Gemeinden von dem Hochwasser betroffen. Etwa in Eugendorf hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun. Zu 42 Einsätzen wurden die Floriani binnen 48 Stunden gerufen, wie sie auf Facebook mitteilen. Im ganzen Ort waren Bäche über die Ufer getreten und überfluteten Keller und Garagen, der Ortsteil Reitberg stand komplett unter Wasser. Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Eugendorf waren im Einsatz um Auspumparbeiten zu leisten, Bäche mit Sandsäcken umzuleiten und auch, um eine Person aus einem Bach zu retten. Glücklicherweise konnte diese unverletzt geborgen werden.

Strobler Postalmstraße stürzt ein

Auch in Strobl (Flachgau) wurde die Freiwillige Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Der Weißenbach war über die Ufer getreten und gefährdete die ersten Wohnhäuser auf der Postalmstraße. Mit Sandsäcken versuchten die Einsatzkräfte die Wassermassen zu bändigen, merkten jedoch bereits bei der ersten Erkundung, dass die Straße komplett unterspült und teilweise nur noch die oberste Asphaltschicht übrig war. Die Straße wurde komplett gesperrt und brach kurz darauf teilweise in den Weißenbach hinein.

15 Einsätze in Bürmoos

In Bürmoos (Flachgau) waren die Floriani ebenfalls gefordert. Zu insgesamt 15 Einsätzen wurden sie gerufen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um überschwemmte Keller und Garagen. „Wir waren unterwegs, um die zwei Bäche im Ort zu kontrollieren, die bei starkem Regen schon öfter übergetreten sind. Während dort keine Gefahr bestand, ging es kurz darauf im ganzen Ort los“, schildert uns Stefan Plattner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bürmoos die Lage im Ort. „Bei uns hat sich die Situation erst Sonntagnachmittag verschärft. Andernorts waren die Feuerwehren schon seit Freitag im Einsatz“, erklärt Plattner.

Nachbarort von Mittersill ebenfalls schwer getroffen

Neben dem Hochwasser-Hotspot Mittersill gab es auch im restlichen Pinzgau zahlreiche Hochwasser-Einsätze. Im benachbarten Uttendorf waren 45 Wohnhäuser und andere Gebäude überflutet und mussten von der Freiwilligen Feuerwehr Uttendorf im Pinzgau ausgepumpt werden. Laut Informationen der Feuerwehr waren die Ortsteile Schwarzenbach sowie Stubachtal zwischenzeitlich nur schwer beziehungsweise gar nicht erreichbar. Auch in der Nacht auf Dienstag waren die Floriani noch im Einsatz, um Auspump- und Ausräumarbeiten zu leisten. Die Arbeiten würden aber, so die Feuerwehr auf Facebook, noch über Tage hinweg andauern.

Überschwemmungen in Saalfelden

Die Freiwillige Feuerwehr Saalfelden (Pinzgau) war ebenfalls intensiv beschäftigt, mit 150 Einsatzkräften über 30 Stunden hinweg. Es mussten zahlreiche überschwemmte Räume ausgepumpt werden. Auch Vermurungen gab es laut Homepage der Feuerwehr im Ortsgebiet einige. Ein besonderes Augenmerk der Einsatzkräfte galt den Absicherungsarbeiten direkt im Ortszentrum sowie im Ortsteil Lenzing, wo die Leoganger Ache überzufließen drohte.

Die Aufräumarbeiten werden vielerorts wohl noch die nächsten Tage andauern und die freiwilligen Helfer weiterhin fordern.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 06.08.2021 um 02:55 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/hochwasser-salzburger-feuerwehren-im-einsatz-106855879

Kommentare

Mehr zum Thema