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Sintflutartige Niederschläge

Hochwasser hält Salzburg in Atem

Die starken Regenfälle in der Nacht auf Montag haben zu Hochwasseralarm in Teilen Salzburgs geführt, besonders betroffen ist Rußbach, wo der Bach über die Ufer getreten ist. Auch im Oberpinzgau stiegen die Pegel gefährlich an. Gegen Mittag konnte der Katastrophenschutz des Landes leichte Entwarnung geben.

In Rußbach und in den Gemeinden im Lammertal sind die Pegelstände mittlerweile wieder gesunken und die Aufräumarbeiten waren am Montagnachmittag beendet. Die Gemeinde ist von Gosau (Oberösterreich) aus wieder zu erreichen. Der Zivilschutzalarm wurde mit 11.15 Uhr aufgehoben. Die B166 bleibt ab der Neuhausbrücke voraussichtlich für längere Zeit gesperrt. Zwischenzeitlich wurde von der Bezirkshauptmannschaft Hallein das Bundesheer um Unterstützung gebeten. Über einen Assistenzeinsatz soll die weggerissene Verbindung durch eine Pionierbrücke provisorisch ersetzt werden. „Wir haben glücklicherweise keine Verletzten oder Vermissten, jedoch erhebliche Schäden an der Infrastruktur“, so der Tennengauer Katastrophenschutzreferent Philipp Kogler.

Die Situation in Rußbach, wo einzelne Straßenzüge bis zu einem Meter unter Wasser standen, hat sich wieder entschärft. "Der Bach ist wieder in seinem ursprünglichen Lauf", sagte Ortsfeuerwehrkommandant Bernd Schnitzhofer im Telefonat mit der APA. "Wir sind momentan dabei, die Schäden links und rechts des Bachbetts aufzuarbeiten und Keller auszupumpen." Eine Arbeit, die bis zum Abend weitgehend abgeschlossen sein sollte.

Rußbach von Gosau aus wieder zu erreichen

In Rußbach war in den frühen Morgenstunden der Bach über die Ufer getreten und hat im Ortszentrum mehrere Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem beide Straßen, jene nach Abtenau und jene nach Gosau, gesperrt werden mussten und die Gemeinde nicht zu erreichen war, wurde um 6.20 Uhr Zivilschutzalarm ausgerufen.  Auch die Straße über den Pass Gschütt nach Oberösterreich ist wieder frei. Die Einsatzkräfte in Rußbach haben zwischenzeitlich Verstärkung aus Gosau erhalten. Am Montagnachmittag waren die Arbeiten in Rußbach und Abtenau beendet. Im Einsatz standen 39 Feuerwehren mit 723 Einsatzkräften bei 194 Einsatzstellen.

Eine 30 KV-Leitung, die parallel zur Bundesstraße von der Schwaighofbrücke Richtung Rußbach verläuft und deren Masten unterspült wurden, wurde abgeschaltet. Auch in Abtenau und Scheffau sind die Feuerwehren und weitere Hilfskräfte im Einsatz, um Verklausungen zu lösen und kleinräumige Überschwemmungen zu beseitigen.

Mittersill: Hubbrücke nicht aktiviert

Seit Sonntagabend sind im Nordstau der Alpen 80 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die sintflutartigen Niederschläge habe zu überfluteten Kellern, Garagen sowie kleineren Rutschungen und Felsstürzen geführt. Auch zahlreiche verklauste Bachdurchläufe und Gräben mussten von Bäumen, Geäst und Schutt befreit werden. Wie die Feuerwehr berichtete, waren - gemessen nach Einsatzzahlen - vor allem das Lammertal im Tennengau und der Bereich um Strobl im Flachgau betroffen. Wie das Landesfeuerwehrkommando am Vormittag meldete, waren seit Beginn der Einsätze rund 640 Feuerwehrmänner von 34 Feuerwehren bei 80 Ereignissen gefordert. 

In der Nähe des Bahnhofes Dammbalken-Verschlüsse wurden errichtet, wodurch der Zugverkehr nach Krimml bis gegen 13.00 Uhr unterbrochen war und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde. 

Stadt Salzburg: Hochwasserschutz steht

Durch den intensiven Regen legte alleine der Wasserstand der Salzach in der Stadt Salzburg in den sechs Stunden nach Mitternacht um drei Meter zu. Der Starkregen hat in der Landeshauptstadt zudem zu einigen Feuerwehreinsätzen geführt. Durch den intensiven Regen legte alleine der Wasserstand der Salzach in der Stadt Salzburg in den sechs Stunden nach Mitternacht um drei Meter zu. So mussten der mobile Hochwasserschutz aufgebaut und Radweg-Unterführungen gesperrt werden. Neben dem Auspumpen mancher Keller stand die vorsorgliche Errichtung des Hochwasserschutzes an den Salzachufern im Mittelpunkt der Arbeit, heißt es aus dem Magistrat. Die Schutzmaßnahme kann von rund 100 Feuerwehrleuten innerhalb einer Stunde aktiviert werden.

Wetter entspannt sich

Eine in der Nacht abgegangene Schlammlawine im "Kleinen Deutschen Eck" konnte bereits am Vormittag wieder weggeräumt werden. Laut den Prognosen der ZAMG wird sich die Lage weiter entspannen: Der Nachmittag bringt heute nur mehr unergiebige Regenschauer, am ehesten an der Alpennordseite. Die Nacht auf Dienstag verläuft weitgehend trocken.

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(Quelle: SALZBURG24/APA)

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