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Überflutungen

Starkregen sorgt für hunderte Einsätze

Salzburg als Regen-Hotspot in Österreich

Der Starkregen führte in ganz Salzburg seit Montagabend zu hunderten Einsätzen. Es kam vielerorts zu kleineren Überflutungen, aber auch Murenabgängen und Verklausungen. Sowohl Saalach als auch Salzach überschritten die Warngrenzen. In der Stadt Salzburg regnete es mit 160 Millimeter pro Quadratmeter in vergangengen 48 Stunden übrigens österreichweit am meisten.

In der Gemeinde Muhr (Lungau) verlegten am Montagabend zwei Muren die Landestraße. Die Aufräumarbeiten wurden in der Nacht unterbrochen, sind aber mittlerweile wieder angelaufen.

Unwetterschäden im Lungau LPD Salzburg
In den Abendstunden des 3. August 2020 kam es aufgrund des anhaltenden Regens in der Gemeinde Muhr in den Ortsteilen Hemerach und Vordermuhr zu Murenabgängen und Verklausungen im Bereich des Noisgrabens, Zeppergrabens und Predigtstuhlgrabens. 

Hochwasserschutz an der Salzach aufgebaut

In mehreren Gemeinden am Oberlauf der Salzach errichteten die Freiwilligen Feuerwehren den mobilen Hochwasserschutz. In Oberndorf (Flachgau) wurde am späten Vormittag der Oberndorf nach Laufen gesperrt. „Seit 4 Uhr Früh ist das Schneckenpumpwerk in Betrieb. Hätte Oberndorf nicht die aktuellen Hochwasserschutzanlagen, wäre der Bereich in der Nähe des Schulzentrums überschwemmt worden“, resümiert dort Bürgermeister Georg Djundja (SPÖ).

Auch in der Stadt Salzburg wird der mobile Hochwasserschutz vor allem in den tieferen Zonen entlang der Salzach, wie etwa bei der Memberger Straße, aufgebaut, wie der Chef der Salzburger Berufsfeuerwehr Reinhold Ortler im Gespräch mit SALZBURG24 sagte. Die Warngrenze wurde am Vormittag an zwei Messpunkten – Nonntaler Brücke und Makartkai – überschritten.

Bei den Aufbauarbeiten handle es sich aber um reine Vorsichtsmaßnahmen, versicherte auch Michael Haybäck, der Leiter der städtischen Bezirksverwaltungsbehörde. Auch die Radunterführungen der Salzachbrücken wurden aber - wie bei höheren Wasserständen üblich - in der Früh aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Alarmgrenze soll laut Prognosen nicht erreicht werden. In Schwarzach und Werfen (beides Pongau) wurde die Warngrenze der Salzach ebenfalls überschritten. Die Saalach erreichte die Warngrenze bei Siezenheim (Flachgau). Landesweit gingen kleinere Bäche über die Ufer.

Mittersill: Hochwasserschutz verhindert Schlimmeres

Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler bringt es aus Sicht der Stadt im Oberpinzgau auf den Punkt: „Die über die Jahre eingesetzten rund 25 Millionen Euro (für Hochwasserschutz, Anm.) haben sich etliche Male gerechnet. Wir können es uns Schutz gar nicht mehr vorstellen“, so Viertler. Beim Hochwasser 2005 betrug der Pegelstand in der Oberpinzgauer Stadt 5,16 Meter, 300 Haushalte waren direkt von Schäden betroffen, die Landwirte waren mit einem kompletten Ernteausfall konfrontiert. Gesamtschaden: 50 Millionen Euro. „Jetzt waren es 5,11 Meter und Mittersill ist trocken geblieben“, zieht der Bürgermeister einen Vergleich. Die bewegliche Hubbrücke auf der B168 im Ortszentrum musste nicht aktiviert werden.

August-Regenmenge auf Gaisberg in zwei Tagen

Seit 2. August sind im Einzugsgebiet der Salzach im Bereich von Wald bis Mittersill (Pinzgau) bis zu 100 Milliliter Regen und an der unteren Salzach im Bereich von Golling (Tennengau) bis Oberndorf (Flachgau) bis zu 180 Milliliter gefallen, der Spitzenwert auf dem Gaisberg entspricht einem durchschnittlichen Monatsniederschlag im August. In Hallein (Tennengau) wurde am Vormittag vorsorglich der mobile Hochwasserschutz aktiviert, die Landeshauptstadt zog gegen Mittag ebenfalls an neuralgischen Stellen wie in der Josefiau nach.

Salzburger Feuerwehren im Starkregen-Einsatz

Knapp 1.300 Einsatzkräfte standen im Bundesland im Einsatz. Gegen 13 Uhr verteilten sich die Alarmierungen auf 53 Feuerwehren und 385 Einsatzstellen. Hotspot war der Flachgau. Aber auch Branddirektor Ortler berichtete von rund 100 Einsätzen, die die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr in der Landeshauptstadt zu bewältigen hatte.

Regenfälle haben am Mittwoch ein Ende

Von Sonntag bis Dienstagfrüh hat es im Großteil Österreichs zwischen 50 und 160 Liter pro Quadratmeter geregnet. In einigen Orten fielen in 48 Stunden so viel Niederschläge wie sonst im gesamten Monat August, berichtete die ZAMG am Dienstag. Im Laufe des Tages sollte der Regen aber nachlassen und am Mittwoch zu Ende gehen.

Am meisten hat es in den vergangenen Tagen in der Stadt Salzburg (160 Millimeter) und in Weißensee in Kärnten (130 mm) geregnet. An den Wetterstationen der ZAMG in Bregenz (130 mm) und in Mondsee (110 mm) fiel in 48 Stunden rund 70 bis 80 Prozent der Regenmenge eines durchschnittlichen Augusts.

Unwetter in Salzburg: Daten und Fakten

  • Landesweit: 1.305 Einsatzkräfte, 54 Feuerwehren, 397 Einsatzstellen
  • Flachgau: 28 Feuerwehren mit 665 Personen in 193 Einsätzen
  • Lungau: 6 Feuerwehren mit 151 Personen in 25 Einsätzen
  • Tennengau: 1 Feuerwehr mit 24 Personen in 7 Einsätzen
  • Pinzgau: 10 Feuerwehren mit 233 Personen in 39 Einsätzen
  • Pongau: 7 Feuerwehren mit 102 Personen in 10 Einsätzen
  • Stadt Salzburg: 50 Personen der Berufsfeuerwehr, 80 Personen der freiwilligen Feuerwehr in 123 Einsätzen

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(Quelle: SALZBURG24)

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