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Identität von totem Baby

Salzburger Auswanderer in den USA verurteilt

Pass USa Joe Raedle/Getty Images/AFP
Der 51-Jährige soll die Identität eines toten Babys gestohlen haben, um sich die US-Staatsbürgerschaft zu sichern. (Symbolbild)

Ein 51-jähriger Auswanderer aus Salzburg ist nach einem Bericht der Lokalzeitung "Tri-City Herald" am Donnerstag wegen Identitätsdiebstahls im Süden des US-Bundesstaats Washington verurteilt worden. Der in den 90er-Jahren ausgewanderte Mann soll demnach die Identität eines toten Babys benutzt haben, um die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erlangen.

Richter Sal Mendoza Jr. verurteilte dem Bericht zufolge den 51-Jährigen in Richland zu drei Jahren Haft. Zwei Jahre bekam er demnach für den Identitätsdiebstahl, ein halbes Jahr für falsche Zeugenaussage. Zu einem weiteren halben Jahr verdonnerte ihn der Richter, weil er seine Bewährungsauflagen verletzt hatte. Laut "Tri-City Herald" war der frühere österreichische Staatsbürger - er hat laut Außenamt in Wien mittlerweile die paraguayanische Staatsbürgerschaft und wird daher nicht mehr von den heimischen Konsularbehörden vertreten - erst vor zwei Monaten auf Bewährung aus der Haft entlassen worden, zu der er wegen Betrugs verurteilt worden war.

51-Jähriger soll mehrere Betrügereien begangen haben

Der 51-Jährige war als geschäftsführender Vorstand eines Unternehmens für Biosprit aufgetreten und soll dabei Investoren betrogen haben, wie der "Tri-City Herald" berichtete. 2006 soll er die Errichtung einer Fabrik betrieben haben, in der aus Abfällen Biodiesel erzeugt hätte werden sollen. Auch vor seiner Emigration soll er in Zusammenhang mit Fälschungen und teils vollendeten, teils versuchten Betrügereien in Österreich mit Gerichten zu tun gehabt haben.

Salzburger habe Identität eines Babys benutzt

Im nunmehrigen Fall wurde ihm vorgeworfen, die Identität eines texanischen Babys, das weniger als 24 Stunden gelebt hatte, benutzt zu haben, um die eigene amerikanische Staatsbürgerschaft zu beweisen. Damit wollte der 51-Jährige offenbar an einen US-Reisepass gelangen. Er appellierte an den Richter, Gnade walten zu lassen und ihn möglichst bald nach Hause zu seiner Familie zu schicken. Seine Frau habe Krebs und seine Kinder würden ihn brauchen."Es tut mir wirklich leid, was passiert ist", zitierte der "Tri-City Herald" den Angeklagten.

Der Richter zeigte sich aber offenbar ungerührt. Der Beschuldigte habe wiederholt Betrügereien verübt, sagte Mendoza dem Bericht zufolge. "Je länger Sie im Gefängnis sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie Verbrechen begehen", betonte der Richter und warnte den 51-Jährigen, dass er dessen Ausführungen noch skeptischer gegenüberstehen werde, wenn dieser noch einmal bei ihm auftauchen werde. Zudem stellte Mendoza klar, dass es keine Rolle spiele, dass das Neugeborene nur wenige Stunden gelebt habe. "Es ist nicht weniger schwerwiegend, als ob die Person noch am Leben wäre. Es ist noch immer Identitätsdiebstahl und es ist verschärfter Identitätsdiebstahl", erläuterte der Richter.

Angeblicher US-Vater: DNA-Test gefälscht

Der 51-Jährige hatte behauptet, dass er, als er in Zusammenhang mit der Geschichte um die Biodiesel-Fabrik in Haft gewesen sei, von einem US-Amerikaner kontaktiert worden sei, der glaubte, der ehemalige Salzburger sei sein Sohn. Demnach wollte der Angeklagte 1967 im texanischen El Paso geboren und als Baby von seiner Mutter nach Österreich gebracht worden sein, die auch sein Geburtsdatum verändert habe. Er legte sogar einen DNA-Test vor, der seine Verwandtschaft mit seinem angeblichen US-Vater beweisen sollte. Eine Komplizin des 51-Jährige gab aber zu, den Test gefälscht zu haben. Die Frau hatte auch die Geburtsurkunde des kurz nach der Geburt verstorbenen Babys besorgt.

Auf eine Geldstrafe verzichtete Richter Mendoza laut "Tri-City Herald". Der Angeklagte habe keine Möglichkeit, diese zu bezahlen, weil er bereits Millionen Dollar Schulden wegen der Wiedergutmachung für die früheren Verurteilungen habe. 2015 wurde er demnach verurteilt, im Zuge der Geschichte um die Biodiesel-Anlage an die Opfer 13 Millionen Dollar (11,53 Mio. Euro) und knapp 2,6 Millionen Dollar (2,31 Mio. Euro) an die US-Bundessteuerbehörde zu zahlen.

(APA)

(Quelle: APA)

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