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Landespolitiker infiziert

Corona-Impfung wirkt trotz Durchbrüchen "sehr gut"

Ärztin klärt wichtigste Fragen

Für Unsicherheit sorgen derzeit die Corona-Infektionen einiger geimpfter Salzburger Politiker, darunter auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Wie es zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen kann und wieso der Stich gegen das Virus dennoch wirkt, erklärt Primarärztin Univ.-Prof. Dr. Uta Hoppe von den Salzburger Landeskliniken (SALK).

Von einem Impfdruchbruch wird gesprochen, wenn man das Coronavirus trotz Impfung nachweisen kann und Symptome auftreten, erklärt Primarärztin Hoppe am Montag gegenüber S24.

 

Impfdurchbrüche bei unter 7 Prozent

Von den seit Anfang Februar 190.365 laborbestätigten Corona-Fällen mit klinischer Symptomatik waren 13.075 Betroffene vollständig geimpft. Berücksichtigt wurden hier nur Personen über zwölf Jahren, weil Jüngere hierzulande nicht geimpft werden. Österreichweit geht die AGES von einem Anteil von 6,87 Prozent aus (Stand 28. September). Genaueres könnt ihr HIER nachlesen.

wilfried-haslauer_1280.jpg Robert Ratzer
Dr. Wilfried Haslauer 

Salzburgs LH Haslauer corona-positiv

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist corona-positiv. Zuvor hatten ein weiterer ÖVP-Mandatar und drei hochrangige SPÖ-Vertreter ihre Infektion publik gemacht.

Geimpfte bauen Virus schneller ab

Auch der Salzburger Landeshauptmann Haslauer und weitere Politiker haben sich trotz doppelter Impfung infiziert, wie am Wochenende bekannt wurde. Das sorgt nun bei vielen für Bedenken. Hoppe versichert aber: „Die Impfung wirkt.“ Dass sich auch Geimpfte mit Covid-19 anstecken können, passiere, weil wir durch die Immunisierung ja keine „Schutzwolke“ um uns herum hätten, sondern die Viren weiterhin einatmen würden. „Diese werden jedoch durch Antikörper schneller abgebaut“, weiß die SALK-Ärztin.

Schon bei milden Symptomen werde die Abwehr aktiviert und die „Kampfmaschine“ im Körper ausgebaut. Dass es einen Impfschutz gibt, steht für Hoppe fest. Denn: „Die Impfung schützt hervorragend gegen schwere Verläufe.“ Deshalb geht die Primarärztin nicht davon aus, dass einer der infizierten Politiker im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation landen wird.

Kaum „echte“ Durchbrüche in Salzburg

In Salzburg befinden sich laut einer Aussendung des Landes mit Stand heute (8.30 Uhr) 34 Corona-Patienten im Spital. Elf von ihnen sind auf der Intensivstation. „Von den Erkrankten auf der Normalstation sind derzeit vier vollimmunisiert, auf der Intensivstation eine Person. Es handelt es sich hier ausschließlich um Personen, die entweder Vorerkrankungen haben oder immunsupprimiert sind. Echte Impfdurchbrüche gibt es kaum. Insgesamt muss man festhalten, auch die Lage in unseren Spitälern belegt, dass die Impfung wirkt und vor einem schweren Krankheitsverlauf sehr gut schützt“, so Hoppe in der Aussendung Montagmittag.

Dritter Stich für noch stärkere Immunantwort

Am stärksten sei der Schutz bei Jüngeren. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankung könne dieser etwas schwächer ausfallen. Aus diesem Grund werde mit dem dritten Stich bei Hochrisikopatienten und Älteren gestartet. Danach gehe es gestaffelt je nach Risikostufe weiter. „Nach der dritten Impfung hat man eine noch stärkere Immunantwort. Wie lange diese hält, ist aber derzeit nicht klar. Hierfür fehlt uns die Zeit.“ Dass eine Auffrischung nötig ist, ist für Hoppe nichts Ungewöhnliches: „Bei einer Grippeimpfung, Tetanus oder FSME muss auch wieder geimpft werden.“

Ansteckendere Delta-Variante dominant

Mittlerweile beherrsche die Delta-Variante das Infektionsgeschehen in Österreich. Diese sei auch wesentlich ansteckender als die Ursprungsformen des Coronavirus, weiß die Primarärztin. Auch Jüngere würden sich häufiger infizieren und die Wahrscheinlichkeit für Impfdurchbrüche sei höher. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man sich trotz Impfung infiziert, könne man pauschal nicht sagen. Denn es hänge davon ab, wo man sich aufhalte. „In einem Superspreader-Bereich ist die Wahrscheinlichkeit natürlich höher.“

 

Sollen Immunisierte testen gehen?

Durchaus für Kritik sorgt, dass Geimpfte etwa für Lokalbesuche keine Corona-Tests mehr brauchen, obwohl sie ebenfalls mit dem Virus infiziert sein könnten. Hoppe meint: „Geimpfte haben schon ihren Teil beigetragen, dass wir wieder ein normales Leben führen können.“ Der Schutz vor einer Infektion sei bei ihnen eben viel höher. Deshalb findet es die Ärztin zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt, dass Geimpfte nicht regelmäßig testen müssen. In Hochrisiko-Bereichen, wie Spitälern, gebe es ohnehin verschärfte Schutzmaßnahmen. In Supermärkten und an anderen Orten des täglichen Bedarfs müssen außerdem zusätzlich FFP2-Masken getragen werden. Dadurch werden auch Ungeimpfte geschützt, falls Geimpfte tatsächlich Träger des Virus seien, merkt Hoppe an.

(Quelle: SALZBURG24)

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