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Intelligentes Haus

Diese Gefahren bringt das Smart Home

Das digitale Heim, Hacker und Überwachung

smart-home-3317433_1920.jpg Pixabay
Das Smart Home eröffnet Kriminellen gänzlich neue Möglichkeiten.

Im Bundesland Salzburg klärt die Arbeiterkammer (AK) Salzburg derzeit über Möglichkeiten und Gefahren des Smart Homes auf. Uns hat AK-Experte Christian Obermoser gibt Einblick, wie das intelligente Heim gehackt werden kann und welche Formen der Überwachung sich dadurch ergeben.

Intelligente Kühlschränke, Kaffeemaschinen oder Heizungen, die sich selbstständig ein- und ausschalten, bringen auf den ersten Blick vor allem Komfort mit sich. Das Smart Home ermöglicht dabei aber auch Kriminellen ganz neue Möglichkeiten. Gerade deswegen, weil viele dieser Dienste nur durch eine Verbindung zu einer Cloud – also einem online verfügbaren Speicher – funktionieren.

Automatische Türöffnungssysteme

Dies veranschaulicht etwa das Beispiel der Türöffnungssysteme. So gab es erst kürzlich den Fall, bei dem ein Cloud-Dienst, den ein Anbieter dieses Systems verwendet, in den Konkurs schlitterte. Daraufhin funktionierte die automatische Türöffnung nicht mehr so wie sie soll und jeder hatte Zugang zum Haus. "Wenn es also bei so essentiellen Dingen wie Haustüren ein Missgeschick oder gar kriminelle Energie gibt, dann hat man hier ganz neue Möglichkeiten", so AK-Experte Christian Obermoser im Gespräch mit SALZBURG24.

Überwachungskameras leicht gehackt

Auch Überwachungskameras seien anfällig für Kriminelle. So sei es möglich, Wlan-Kameras mit geringem Aufwand zu hacken und somit unbrauchbar zu machen. "Sollte das System in einem solchen Fall nicht über eine Fall-Back-Lösung verfügen, wird nichts aufgezeichnet. Auch die Prävention ist somit hinfällig", erklärt Obermoser.

Fremde sehen sich im Smart Home um

Gerade durch den in Österreich sehr laxen Umgang mit Passwörtern – immerhin sind das Geburtsdatum oder „1234“ die beliebtesten Passwörter – ergeben sich ganz neue Gefahrenquellen. "Man braucht also nur Emailadresse und Passwort, was relativ einfach zu hacken ist. Dann hat ein Außenstehender die Möglichkeit, sich direkt in einem fremden Haus umzusehen", gibt Obermoser zu denken.

Das ist bei Passwörtern zu beachten:

  • Es soll aus mindestens 15 Zeichen bestehen
  • Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen beinhalten
  • Wörter aus dem Wörterbuch vermeiden
  • Passwörter nicht für unterschiedliche Dienste verwenden

Sprachassistenten als Datensammler

Der AK-Experte weist zudem auf die Gefahren durch Sprachassistenten wie Alexa oder Siri hin. "Diese Sprachassistenten sind nur die Spitze des Eisbergs. Schließlich bediene ich damit andere Geräte." Somit können Amazon & Co Daten abgreifen, selbst wenn diese gar nicht über den verwendeten Dienst verfügen. Als Beispiel: Der Musik-Streaming-Dienst Spotify wird über Alexa angesteuert und Informationen zur abgespielten Musik landen dadurch bei Amazon.

Selbiges ergebe sich durch die Verwendung eines smarten Kühlschranks, Spiegel, Fitnesstracker oder Zahnbürste. Persönliche Daten werden generiert und können abgegriffen und ausgewertet werden. "Das Zahlungsmittel Geld wird zunehmend vom Zahlungsmittel Daten abgelöst. Und über das Smart Home hole ich mir die Datensammler mit nach Hause", so Obermoser abschließend.

(Quelle: SALZBURG24)

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