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Mobilfunk-Frequenzen

Salzburg AG ersteigert Frequenzen um 4,4 Mio. Euro

Schitter Salzburg AG NEUMAYR/LEO/ARCHIV
Leonhard Schitter, Vorstandssprecher der Salzburg AG.

Die Salzburg AG hat sich bei der 5G-Auktion die Frequenzen für Stadt und Land Salzburg sowie die Steiermark gesichert. Dafür investierte man 4,4 Millionen Euro. Weitere Bieter waren Mass Response (1,8 Mio. Euro), Liwest (5,3 Mio. Euro), und Holding Graz (3,0 Mio. Euro).

"Mit der Ersteigerung der Frequenz für die nächsten zwanzig Jahre haben wir eine wichtige Investition in die Zukunft getätigt", erklärt Vorstandssprecher Leonhard Schitter den Zukauf und setzt fort, "Der Telekom-Bereich der Salzburg AG ist jener Unternehmensbereich, in dem wir im größten Wettbewerb stehen und der auch aus meiner Sicht, Stichwort Digitalisierung, für die Zukunft der Salzburg AG besonders wichtig ist. Dafür investieren wir in den Breitbandausbau 250 Mio. Euro bis 2030." Schon jetzt bestehe für rund 92,8 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger das technische Potential für Internet mit mehr als 200 Megabit pro Sekunde. In Kooperation mit dem Land Salzburg hat es sich die Salzburg AG zum Ziel gesetzt bis 2030 alle Salzburgerinnen und Salzburger mit 1 Gbit/s schnellem Internet zu versorgen. So werden dieses Jahr unter anderem mit der Erschließung des Haunsbergrückens weitere 1000 Kunden mit der leistungsstarken Fibre to the home-Technologie ausgestattet. Hierfür investiert die Salzburg AG rund eine Million Euro.

Frequenzauktion: Staat kassiert 188 Mio. Euro

Die für die 5G-Frequenzauktion zuständige Telekombehörde RTR hat sich mit dem Ergebnis der Versteigerung zufrieden gezeigt. "Aus unserer Sicht spiegelt dieser Preis den Wert wider, den die Bieter dem Frequenzspektrum gegeben haben. Bei diesem Preis haben sich Angebot und Nachfrage getroffen", sagte RTR-Chef Johannes Gungl am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Der Staat nimmt 188 Mio. Euro ein, das sind 138 Mio. Euro mehr als von der Regierung budgetiert. Das Mindestgebot lag bei 30 Mio. Euro, wie Gungl sagte. Österreich sei beim 5G-Ausbau damit in Europa in der Spitzengruppe, sowohl was die Frequenzmenge als auch den Zeitpunkt der Vergabe betreffe.

Breitband APA

Salzburg AG zahlt 4,4 Mio. Euro

"Wir haben sehr gute Ausstattungen für sieben österreichische Betreiber", gab Gungl bekannt. Neben den drei österreichweiten Mobilfunkern A1, T-Mobile und Drei haben vier Anbieter auf regionaler Ebene Frequenzen ersteigert, in Salzburg ist das die Salzburg AG, in der Steiermark die Holding Graz, in Oberösterreich die Liwest und Spusu-Mutter Mass Response sicherte sich Lizenzen in Niederösterreich und im Burgenland, verzichtete aber auf die Ballungsgebiete Wien und St. Pölten. Die RTR hofft durch die neuen Anbieter auf einen Innovationswettbewerb.

Knapp 1.000 Funkstationen müssen bis Ende 2020 in Betrieb sein

Die Lizenzen sind mit Versorgungsauflagen verbunden, ab 31. Dezember 2020 müssen 989 Funkstationen in Betrieb sein, ab 30. Juni 2022 müssen es 3.264 sein. Der Großteil der Auflagen betrifft A1, T-Mobile und Drei mit zunächst je 303 und später je 1.000 Standorten. Meist handelt es sich um die Umrüstung bestehender Sendemasten. Es sind übrigens nicht alle angebotenen Frequenzblöcke auch ersteigert worden, es sei da und dort etwas übriggeblieben, so Gungl. Diese Nutzungsrechte können zu einem späteren Zeitpunkt vergeben werden. "Es gibt noch Spielraum", sagte Gungl.

Was die einzelnen Bieter mit den Frequenzen genau vorhaben, kann die Behörde nicht sagen. Allerdings wurde eines der versteigerten Frequenzbänder schon bisher für Festnetz-Verbindungen via Richtfunk (Fixed Wireless Access) verwendet. Gungl erwartet, dass der sogenannte Fixed Wireless Access eine der ersten Anwendungen für den neuen Mobilfunkstandard 5G sein wird. Mit Fixed Wireless Access lassen sich etwa in einem Kabelnetz Distanzen überbrücken, bei denen das Verlegen eines Kabels zu aufwendig wäre.

Aufbau eines flächendeckenden Netzes nicht möglich

Zum Aufbau eines flächendeckenden Mobilfunknetzes eignet sich das versteigerte Frequenzspektrum jedoch nicht. Das Band 3,4 bis 3,8 Gigahertz (GHz) habe schlechte Ausbreitungseigenschaften, lasse dafür aber hohe Bandbreiten zu, damit sei es gut geeignet für hohe Internetgeschwindigkeiten in Ballungsräumen. Nächstes Jahr werden in einer Multiband-Auktion auch Bänder (700, 1.500 und 2.100 Megahertz) versteigert, die eine großflächigere Versorgung ermöglichen. Ein Mindestgebot gibt es für die Versteigerung im Frühjahr 2020 noch nicht, von der Regierung budgetiert sind 350 Mio. Euro.

Physikalisch gilt, dass niedrige Frequenzen niedrigere Datenraten zulassen, sich aber größere Gebiete erschließen lassen. Auch Gebäude lassen sich mit niedrigeren Frequenzen besser versorgen. Je höher die Frequenz, desto höher die Datenrate, aber umso geringer die Ausbreitung. Das gleiche gilt übrigens auch für WLAN-Router mit 2,4 GHz bzw. 5 GHz.

Frequenzauktion dauerte drei Wochen

Die soeben zu Ende gegangene Auktion hatte am 12. Februar begonnen und ungefähr drei Wochen gedauert. Sie fand unter strengen Auflagen statt. Die RTR hielt den genauen Termin im Vorfeld geheim - bekannt war nur, dass sie für Ende Februar geplant war. Die Teilnehmer der Auktion durften sich ebenfalls nicht äußern. Sie durften nicht einmal sagen, ob sie an der Versteigerung teilnehmen. Die Behörde wollte damit Hackerangriffen vorbeugen, wie Gungle sagte. Die Vergabe fand über das Internet statt.

Die Spionageaffäre um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei spielte bei der Vergabe keine Rolle, erklärte Gungl. Dafür gebe es auch keine gesetzliche Grundlage.

(APA)

(Quelle: APA)

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