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Jugendmonitor

"Pay-Gap" bei Lehrlingen nimmt zu

Wie geht es Salzburgs Jugend?

Geld APA/Helmut Fohringer
Schon in der Lehre verdienen Männer mahr als Frauen. (SYMBOLBILD)

Am heutigen „Tage der Jugend“ präsentiert die AK-Salzburg den Jugendmonitor 2019. Der Fokus liegt auf dem Arbeitsmarkt: Die Lehrlingszahlen steigen, immer mehr Jugendliche verdienen sich neben Studium und Schule etwas dazu. Auffällig: Die Einkommensunterschiede zwischen jungen Frauen und Männern nehmen zu.

Seit 2012 erstellt die Arbeiterkammer jährlich einen Jugendmonitor und leuchtet damit die wichtigen Lebensbereiche junger Salzburgerinnen und Salzburger aus.

Immer mehr arbeiten neben der Schule

Heuer machen sich die geburtenschwachen Jahrgänge in der Analyse bemerkbar. Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen ist um 3,38 Prozent auf 61.450 gesunken. Weil immer mehr von ihnen neben Schule und Studium einem Job nachgehen müssen, ist die Erwerbstätigenquote um 1,4 Prozent auf 57,2 Prozent gestiegen.

Grafik; jugendmonitor AK Salzburg/Screenshot

Ins Auge sticht diesbezüglich eine Zahl: Auch bei der Jugend gehen 6,3 Prozent weniger Frauen als Männer einer Beschäftigung nach. Dies liegt zum einen daran, dass mehr Frauen in die Schule gehen und in der Lehrlingsausbildung unterrepräsentiert sind. Anderseits ist noch immer die klassische Rollenverteilung vorzufinden: Frauen sind – unbezahlt – in der Betreuung von Kindern und Angehörigen tätig.

Gastro und Bau am jüngsten

Die meisten jungen Erwerbstätigen finden sich übrigens in der Bauwirtschaft und in der Gastronomie – dort ist jeder fünfte Beschäftigte unter 25 Jahre alt. Mit 9,4 Prozent hatte Österreich 2018 eine der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeits-Quoten der EU. In Salzburg lag die Arbeitslosigkeit der bis 25-Jährigen bei 4,6 Prozent, ein Minus von 0,4 Prozent.

Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse steigt

Sorgen bereitet der Arbeiterkammer die zunehmende Zahl atypischer Beschäftigungsformen. „Befristete saisonale Arbeitsverträge statt ganzjährig Vollzeit, Leiharbeit mit unsicheren Zukunftsperspektiven, unbezahlte Praktika statt regulärer Dienstverhältnisse nehmen allesamt zu und erschweren die Zukunftsplanung“, erklärt Stephanie Posch, Jugendreferentin der AK-Salzburg. Auch die Zahl der geringfügigen Beschäftigten in dieser Altersgruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr von 5.270 auf 5.370 (+1,9 Prozent) erhöht. Ein weiteres Indiz dafür, dass immer mehr Jugendliche neben Schule und Studium arbeiten (müssen): „Die Ausbildung zieht sich dadurch in die Länge, der Einstieg ins reguläre Arbeitsleben verzögert sich“, weiß Posch.

Wieder mehr Lehrlinge in Salzburg

Doch der Jugendmonitor kann auch positive Zahlen vermelden – die Zahl der Lehrlinge steigt weiter. Ende 2018 gab es 150 Lehrlinge mehr als 2017. Erstmals seit langem gibt es wieder mehr weibliche Lehrlinge. Allerdings ist Lehre noch immer stark männlich: 5.528 männlichen Lehrlingen stehen nunmehr 2.894 weiblichen Lehrlinge gegenüber. Vom Abschluss einer Lehrausbildung profitieren Jugendliche wesentlich. So sinkt das Risiko arbeitslos zu werden um zwei Drittel gegenüber Jugendlichen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben.

Grafik; jugendmonitor AK Salzburg/Screenshot

Frauen verdienen schon in Lehre weniger

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Bereits in jungen Jahren treten große Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern auf. Männer erreichen im Schnitt bereits mit Anfang 20 ein höheres Einkommen als Frauen am Zenit ihrer Berufskarriere. „Ein Grund ist die traditionelle Berufswahl. Während etwa die Top-3-Lehrberufe bei Männern im technischen Bereich liegen, wählen Frauen kaufmännische Berufe oder werden Friseurin bzw. Stylistin. Das Einkommen ist dort bis zu 20 Prozent niedriger. Während der Lehre summiert sich das auf 1.000 bis 7.000 Euro weniger Entschädigung. Maurer – Platz sechs der beliebtesten Lehren bei den Burschen – kommen in drei Lehrjahren sogar auf fast 30.000 Euro mehr als zum Beispiel Friseurinnen und Friseure“, sagt Simone Weiler aus dem AK Jugendreferat.

Diese Einkommensunterschiede setzen sich nach der Lehrzeit fort. In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen verdienen Frauen im Durchschnitt um 451 Euro weniger als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen.

(Quelle: SALZBURG24)

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