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Süß, aber ungewollt

Kätzchenflut plagt Salzburgs Tierheime

Vereine erinnern an Kastrationspflicht

Auch vor Salzburgs Katzen haben die Frühlingsgefühle nicht Halt gemacht und so ist es jetzt zu Sommerbeginn soweit: Unzählige Kitten erblicken das Licht der Welt. Ein Großteil von ihnen war wohl aber weder geplant, noch gewollt und so landen viele in den Tierheimen. Diese sind mittlerweile überfüllt und erinnern deshalb einmal mehr an die geltende Kastrationspflicht.

Wagrain, Seekirchen am Wallersee, Hallein

Es ging heuer unerwartet spät los, doch nun ist sie da: Die Kittenzeit. Zahlreiche herrenlose Babykätzchen füllen jetzt die Zwinger von Salzburgs Tierheimen. Oft sind sie krank, stammen aus Inzucht oder sind so scheu, dass sie nicht vermittelt werden können. Einmal mehr rufen Tierschützer:innen deshalb dazu auf, freilaufende Katzen kastrieren zu lassen – männliche wie weibliche.

 

Was eine Kastration bringt

Eigentlich wäre der Eingriff bei freilaufenden Tieren ohnehin Pflicht, Ausnahmen gibt es nur für Zuchtkatzen. Sinnvoll ist eine Kastration aber nicht nur um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Auch das Risiko für einige Viruserkrankungen kann damit gesenkt werden, wie Tierärztin Eva Haberpeuntner heute im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt. Denn durch das Wegfallen des Sexualtriebs kommen sich die Tiere weniger nahe. Ebenso könnten Wucherungen an der Gebärmutter vermieden werden, weil es zu keiner „Dauerrolligkeit“ kommen kann. „Deshalb ist Kastration eigentlich auch bei Wohnungskatzen wichtig“, findet die Veterinärin.

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Die Folgen von unkastrierten Freigänger-Katzen bekommen Salzburgs Tierheime jetzt zu spüren. Von einer regelrechten „Katzenschwemme“ berichtet etwa Ursula Lochmann, Leiterin des Tierheims Hallein (Tennengau). Bis Mitte April sei es überraschend ruhig gewesen, „dann ist es schlagartig losgegangen“, sagt sie im S24-Gespräch. „Und mittlerweile ist es soweit: Ich kann nichts mehr aufnehmen, weil ich nicht mehr weiß, wohin damit.“ Ihr Lösungsvorschlag: "Kastrieren, kastrieren, kastrieren!"

Salzburgs Tierschutzvereine „gehen alle über“

„Es gehen alle über“, fasst Tanja Grundner, Gründerin der Tierhilfe Felicita in Wagrain (Pongau), die Situation zusammen. Über 30 Kitten und deren Mutterkatzen werden derzeit allein von ihrem Verein und den zugehörigen Pflegestellen betreut. Nicht mitgezählt wurden hier die zahlreichen ausgewachsenen Samtpfoten, die auch weiterhin laufend bei den ehrenamtlichen Tierschützer:innen abgegeben werden. „Wir müssen jetzt schon auf Tierheime zurückgreifen“, klagt die Katzenfreundin. „Es ist einfach kein Platz mehr bei uns.“

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Im Tierheim Felicita e.V. sind zurzeit 59 Kaninchen.(SYMBOLBILD)

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Viele Kitten vor allem am Land

Die Zusammenarbeit mit dem Tierheim Theo in Seekirchen (Flachgau) kommt Grundner und ihren Kolleg:innen dabei zugute. Dort hat man noch ein bisschen Spielraum, wie Mitarbeiterin Anita Baumgartner im S24-Gespräch berichtet und greift deshalb den anderen Vereinen unter die Arme. „Gerade im ländlichen Bereich merkt man die Kittenzeit aber schon stark“, findet die Tierpflegerin. Sie führt das vor allem auf die großen Populationen unkastrierter Bauernkatzen zurück, wo Halter:innen nicht eindeutig identifizierbar sind. Diese würden sich kreuz und quer in der Umgebung verpaaren, „da fühlt sich dann natürlich auch keiner verantwortlich“.

 

Pfotenhilfe übernimmt Katzenbabys aus Flachgau

Mittlerweile ist die Lage in Salzburg derart eng, dass sich einige Vereine auch jenseits der Landesgrenze Hilfe gesucht haben. Die Pfotenhilfe Lochen (Bezirk Braunau) etwa übernimmt regelmäßig Kitten aus dem Flachgau. "Die meisten kommen aus ländlichen Gebieten, oft sind sie krank und extrem scheu", so Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe. Heuer seien es außergewöhnlich viele. Weil die Populationen häufig sehr groß sind, sei schwer zu sagen, zu wem die Katzenbabys tatsächlich gehören. Er sieht, wie auch die anderen Tierschützer:innen, die Lösung darin, Katzen flächendeckend kastrieren zu lassen. Es brauche strengere Kontrollen der Kastrationspflicht und auch härtere Strafen, um künftiges Tierleid zu vermeiden. Nur so könne man die Überpopulation in den Griff bekommen, meint er.

Ob der neuerliche Aufruf zur Kastration etwas bewirkt, wird sich wohl schon im Herbst zeigen. Dann steht nämlich schon die nächste Zeit vor der Tür, zu der vermehrt Babykätzchen geboren werden. Für die Tierheime bleibt nur zu hoffen, dass die Flut dann geringer ausfällt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 16.08.2022 um 12:21 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/kaetzchenflut-plagt-salzburgs-tierheime-123493144

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