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Kirche legt Veto ein

Salzburg bekommt eigene Karfreitags-Regelung

Karfreitag APA/ROLAND SCHLAGER
Wende in der Karfreitags-Debatte.

Die Diskussion um den Karfreitag ist um ein Kapitel reicher. Wie am Montag bekannt wurde, erhält das Bundesland Salzburg eine eigene Regelung für den Karfreitag. Wie diese genau aussieht und was das für die Salzburgerinnen und Salzburger für den 19. April bedeutet – hier erfahrt ihr die Details.

Die Debatte um den Karfreitag kommt einfach nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte die Bundesregierung den Feiertag, der nach einem EuGH-Urteil allen Arbeitnehmern zusteht, gestrichen. Stattdessen wird es einen Rechtsanspruch auf einen „persönlichen Feiertag“ geben, der aber aus dem bestehenden Urlaubsanspruch bestritten werden muss. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall keinen Einspruch einlegen.

Karfreitag: Ausnahme-Regel für Salzburg

Für Salzburg kommt nun eine völlig eigene Regelung, wie die Erzdiözese am Montag bekannt gab. Anders als in anderen Bundesländern können Salzburgerinnen und Salzburger mittels Formular (HIER zum Download ) einen „persönlichen Feiertag“ für den Karfreitag einfordern – und verlieren dabei aber keinen Urlaubstag. Die religiöse Konfession spielt dabei keine Rolle. „Jeder, der im Bundesland Salzburg als wohnhaft gemeldet ist, kann diesen Feiertag nehmen“, erklärt die Erzdiözese Salzburg auf S24-Nachfrage. Wichtig sei dabei allerdings, einen plausiblen Grund mitanzuführen, weshalb der Karfreitag für ihn ein wichtiger Feiertag sei.

Es ist Eile geboten

Das Formular muss bis spätestens Montag, 1. April, 23.59 Uhr vollständig und korrekt ausgefüllt an an diese E-MAIL-ADRESSE abgeschickt werden. Die Erzdiözese informiert dann den Arbeitergeber über das Ansuchen. Achtung: Rechtlich bindend ist das Ansuchen erst, wenn der Arbeitnehmer zusätzlich eigenständig bei seinem Chef vorgesprochen hat. Ein Einspruch von dessen Seite ist aber ausgeschlossen.

Feiertag hat „zentrale Bedeutung“

„Wir wollen mit dieser Regelung wieder die ursprüngliche religiöse Bedeutung von Feiertagen ins kollektive Gedächtnis hervorholen“, betont ein Sprecher. Der Karfreitag ist Teil des höchsten katholischen Festes: Ostern. „Christen gedenken am Karfreitag des Leides und des Sterbens Jesu“, wird erklärt. Besonders für Evangelische habe der Feiertag eine „zentrale Bedeutung.“

Für die Erzdiözese Salzburg daher Anlass genug, die Regelung der Bundesregierung zu kippen. Rechtlich möglich ist dies aufgrund der besonderen Historie Salzburgs. Salzburg wurde vom Spätmittelalter (14. Jahrhundert) bis zur Säkularisierung 1802/03 als Fürsterzbistum von Geistlichen regiert.

Salzburgs besondere Geschichte

In dieser Zeit erhielten Salzburg Erzbischöfe, die als geistliche Fürsten über das Land herrschten, zahlreiche Sonderrechte eingeräumt. So kann der Erzbischof in dringenden Fällen anstelle des Papstes Entscheidungen treffen und so unter anderem den Kirchenbann verhängen und lösen. Außerdem dürfen Salzburgs Erzbischöfe den Legatenpurpur tragen und das Salzburger Domkapital genießt innerhalb Österreichs das alleinige Recht, den zukünftigen Erzbischof aus einem Dreiervorschlag des Papstes auszuwählen.

Das ius Archidioecesis Salisburgensis (Latein: Recht des Salzburger Erzbischofes, Anm.) besagt, dass der Erzbischof als Oberhaupt des Landes die Befugnis besitzt, Gesetze zu beschließen, zu ändern oder zu kippen. Dieses Recht hat der Salzburger Erzbischof als juristischer Nachfolger des Fürsterzbischofs bis heute – Salzburgs Politik sind in diesem Fall die Hände gebunden. „Wir gehen mit dieser Befugnis allerdings äußert behutsam um“, versichert die Erzdiözese. Im Fall der Karfreitags-Regelung sah sich die Kirche allerdings dazu gezwungen, „etwas zu tun“, da man durch die aktuelle Regelung die Gefahr sah, „dass die Bedeutung von religiösen Feiertagen nachhaltig untergraben“ werde.

Mehrere Ausnahmen in Österreich

Salzburg ist nicht die erste innerösterreichische Ausnahme. Zuvor haben bereits Mödling (Niederösterreich) und Innsbruck (Tirol) eigene Regelungen angekündigt. Hier müssen Protestanten weiterhin an ihrem höchsten Feiertag nicht arbeiten. Thomas Steiner (ÖVP), Bürgermeister von Eisenstadt (Burgenland) will gleich allen Mitarbeitern freigeben. Auch alle Landesbeamte im Burgenland sollen weiterhin am Karfreitag freihaben. Mit Salzburg kommt nun eine weitere Ausnahme hinzu.

 

April, April - reingelegt!

(Quelle: SALZBURG24)

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