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Sirenen-Probealarm

Warum Vorbereitung auf Katastrophenfall wichtig ist

Reale Gefahr durch Unwetter und Blackout

20210818_PD2854.HR.jpg APA/EXPA
In Salzburg drohen Umweltkatastrophen vor allem durch Unwetter und Hochwasser. 

Am morgigen Samstag um 12 Uhr heulen in ganz Österreich die Sirenen: Grund dafür ist der alljährliche Zivilschutz-Probelalarm. Dabei werden verschiedene Warnsignale getestet, die Bedeutung dieser ist den Menschen aber nicht immer bekannt. Darüber hinaus ist die richtige Vorbereitung auf einen Katastrophenfall von großer Bedeutung, wie Wolfgang Hartl vom Salzburger Zivilschutzverband erklärt.

Jedes Jahr am ersten Samstag im Oktober findet in Österreich der Zivilschutz-Probealarm statt. Dabei werden zwischen 12 Uhr und 12.45 Uhr die Funktion und auch die Reichweite der österreichweit rund 8.200 Sirenen getestet. Etwa 510 Sirenen befinden sich im Bundesland Salzburg. "Die jährlichen Tests zeigen, dass rund 96 bis 98 Prozent davon funktionsfähig sind", so Wolfgang Hartl, Geschäftsführer des Salzburger Zivilschutzverbandes, im Gespräch mit SALZBURG24.

 

Ernstfälle in Salzburg

Neben dem Probealarm kommen die Sirenen in Salzburg mehrmals im Jahr auch im Ernstfall zum Einsatz. "Zumeist aufgrund von Unwettern, Starkregen und Hochwasser", erzählt Hartl. Dabei werde immer wieder festgestellt, dass die Bevölkerung die Signale nicht auseinander halten könne. "Das führt dazu, dass die Notrufleitungen blockiert sind, weil die Menschen nachfragen, was denn los ist."

 

Das bedeuten die Signale

Dies zeigt, wie wichtig der jährliche Probealarm ist. Die Bedeutung der Signale ist wie folgt:

  • Warnung: Drei Minuten gleichbleibender Dauerton. Herannahende Gefahr! Radio oder TV-Gerät bzw. Internet einschalten, Verhaltensmaßnahmen beachten.
  • Alarm: Eine Minute auf- und abschwellender Heulton. Gefahr! Schützende Bereiche bzw. Räumlichkeiten aufsuchen, über Radio oder TV-Gerät bzw. im Internet durchgegebene Verhaltensmaßnahmen befolgen.
  • Entwarnung: Eine Minute gleichbleibender Dauerton. Ende der Gefahr! Weitere Hinweise über Radio und TV-Gerät bzw. Internet beachten.
  • Sirenenprobe: 15 Sekunden.
2021-10-01 11_23_50-Start.jpg Land Salzburg
Beim Zivilschutzprobealarm heulen am Samstag in ganz Österreich mehr als 8.000 Sirenen.

Vorräte für eine Woche empfohlen

Der Zivilschutzverband empfiehlt grundsätzlich, für den Krisenfall Vorräte für eine Woche zu Hause zu haben. "Das ist der Zeitraum, mit dem wir rechnen. Es kann vorkommen, dass Lieferwege etwa durch Lawinen oder Murenabgänge unterbrochen sind. Dann können Geschäfte nicht befüllt werden", weiß Hartl. Der Zivilschutzverband hat deshalb eine Auflistung an Lebensmitteln ausgearbeitet, die ein Zwei-Personen-Haushalt für eine Woche zur Selbstversorgung zu Hause haben sollte:

Grundlagen

  • Mehl: 2 Kilo
  • Zucker: 1 Kilo
  • Reis: 500 Gramm
  • Teigwaren: 1 Kilo
  • Grieß: 500 Gramm
  • Semmelwürfel: 1 Packung

Konserven

  • Fleischkonserven: 1 Kilo
  • Fischkonserven (Thunfisch in Öl): 500 Gramm
  • Gemüsekonserven: 1.500 Gramm
  • Dosenkonserven zusätzlich 500 Gramm
  • Obstkonserven: 1 Kilo
  • Dosensuppen: 1 Kilo
  • Pakerlsuppen: 2 Packungen
  • Würstl im Glas: 500 Gramm

Trockenwaren und Ergänzungen

  • Semmelknödel: 1 Packung
  • Backerbsen: 1 Packung
  • Salzstangen: 1 Packung
  • Zwieback: 1 Kilo
  • Knäckebrot: 1 Kilo
  • Trockenfrüchte: 1 Kilo
  • Nüsse: 1 Packung
  • Haferflocken: 1 Kilo
  • Kekse nach Bedarf
  • Hülsenfrüchte: 500 Gramm
  • Kartoffelpüree: 2 Packungen
  • Cornflakes: 750 Gramm
  • Müsli: 500 Gramm
  • Tomatenmark: 500 Gramm
  • Honig: 500 Gramm
  • Kaiserschmarrn Basis 1 Packung

Flüssigkeiten

  • Kaffee: 1 Kilo
  • Orangensaft: 6 Liter
  • Mineralwasser: 4 x 1,5 Liter
  • Tee: 2 Packungen
  • Kakao: 1 Packungen
  • Haltbarmilch: 2 Liter
  • Speiseöl: 500 Milliliter

Pandemie schärft Sinn für Krisen

Die Corona-Pandemie habe laut Hartl bei der Bevölkerung die Bedeutung der Krisenvorsorge wieder ins Gedächtnis gerufen. "Die Reaktionen auf die Pandemie waren wie erwartet. Die Menschen benötigten vor allem Informationen und Hilfe von außen, wenn sie etwa in Quarantäne sind. Das Interesse an der richtigen Vorbereitung ist auf jeden Fall gestiegen."

 

Gefahr durch Blackout

In einer technologisch fortgeschrittenen Gesellschaft besteht zudem Gefahr durch einen Blackout – also einen flächendeckenden Stromausfall. Gefahr gehe hier vor allem von Hacker-Angriffen aus: Wie schnell das gehen kann, zeigte zuletzt die Attacke auf SalzburgMilch im Juni dieses Jahres. Ist die Strominfrastruktur betroffen, werden technische Geräte unbrauchbar", erklärt Hartl. Ein solches Szenario stellt also weitere Anforderungen an die Menschen. Gaskocher, Brennpaste und Griller etwa gewinnen dann an Bedeutung.

Strom, Mast, SB Bilderbox
(SYMBOLBILD)

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Informationen vom Zivilschutzverband

Seitens des Zivilschutzverbandes gibt es die klare Empfehlung, sich zu informieren. Interessierte können auch telefonisch anfragen, dann könne laut Hartl auf die individuelle Situation eingegangen werden. Der Salzburger Zivilschutzverband, der heuer übrigens sein 60-jähriges Bestehen feiert, ist am Samstag mit einem Info-Stand am Rathausplatz in Saalfelden und beim Feuerwehrhaus in Unken anzutreffen.

(Quelle: SALZBURG24)

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