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Corona-Maßnahmen

Klambauer gegen Kindergarten-Regel im Tennengau

Aktuell eine Einrichtung in Salzburg geschlossen

Andrea Klambauer, Feriencamp, ARCHIV Land Salzburg/Franz Neumayr
Andrea Klambauer (NEOS) im Sommer bei einem Feriencamp im Lungau. (ARCHIVBILD)

Das Coronavirus hat den Betrieb in Salzburgs Kindergärten verändert. Je nach Ampelfarbe gelten bestimmte Regeln. Aktuell sei die Situation in den 600 Einrichtungen gut, erklärt die zuständige Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) im Gespräch mit SALZBURG24. Die Extra-Regelung für Kindergärten im Tennengau ist für sie nicht nachvollziehbar.

Bildungsampel in Salzburg großteils gelb

Die Maßnahmen für die Ampelfarben wurden an die Kindergärten bereits im Sommer kommuniziert. Dabei habe man sich an die Empfehlung des Bildungsministers Heinz Faßmann (ÖVP) gehalten. „Wir haben diese genau so übernommen, weil ich sie für sehr vernünftig erachte“, sagt Klambauer am Mittwochvormittag. Die Bildungsampel wird in Abstimmung mit der allgemeinen Corona-Ampel und den Gesundheitsbehörden geschalten. Aktuell sind nur der Pinzgau und der Lungau grün, die Stadt Salzburg, der Flachgau, der Tennengau und der Pongau sind gelb.

 

"Bitte nicht als erstes bei den Kindergärten ansetzen"

„Das Infektionsgeschehen spielt sich in erster Linie im privaten Bereich ab und nicht in den Kindergärten. Deshalb sind wir auch im Tennengau auf gelb“, betont die Landesrätin. Entschieden werde das von einer Kommission immer am Donnerstag. Trotzdem sind im Bezirk Hallein mit der neuen Verordnung vom Sonntag Maßnahmen in Kraft getreten, die eigentlich erst bei einer Schaltung auf orange vorgesehen sind. „Dass jetzt von Seiten der Gesundheitsbehörde für den Tennengau die Weisung gekommen ist, dass Eltern den Kindergarten nicht mehr betreten dürfen, das war nicht mit mir abgestimmt und ich sehe dafür auch keine fachliche Begründung.“

Warum kam es zu dieser Entscheidung? „Die Begründung war, dass es Cluster im Bereich von Kindergärten gegeben hat.“ Klambauer betont, dass es bei Kindern unter zehn Jahren kaum Infektionsgeschehen gebe. „Ich unterstütze alles, wo man versucht Cluster zu vermeiden, aber bitte nicht als erstes bei den Kindergärten ansetzen.“

Einrichtung in Adnet aktuell geschlossen

Von 600 Einrichtungen ist derzeit eine geschlossen. Im Kindergarten in Adnet (Tennengau) sind zu viele Pädagoginnen als Kontaktperson Kategorie 1 (K1) oder als positiv Getestete in Quarantäne. Die Betreuung war nicht mehr sichergestellt. Laut Klambauer war zuvor der Kindergarten Saalfelden (Pinzgau) wegen zu vieler K1-Fälle zugemacht worden, in Hallein (Tennengau) kam es einmal zum Notbetrieb, weil zwölf von 16 Pädagoginnen in Quarantäne waren. Um Schließungen aufgrund von Personalengpässen zu vermeiden, ist es für das heurige Kindergartenjahr erlaubt, dass Assistentinnen die Gruppenleitung übernehmen. Außerdem ist die Aufteilung von Gruppen erleichtert worden.

 

Regeln für Laternenfest und Co.

Grundsätzlich laufe in den Einrichtungen der Regelbetrieb. Doch die Feste des Jahreskreises können nicht wie immer gefeiert werden. Jetzt im Herbst stehen etwa das Laternen- und das Martinsfest an. Die Kindergärten müssen sich an die Veranstaltungsregeln halten. Von Festen mit Eltern rät Klambauer ab – auch im Freien. Stattdessen sollte innerhalb der Gruppe gefeiert werden.

Die Ampel-Farben der Kindergärten und ob sie geöffnet oder geschlossen sind, sind auf der Website des Landes Salzburg ersichtlich. Für jede Gemeinde sind hier Kindergärten, Krabbelstuben und Schulen einzeln aufgelistet. Konkrete Erläuterungen zur Bildungsampel gibt es auch auf der Seite des Bildungsministeriums.

(Quelle: SALZBURG24)

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Das sind die strengeren Maßnahmen im Tennengau

Coronavirus, Test, SB APA/HANS PUNZ

Angesichts der im gesamten Bundesland Salzburg und regional besonders im Tennengau stark zunehmenden Zahl von Coronavirus-Infektionen hat die Landespolitik Sonntagnachmittag schärferer Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen.

Die neuen Regeln gelten für den kompletten Tennengau, für Kuchl gibt es extra Maßnahmen. „Wir haben die Spitzenwerte vom März wieder erreicht. Ein zweiter Lockdown wäre aber eine Katastrophe. Leider müssen wir die soziale Nähe reduzieren, denn der private Bereich ist massiv betroffen, hier passieren viele Infektionen und das Contact-Tracing, um die Infektionsketten zu unterbrechen, stößt trotz aller Verstärkungen und Bemühungen an die Grenzen des Bewältigbaren“, erklärt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) nach einem Gespräch mit den Tennengauer Bürgermeistern am Sonntagnachmitttag. Die Maßnahmen wurden am Abend bekannt gegeben.

Covid-19-Regeln im Tennengau

  • Komplettes Veranstaltungsverbot (Sport/Musik/Feuerwehrübungen und so weiter)
  • Privatpartys außerhalb des Wohnraums sind untersagt, was von der Exekutive umfangreich und rigoros kontrolliert wird.
  • An Begräbnissen können maximal 100 Personen teilnehmen
  • Kindergartenfremde Personen (inklusive Eltern) dürfen den Kindergarten nicht betreten, sondern sich von den Kindern vor der Türe verabschieden
  • Turnhallen werden für den außerschulischen Bereich geschlossen

Sondermaßnahmen für Kuchl

  • Gastronomie ab 17 Uhr geschlossen
  • Besuchsverbot für Pflege- und Senioreneinrichtungen (ausgenommen Palliativversorgung)

Vorläufig gelten die Maßnahmen für den Tennengau und für Kuchl von Dienstag, 13.Oktober, 00.00 Uhr bis Montag, 26. Oktober, 24.00 Uhr.

Neuer Rekord in Salzburg

In Salzburg hat es in den vergangenen zwei Tagen einen Rekord - seit Beginn der Pandemie - bei der Zunahme der Corona-Infektionszahlen gegeben. Besonders stark sind die Zahlen im Tennengau gestiegen. Dabei gebe es zwei feststellbare Hotspots, denen eine größere Zahl an Infizierten eindeutig zuordenbar sei: Nach einer privaten Hochzeitsfeier gebe es aktuell mehr als 20 Infektionen und 100 Kontaktpersonen würden sich in Quarantäne befinden. Das Contact Tracing sei aber noch nicht abgeschlossen, die Behörden seien noch intensiv am Arbeiten. Als zweiter Hotspot gelte eine Pflegeeinrichtung, bei der mittlerweile vier Mitarbeiter und fünf Bewohner positiv auf Covid-19 getestet wurden. Drei dieser Bewohner wurden ins Uniklinikum Salzburg überstellt, zwei werden weiter in der Einrichtung betreut. Am Dienstag werden alle Bewohner und Mitarbeiter erneut durchgetestet.

Die Zahl der aktiv Infizierten im gesamten Bundesland betrug Sonntagmittag laut dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) 505 - davon befanden sich 145 Personen im Tennengau. Von Samstagmittag auf Sonntagmittag gab es 76 Neuinfektionen in Salzburg, 27 davon im Tennengau.

"Sorgenkind" Kuchl

Gab es Mitte letzter Woche im Bezirk Hallein noch rund 85 aktiv auf Covid-19 getestete Personen, so ist diese Zahl mit Stand Sonntag, 8.30 Uhr, auf 145 gestiegen. Auf 100.000 Einwohner gerechnet entspricht dies im Tennengau 238 Personen, der Landesschnitt beträgt zurzeit 90. Beim „Sorgenkind“ Kuchl mit 61 aktiven Fällen beträgt dieser Wert sogar 827. „Der Tennengau ist mit einer 7-Tages-Inzidenz von fast 200 schwer betroffen, es gibt aber auch eine dynamische Entwicklung in anderen Bezirken“, fasst Landesstatistiker Gernot Filipp zusammen.

Bezirk Hallein auf Corona-Ampel "orange"

Der Bezirk Hallein, der deckungsgleich mit dem Tennengau ist, ist der einzige Bezirk in Salzburg, der bei der Corona-Ampel auf orange und damit "hohes Risiko" gestuft ist. Das Land hatte die Maßnahmen gegen das Coronavirus im Tennengau bereits am Donnerstag verschärft, seit Freitag sind Sportveranstaltungen nur mehr ohne Zuschauer erlaubt und es wurde ein Aufruf zur freiwilligen Registrierung der Gäste bei den Gaststätten gemacht. Als landesweit Maßnahme gilt seit 25. September eine von 1.00 Uhr auf 22.00 Uhr vorverlegte Sperrstunde in der Gastronomie.

Aufgerufen am 28.11.2020 um 05:48 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/kindergaerten-diskussion-um-sonderregel-im-tennengau-94190482

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