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Globaler Klimastreik

Klima-Aktivist:innen schlagen auch in Salzburg Alarm

Fridays For Future-Demo im Zeichen des Ukraine-Krieges

Hitzerekorde in der Arktis, ein Wechsel zwischen Trockenheit und Hochwasser in Österreich – der Klimawandel ist präsenter denn je. Deshalb findet am Freitag der neunte weltweite Klimastreik statt. Und auch in Salzburg gehen Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. Wir haben mit Fridays For Future Salzburg darüber gesprochen, was sich beim Klimaschutz ändern muss und welche Rolle der Ukraine-Krieg dabei spielt.

In über 600 Orten weltweit macht die Fridays For Future-Bewegung am Freitag mit Demonstrationen und Kundgebungen auf das Problem Klimawandel aufmerksam. Denn für ein Vorantreiben des Klimaschutzes ist es allerhöchste Zeit, wie Anika Dafner, Mit-Organisatorin der Salzburger Fridays For Future Bewegung im SALZBURG24-Gespräch am Mittwoch, betont.

1,5-Grad-Ziel rückt weiter in Ferne

„Wenn sich nicht schnell etwas ändert, werden wir das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens um Längen verfehlen“, sagt sie heute im SALZBURG24-Gespräch. Und das könnte fatale Folgen haben. „Wissenschafter:innen gehen schon bei einer Erwärmung von 1,5 Grad von deutlich spürbaren und möglicherweise irreversiblen Folgen aus, je höher die Erwärmung, desto drastischer werden diese sein.“

Aktivist:innen machen Druck für neues Klimagesetz

Zwar ist im aktuellen Regierungsprogramm ein neuer Grundstein für das Klimaschutzgesetz und neue Klimaziele vorgesehen, dieses lässt aber seit über einem Jahr auf sich warten. „Es wird immer wieder hinausgeschoben. Aufgrund des Krieges wird zum Beispiel jetzt das Gesetz für erneuerbare Wärme vorgezogen“, erklärt die 19-jährige Aktivistin. Beim Klimastreik am Freitag soll der Druck erhöht und die Überarbeitung des Gesetzes vorangetrieben werden.

Öl- und Gasimporte finanzieren Krieg

Doch selbst wenn das Klimaschutzgesetz finalisiert wird, könnten die Hoffnungen der Klimaschützer:innen enttäuscht werden. „Es kann auch lediglich eine Formsache sein, die letztlich nichts bewirkt. Wir wollen ein Gesetz mit konkreten Zielen wie eine Emissionsreduktion, ein Treibhausgas-Budget und die fixe Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels.“ Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine auch sei die Notwendigkeit einer Energie-Wende deutlicher denn je. „Über die Öl- und Gasimporte aus Russland finanzieren auch wir diesen Krieg mit," betont die Aktivistin. Neben dem Klimaschutz sei dies ein weiterer Grund für den Ausstieg aus Öl und Gas.

Klimaschutz muss „Sache aller Parteien“ sein

Zwar hatte der Klimaschutz bisher in keiner Regierung einen so hohen Stellenwert, in Relation zu den absehbaren Folgen sei er dennoch nicht präsent genug. „Durch die Regierungsbeteiligung der Grünen hatten wir uns definitiv erhofft, dass sich in Klima-Fragen mehr tut“, erklärt die Aktivistin. Der Klimawandel sollte aber längst eine Sache aller Parteien sein. „Die Folgen betreffen uns alle und sollten daher mittlerweile im politischen Alltag angekommen sein. Es gibt ja auch nicht die eine Corona-Partei“, so Dafner.

 

Fridays for Future: „Unsere Stimmen bringen Veränderung“

Umso wichtiger seien daher Aktionen wie der Klimastreik am Freitag. „Wir wissen, dass unsere Stimmen etwas bringen“, erklärt die 19-Jährige. „In Ländern mit starken Klimaschutz-Bewegungen sind auch die Maßnahmen der Politik wesentlich stärker und umfassender.“ Die häufige Kritik, dass Demos und Streiks keine Wirkung hätten, könne durch Studien ganz klar zurückgewiesen werden. „Diese Kritik kommt häufig von Menschen, die genauso wie wir frustriert sind und sich Sorgen um den Klimawandel machen.“

Der Streik in Salzburg startet am Freitag um 15.00 Uhr am Hauptbahnhof, dann marschiert der Demozug zum Residenzplatz. Dort findet um 17.00 Uhr eine Kundgebung statt und anschließend sorgen die Salzburger Bands Voice Breakers, ShiveringFit und der Rapper Chirak für Stimmung. „Wir hoffen auf viele Teilnehmer:innen und Unterstützer:innen. In drei Jahren Fridays For Future-Bewegung hat sich einiges getan und wir wollen sicherstellen, dass sich auch weiterhin etwas tut.“

(Quelle: SALZBURG24)

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