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Jeden Freitag

Kein schulfrei bei Klima-Demo in Salzburg

Klima-Demo Berlin APA/AFP/Odd ANDERSEN
In Berlin gehen jeden Freitag tausende Schülerinnen und Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Ein Streikrecht für Schüler gibt es nicht, es kann ihnen vom Klassenvorstand oder Direktor jedoch ein "Fernbleiben aus wichtigen Gründen" erlaubt werden. In der Bildungsdirektion Salzburg wird ein Besuch bei der Klima-Demo am Freitag jedenfalls als ungerechtfertigtes Fernbleiben gesehen.

Laut Schulunterrichtsgesetz müssen Schüler nur dann nicht am Unterricht teilnehmen, wenn sie krank sind, in ihrem Leben außergewöhnliche Ereignisse stattfinden oder wenn durch den Schulweg ihre Gesundheit gefährdet wäre. Der Klassenvorstand kann Schülern jedoch bis zu einem Tag und der Schulleiter darüber hinaus ein "Fernbleiben aus wichtigen Gründen" erlauben. Für Arbeit in der Schülervertretung müssen sie auf jeden Fall freibekommen.

Salzburg: "Streiken ist unentschuldigte Fehlstunde"

Ob auch der Besuch des aktuellen "Weltweiten Klimastreiks" am Freitag in diese Kategorie fällt, wird je nach Bundesland unterschiedlich eingeschätzt. Dasselbe gilt für die Frage, ob ganze Klassen oder Schulen geschlossen an der Klima-Demo teilnehmen dürfen.

 

"Streiken ist kein Grund zum Fernbleiben des Unterrichts und wäre somit eine unentschuldigte Fehlstunde", betont man in der Bildungsdirektion Salzburg. Ob Schulen oder ganze Klassen an der Demonstration teilnehmen, war dort vorerst nicht bekannt.

Hutter: "Nicht auf Kosten der Bildung"

"Der Einsatz unserer Jugend für das Klima freut mich. Er darf aber nicht auf Kosten der Bildung gehen, weshalb ich den Entfall von Unterricht fürs Protestieren kritisch sehe“, gab Bildungs- und Naturlandesrätin Maria Hutter (ÖVP) gegenüber SALZBURG24 bekannt und ergänzte: "Ist es nicht gerade ein Mangel an Wissen, der zu den Umständen geführt hat, die wir jetzt kritisieren?" Jeder könne laut Hutter einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten, das beginne schon beim Einkaufen. "Man sollte sich daher auch selbst die Frage stellen, wie klimaneutral lebe/reise/esse ich?", so die Landesrätin.

Unterschiedliche Regelungen der Länder

Während ein Besuch der Klima-Demo in den Bildungsdirektionen Salzburg, Wien, Niederösterreich und Vorarlberg jedenfalls als ungerechtfertigtes Fernbleiben gesehen wird, wollen die übrigen Bundesländer die Schulen entscheiden lassen.

Klima-Demo auch in Salzburg

Seit Anfang Februar treffen sich rund 100 Schülerinnen und Schüler in der Salzburger Altstadt, um für mehr Maßnahmen für den Klimaschutz zu demonstrieren. Der Sternmarsch geht vom Alten Markt über die Getreidegasse zur Hofstallgasse bis zum Residenzplatz. Vorbild der weltweiten Demonstrationen ist die 16 Jahre alte Greta Thunberg. Am kommenden Freitag hat die junge Schwedin zum weltweiten Klimastreik aufgerufen. In der Mozartstadt werden laut Salzburger Nachrichten etwa 800 Teilnehmer erwartet. Einige Schulklassen würden sich im Rahmen einer Exkursion anschließen.

(APA/S24)

(Quelle: APA)

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