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Klimawandel

Gletscherschmelzen, versiegelte Böden, Unwetter

Greenpeace-Report zeigt Auswirkungen auf Salzburg

Der Klimawandel macht nicht vor Salzburg Halt. Für Herausforderungen sorgen im Bundesland vor allem schmelzende Gletscher, versiegelte Böden und immer häufigere Wetterextreme. Außerdem könnte bis Ende des Jahrhunderts die Temperatur in Salzburg um bis zu +4,1 Grad steigen, wie ein aktueller Greenpeace-Report zeigt.

“Die Klimakrise ist längst in Salzburg angekommen. Die Salzburgerinnen und Salzburger leiden schon heute an den Folgen der Erderhitzung: Die Gletscher schmelzen, die Berggipfel tauen auf und zerbrechen, Landwirtschaft und Menschen sind durch extreme Wetterereignisse gefährdet”, warnt Sophie Lampl, Kampagnendirektorin bei Greenpeace, in einer Aussendung. Die Umweltschutzorganisation hat die Auswirkungen den Klimawandels auf Basis von Analysen des Climate Change Centre Austria (CCCA) in einem 28-seitigen Report analysiert und für die Bundesländer dargestellt.

Temperaturanstieg um bis zu +1,4 Grad bis 2050

In Salzburg weist die Organisation daraufhin, dass – sollte es zu keiner Reduktion der Treibhausgasemissionen kommen – die Temperaturen bis 2050 um +1,3 Grad bis +1,4 Grad steigen werden. Bis 2100 ist sogar ein Anstieg von +4,1 Grad möglich. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen könnte den Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts allerdings auf +2,3 Grad eindämmen, heißt es in dem Report.

Gletscherschmelzen in Salzburg

Das Bundesland Salzburg ist dabei, ebenso wie Tirol und Vorarlberg, vor allem von alpinem Naturraum geprägt. Der Klimawandel lässt sich aktuell an der Gletscherschmelze beobachten, die immer weiter voranschreitet. Die Ankogel-Hochalm-Spitzgruppe etwa hat im Zeitraum von 1969 bis 2009 bereits 37 Prozent, die Venedigergruppe 26 Prozent ihrer Gletscherfläche verloren.

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Die Animation zeigt die Entwicklung der Pasterze in den letzten drei Jahren.

Permafrostböden stark gefährdet

Die Salzburger Permafrostböden sind durch die steigenden Temperaturen stark gefährdet. Dadurch ist die Stabilität der Böden nicht mehr gegeben und die Gipfel drohen wegzubrechen. Wie stark das Tauen bereits vorangeschritten ist, zeigt sich im Gebirge des Hohen Sonnblicks. Hier musste das Observatorium der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bereits vor rund zehn Jahren bauliche Maßnahmen setzen, um dem Auftauen entgegenzuwirken. Zudem setzen die Permafrostböden beim Auftauen Methan und Kohlendioxid frei, was wiederum die Klimaerwärmung weiter vorantreibt.

20190811_092711-Climate_impact_Salzburg-Sonnblick-(c)mitja_kobal-greenpeace.jpg Greenpeace/Mitja Kobal
Sicherungsmaßnahmen am Sonnblick.

Auswirkungen auf Stromerzeugung

Die Klimakrise hat dabei auch Auswirkungen auf die Stromerzeugung im Bundesland. 2015 wurden 88 Prozent des Stroms aus Wasserkraft gewonnen. Mit steigenden Temperaturen kommt es auch zu einer Erhöhung der Verdunstung der aufgestauten Wassermenge. Im Sommer nimmt somit die Abflussmenge der Kraftwerke ab, wodurch weniger Strom produziert werden kann.

Böden verdichtet: Murenabgänge und Hochwasser

Die Folgen des Temperaturanstieges lassen sich aber auch im Flachland beobachten. Durch die steigende Hitze werden die Böden verdichtet und versiegelt. So verlieren sie ihre natürlichen Funktionen, wie etwa große Wassermassen aufzunehmen. Dadurch steigt die Gefahr von Oberflächenabflüssen, Murenabgängen, Felsstürzen und Hochwasser.

Wetterextreme werden häufiger

Hochwasser und andere Wetterextreme werden in Salzburg immer häufiger. In den vergangenen Jahren wurde daher viel Geld in den Ausbau von Hochwasserschutzbauten investiert. Gerade für die Landwirtschaft ist der Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen von größter Bedeutung. Unvorhersehbare Unwetterereignisse wie Starkregen, Hagel und Stürme können in kürzester Zeit alles vernichten, wie in Russbach am Pass Gschütt im Juli dieses Jahres zu erkennen war.

Die Situation in Österreich

Zusammenfassend hat Greenpeace die gesamte Lage in Österreich dahin gehend beschrieben, dass im Westen vor allem alpine Landschaften leiden: "Gletscherschmelze, tauende Permafrostböden und sterbende Almen sind die Folgen der Klimakrise in Vorarlberg, Tirol und Salzburg", schrieb die NGO. In Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark zeitigt sich der Klimawandel hingegen mit Dürre, Waldsterben und Extremwetterereignissen wie Hagel oder Stürmen und Landwirte seien hier die größten Leidtragenden. Der Osten mit Niederösterreich, Wien und dem Burgenland ist wiederum von extremer Trockenheit und Hitze geprägt, diese Region leide zudem auch unter Starkregen und Hochwasser.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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