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Dürre und Hochwasser

So trifft der Klimawandel Salzburg

20140731_PD0329.HR.jpg APA/EXPA/Archiv
Salzburg investierte in den letzten Jahren viel Geld in den Hochwasserschutz.

Das Bundesland Salzburg investiert jährlich zwischen 40 und 50 Millionen Euro in den Hochwasserschutz – eine direkt spürbare Folge des Klimawandels. Doch nicht nur extremer Regen, auch langanhaltende Dürre setzten der Umwelt zu. Wie Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) im Interview mit SALZBURG24 angibt, ist nun "die Zeit vorbei, über Eventualitäten zu diskutieren."

Denkt man an den Klimawandel und dessen Auswirkungen im Bundesland Salzburg, kommt einem schnell die Hochwasserthematik in den Sinn. Gerade im letzten Jahr aber setzte langanhaltende Dürre dem Trinkwasserspiegel zu. "Niederschlagsdefizite über 40, 50 oder 60 Tage sind nicht mehr unrealistisch. Das wird noch eine riesen Herausforderung werden", gibt Landesrat Schwaiger im Interview mit SALZBURG24 am Freitag an.

800.000 Euro für Dürre-Versicherung

Um diese Folgen abdämpfen zu können, bezuschusst das Land Salzburg Dürre-Versicherungen mit derzeit 800.000 Euro jährlich. "Wir setzen hier eindeutig auf die Versicherungsleistung, denn dieses Problem können wir mit den Mechanismen der öffentlichen Verwaltung nicht mehr handhaben", so Schwaiger. Dazu seien aber noch feinere Daten notwendig.

pk_obertrum20190226neum8488.jpg Neumayr/Archiv
Landesrat Josef Schwaiger hat die Bereiche Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie Raumordnung und Personal über.

Klimawandel in Salzburg: Temperaturanstieg von 1,6 Grad

Verhindern lassen sich durch Klimawandel bedingte Folgen auf die Umwelt natürlich nicht. Schwaiger: "Wir haben im alpinen Raum einen Temperaturanstieg von 1,6 Grad Celsius. Das sind Fakten, ob man das nun gerne hört oder nicht." Dazu reiche es nicht, einzig in Schutzbauten gegen Hochwasser zu investieren. Auch ein Umstieg auf erneuerbare Energien muss laut Schwiager forciert werden. Ebenso bedarf es Neuerungen beim Heizen und Bauen von Häusern.

Schwaiger befürwortet Klima-Demos

"Wir müssen auch unangenehme Themen ansprechen, hier muss die Politik mutig sein. Denn eines ist klar, so selbstverständlich wie wir unsere Umwelt geerbt haben, so können wir sie nicht mehr weitergeben", gibt der Landesrat weiter an. Dass am Freitag beim weltweiten "FridaysForFuture"-Protest auch Schulen aus Salzburg teilnehmen, kann Schwaiger durchaus etwas abgewinnen, allerdings nur, wenn „die Schulen das Thema schwerpunktmäßig behandeln und die Demo im Zuge einer Exkursion stattfindet“, so Schwaiger, der früher selbst Lehrer war.

Öffi-Umstieg für Klimabilanz unausweichlich

Um dem Klimawandel etwas entgegentreten zu können, bedarf es aber auch einer Veränderung beim Mobilitätsverhalten. Ein erstes Umdenken findet offenbar statt, ein Rückgang bei der jährlichen Kilometerleistung von Pkw ist bereits feststellbar. Nun muss laut Schwaiger allerdings weiter in den Ausbau und die Attraktiveren von Öffis investiert werden. Ein Ausbau und Optimierung von Straßen bringe nur weiteren Verkehr.

Schwaiger: "Keine Zeit für Diskussion über Eventualitäten"

Beim Hochwasserschutz ist in Salzburg seit den Jahrhunderthochwassern in den Jahren 2002 und 2005 bereits viel weitergegangen. Derzeit wird mit dem Zeller Becken das größte Projekt im Land umgesetzt. "In den nächsten Jahren wird hier noch viel passieren. Die Zeit für Diskussionen über Eventualitäten, die ist nun aber endgültig vorbei", so Landesrat Schwaiger abschließend.

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