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Stimmung gedrückt

Heuer keine Krampusläufe in Salzburg?

3-G-Kontrolle nur schwer möglich

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Die Corona-Maßnahmen erschweren auch heuer die Durchführung und Organisation der Krampusläufe in Salzburg.

Die Pandemie verpasst der Krampus-Saison erneut einen Dämpfer: Große und traditionelle Läufe in der Stadt Salzburg wurden für heuer bereits abgesagt. Ist dies richtungsweisend für das gesamte Bundesland? Wir haben uns in der Salzburger Krampus-Community umgehört.

Die Stimmung innerhalb Salzburgs Krampuspassen ist gedrückt. Nach einer Zwangspause im letzten Jahr hofften viele, in der aktuellen Saison wieder richtig durchstarten zu können. Doch schon im Sommer kamen erste Absagen: Österreichs größte Maskenausstellung auf der Pernerinsel in Hallein (Tennengau) wurde gecancelt, kurze Zeit später folgten die Absagen der Krampusläufe in Gnigl und Maxglan (wir haben berichtet).

Schwierige Situation in der Stadt Salzburg

Grund dafür seien die geltenden Corona-Maßnahmen: "Die Organisation des Gnigler Krampuslaufes ist schon in Nicht-Corona-Zeiten eine riesige Herausforderung", erzählt Hannes Brugger, Obmann der Alt Gnigler Krampus und Perchten Pass, im Gespräch mit SALZBURG24. Die 3-G-Kontrolle sei aufgrund der vielen Seitenstraßen und Zufahrten einfach nicht möglich.

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Rund 900 Läufer gab es in Gnigl zu bestaunen.

Gnigler Krampuslauf erneut abgesagt

Wie schon im vergangenen Jahr kann der beliebte Gnigler Krampuslauf in der Landeshauptstadt wegen der Corona-Pandemie heuer nicht stattfinden. Das bestätigte der Brauchtumsverein heute in einem …

"Wollen das nicht riskieren"

Derselben Ansicht ist auch Adolf Sedetka, Obmann der Maxglaner Teufeln und Veranstalter des Maxglaner Krampuslaufs, der vor Corona jährlich bis zu 17.000 Besucher anlockte. Sedetka ist vor allem die Frage nach der Verantwortung ein zu heißes Eisen. "Wir haben die Absage im Vorstand entschieden. Wir wollen das einfach nicht riskieren." Statt der großen Läufe wollen die Krampuspassen heuer nochmals auf Hausbesuche setzen.

Vergleiche mit anderen Events hinken

Wütende Vergleiche mit den Salzburger Festspielen oder dem Electric Love Festival, wie sie oftmals in den Sozialen Medien die Runde machen, lässt Brugger nicht gelten: "Es handelt sich dabei um geschlossene Veranstaltungsräume. Die Kontrolle ist hier viel einfacher", so der Landesobmann der Salzburger Heimatvereine.

 

Auch kleinere Läufe auf der Kippe

Somit fehlen im Salzburger Krampus-Terminkalender schon jetzt mehrere Fixpunkte. Auch kleinere Krampusläufe stehen auf der Kippe. In Mühlbach am Hochkönig (Pongau) blickt Caglar Öztürk, Obmann der Bergteifin, pessimistisch in die Saison. "Veranstaltungen gibt es nur mit 3-G-Regel, dazu bräuchte ich aber 15 bis 20 weitere Leute. Das wäre zu viel Aufwand", erklärt er im Gespräch mit S24. Sollten die aktuell geltenden Maßnahmen weiter verschärft werden, würden auch Hausbesuche nicht stattfinden können.

Absagen setzen Maskenschnitzer zu

"Das Geschäft ist seit August letzten Jahres tot", klagt Maskenschnitzer Andreas Rettenbacher aus Puch (Tennengau) im Gespräch mit SALZBURG24 über die aktuelle Situation. Es gebe keine Laufkundschaft und keine Spontankäufe. Die Ausfälle der Krampusläufe ziehe weite Kreise: "Selbiges gilt im Übrigen auch für die Gerbereien, welche die Felle herstellen. Auch Glühweinstände und Metzgereien leiden unter den Absagen."

Anifer Krampusse planen wie gehabt

Anders stellt sich die Situation in Anif (Flachgau) dar. Die Anifer Krampusse veranstalten jährlich ihre Krampusshow im Friesacher Stadl und einen Lauf im Ort. "Wir halten an unserer Planung fest und gehen derzeit davon aus, dass alles stattfinden kann", so Obmann Michael Friesacher gegenüber S24. Bei der Krapusshow "A.K.T." werden an zwei Tagen jeweils rund 1.000 Besucher erwartet. Die Kontrolle der Corona-Regeln gestaltet sich hier jedoch einfacher, da es sich um einen geschlossenen Raum handelt. Die Organisation des Krampuslaufs in Anif sei noch nicht ganz geklärt, Friesacher zeigt sich aber zuversichtlich: "Wir wollen das Brauchtum weiterführen und leben."

Zuversicht im Lungau

Auch im Lungau blickt man mit Zuversicht in die heurige Saison. "Wir warten ab, planen aber schon unseren Lauf", so Markus Ferner, Obmann von der Krampusgruppe St. Michael. Die Einladungen seien bereits ausgeschickt und großes Interesse am bereits ausgebuchten Lauf vorhanden. Ferner weist allerdings darauf hin, dass in St. Michael die Organisation etwas anders gehandhabt wird: "Der Lauf findet im Rahmen des Adventmarkts statt, somit übernehmen die Kontrolle die Wirtschaft und die Gemeinde. Sonst wäre das nicht möglich." Die Krampusse können sich also auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Krampusläufe: Terminkalender auf SALZBURG24

Auch wenn die Corona-Maßnahmen das Veranstalten von Krampusläufen erschweren, ist es offenbar nicht unmöglich, kleinere Läufe zu organisieren. Sollten die Regelungen nicht noch zusätzlich verschärft werden, lassen sich wohl Möglichkeiten zur Durchführung finden. Auch, wenn diese heuer etwas mehr Aufwand bedeuten.

Wir bei SALZBURG24 planen für heuer dennoch eine umfassende Auflistung mit Krampusläufen, die in Salzburg stattfinden können. Ihr habt einen Termin für uns? Dann schickt eine E-Mail mit Veranstaltungsort, Zeit und Datum an moritz.naderer@salzburg24.at.

(Quelle: SALZBURG24)

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