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Salzburger Landesrat

Kuh-Urteil: "Brauchen österreichweite Lösung"

Nach dem Schadenersatz-Urteil wegen einer tödlichen Kuh-Attacke in Tirol ist nun auch in Kärnten eine Gesetzesänderung geplant. In Salzburg pocht der zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) auf eine bundesweite Lösung.

In Tirol sollen Tourismus und Landwirtschaft künftig gemeinsam mit dem Land Schadenssummen aus Klagen übernehmen. In Kärnten soll die Eigenverantwortung von Wegenutzern landesgesetzlich verankert werden, ein Ausbau des Versicherungsschutzes für Almbewirtschafter ist ebenfalls geplant.

Schwaiger: "Bauern müssen sich verlassen können"

Schwaiger plädiert indes für eine österreichweit geltende Regelung. Er sei bereits mit Tirol, Vorarlberg, Kärnten und auch Wien in Kontakt, sagte der Landesrat auf Anfrage von SALZBURG24. Zunächst müsse evaluiert werden, was derzeit von der Haftpflichtversicherung der Bauern gedeckt sei und welche "zusätzlichen Möglichkeiten polizzenmäßig noch zu formulieren" seien. "Die Bauern müssen sich im Streitfall darauf verlassen können", fordert Schwaiger.

Josef Schwaiger NEUMAYR
Schwaiger pocht auf eine bundesweite Regelung.

Kurz für gesetzliche Nachschärfungen

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich bereits am Mittwoch für klare gesetzliche Regelungen aus. Die zuständigen Minister Josef Moser (Justiz) und Elisabeth Köstinger (Agrar, beide ÖVP) seien beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten, kündigte er nach dem Ministerrat an. Demnach soll es gesetzliche Nachschärfungen im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch und eventuell in Landesgesetzen geben, um das gute Miteinander auf den Almen weiterhin sicherzustellen. "Das ist im Interesse aller in einem Tourismusland", stellte Kurz fest.

Kuh-Urteil: Naturfreunde und Schwaiger gegen Wegesperre

Salzburgs Naturfreunde-Vorsitzende Sophia Burtscher sieht in der aktuellen Diskussion die Wanderwege in Gefahr. "Als Verteidigerin der hart erkämpften Wegefreiheit in Österreich ist es für mich völlig unvorstellbar Wege oder Flächen für die Allgemeinheit zu sperren. Auch ein Abzäunen von Wanderwegen ist nicht durchführbar", so Burtscher in einer Aussendung. In Salzburg betreuen die Naturfreunde nach eigenen Angaben mehr als 500 Kilometer an Wanderwegen und Steigen.

Eine solche Wegesperre oder ein Hundeverbot kommt für Landesrat Schwaiger keinesfalls in Frage. "Wenn wir so anfangen, führt das zu keinem guten Ende", ist er überzeugt. Das Naherholungsgebiet der Almen müsse geschützt werden und erhalten bleiben – für Einheimische und Touristen. Schwaiger fordert Selbstverantwortung ein. Ähnlich sieht das auch Sophia Burtscher von den Naturfreunden. Der Verein versucht Wanderer zu informieren und zu sensibilisieren, unter anderem mit einem Folder zu "Weidetieren auf Almen ".

(Quelle: SALZBURG24)

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