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Granulat im Kunstrasen

Zwei Salzburger Sportplätze setzen auf Kork

Rasen, Kunstrasen, Plastik, SB AFP PHOTO/NATALIA KOLESNIKOVA/Archiv
Dem Plastik am Kunstrasenplatz könnte es an den Kragen gehen.

Im Kampf gegen Mikroplastik hat die EU Kunstrasenplätze ins Auge gefasst, genauer: Das Granulat, mit dem diese gefüllt werden. In Salzburg gibt es ebenso Sportplätze, auf denen sich Recyclinggranulat findet. Aber auch die umweltfreundliche Alternative Kork hat bereits vereinzelt Einzug gehalten.

Ab 2022 könnte das Granulat verboten werden. Es wird zum Auffüllen von Kunstrasenplätzen verwendet und soll Spieler vor Verletzungen schützen. Die Plastikkügelchen erfüllen also die gleiche Funktion wie Erde auf einem natürlichen Platz. Laut Recherchen des deutschen TV-Senders „SWR“ liegen pro Quadratmeter fünf Kilogramm Granulat zwischen den Halmen. Aufgerechnet auf einen ganzen Fußballplatz wären das 35 Tonnen.

Mikroplastik: Vom Sportplatz in die Umwelt

Meist besteht das Granulat aus alten Reifen. Zum Problem wird das Plastik, weil es nicht auf den Sportplätzen bleibt: Durch Verwehungen und Schuhe gelangt es in die Umwelt. Ein bis vier Prozent des Mikroplastiks geht laut Schätzungen der FIFA verloren und muss jedes Jahr aufgefüllt werden.

20 Mal Plastikgranulat in Salzburg

In Salzburg gibt es 20 vom Land geförderte Kunstrasenplätze, die mit Kunststoffgranulat gefüllt sind. Das ergab eine S24-Anfrage an das Salzburger Sportbüro. Man betont jedoch, dass Mikroplastikgranulate "gemäß unserer Förderrichtlinien nicht mehr gefördert" werden.

Im Einsatz sind die kleinen Körnchen derzeit noch in vier Bezirken und der Stadt Salzburg. Ausnahme ist der Lungau. Auf diesen Kunstrasenplätzen gibt es Recyclinggranulat, technisches Granulat oder Mikroplastik:

Flachgau

  • Neumarkt
  • Obertrum
  • Anif
  • Grödig
  • Faistenau
  • Eugendorf

Tennengau

  • Hallein
  • Bad Vigaun
  • St. Koloman
  • Scheffau
  • Adnet
  • ULSZ Rif

Pongau

  • Hüttschlag
  • Flachau
  • Bischofshofen
  • St. Johann
  • Altenmarkt

Pinzgau

  • Saalfelden
  • Uttendorf

Stadt Salzburg

  •  ASK Sportanlage Maxglan

Mauterndorf und Seekirchen füllen mit Kork

Ungefüllt ist hingegen jener im Sportzentrum Mitte in der Stadt Salzburg. Alternativen zum Plastik-Granulat sind etwa Quarzsand oder Kork. Auf Letzteres setzt man in Seekirchen (Flachgau) und in Mauterndorf (Lungau).

Den Kunstrasenplatz in der Lungauer Gemeinde gibt es nun seit etwa drei Jahren. „Wir mussten Kork verwenden, weil die Taurach nebenbei vorbeifließt. Das war eine Auflage des Landes, dass dort kein Plastikgranulat verwendet wird“, schildert Bernhard Santner vom Sportverein Mauterndorf im Gespräch mit SALZBURG24.

Weniger Abschürfungen durch Kork

Doch der Kork hat nicht nur umwelttechnisch Vorteile, sondern auch für die Spieler. Wenn man beim Spielen am Platz rutscht, dann würde man sich am Plastik aufbrennen, erklärt Santner: „Beim Kork ist das besser.“ Es gibt aber auch einen – wie er sagt kleinen – Nachteil. „Wenn es regnet, schwemmt es den Kork nach oben. Dann sieht man richtig braune Stellen im Rasen.“ Mit einem Spezialgerät lasse sich das Füllmaterial aber schnell wieder zwischen die Plastikhalme bürsten. Verloren gehen auch die kleinen Korkteilchen nach einer Weile: „Einmal im Jahr müssen wir den Kork auffüllen“, weiß Santner.

In Seekirchen hat man sich aufgrund der Förderung vom Land Salzburg für Kork als Füllung entschieden. "Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, bisher hatten wir keine Probleme", erzählt Anton Feldinger, Obmann des SV Seekirchen, gegenüber S24. Wie jeder andere Platz auch, gehöre der Kork entsprechend gepflegt: "Man muss ihn feucht halten, deshalb bewässern wir den Platz vor dem Training." Die Spieler seien zufrieden, auch, wenn manche den Naturrasen bevorzugen würden, sagt Feldinger.

(Quelle: SALZBURG24)

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